Dienstag, 20.11.2018

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Prioritäten zur Schulsanierung in Effeltrich

Gemeinderat besichtigte Gebäude — Defizite erläutert — Planung für Turnhalle vergeben - 11.04.2018 11:00 Uhr

Im Schulhof erläuterte Architekt Norbert Siewertsen den Gemeinderäten die Probleme und Möglichkeiten der Schulsanierung. © Foto: Dagmar Niemann


Die Generalsanierung von Schule und Turnhalle steht schon seit längerer Zeit auf der Pflichtaufgaben-Liste des Gemeinderates. Erst in der Februarsitzung hatte Architekt Norbert Siewersten (Baiersdorf) im Einzelnen dargelegt, wo genau noch Sanierungsbedarf besteht, obgleich doch z. B. schon viele Fenster der Schule ausgetauscht und in einigen Klassenzimmern lärmschützende Decken eingezogen worden sind.

Da die Verwaltung für das Effeltricher Vorhaben das Kommunalinvestitionsprogramm für die Schulinfrastruktur in finanzschwachen Gemeinden (KIP-S) nutzen will, war die Sondersitzung des Gemeinderates anberaumt worden. Anträge auf Förderung durch KIP-S müssen bis zum 27. April bei der Regierung von Oberfranken vorliegen; die Förderung für bewilligte Projekte liegt bei 90 Prozent. Die Räte mussten also beschließen, welche notwendigen Sanierungen angegangen werden sollen.

Zwecks Ortsbegehung traf man sich deshalb vor dem Haupteingang der Schule. Architekt Siewertsen und Rektorin Silke Schür führten durch die Gebäude. Die Besucher besichtigten beispielsweise veraltete, in den 1960er Jahren installierte Sanitäranlagen, defekte Toiletten, im Laufe der Jahre an den Altbau angebaute Gebäudeteile mit zu niedrigen Türstöcken, nachhallende Klassenzimmer und ein Treppengeländer, das heute als nicht mehr geeignet für Erst- und Zweitklässler eingestuft wird.

Die Sitzung selbst fand dann wie immer im Rathaus statt. Architekt Siewertsen hatte, unterstützt von den ebenfalls anwesenden Fachingenieuren Werner Linsenmeyer (Erlangen) für Elektroanlagen und Gerhard Pfaff (Uttenreuth) für Haustechnik, die wichtigsten Sanierungsmaßnahmen zu Paketen gebündelt und die Kosten abgeschätzt.

Das Ergebnis stellte er vor: Paket 1 beinhaltet den Austausch der beiden Heizungen, die durch einen Ölbrennwertkessel mit Fernwärmeleitung zur Turnhalle ersetzt werden sollen (193 000 Euro). Paket 2 umfasst den behindertengerechten Umbau des Gebäudes, d. h. den Einbau eines Aufzuges, einer Rampe im Erdgeschoss sowie den überdachten und verschönerten Verbindungsgang zwischen Schule und Turnhalle (320 000 Euro). Zu Paket 3 gehören die Sanitäranlagen, ein Behinderten-WC und die Erneuerung etlicher Kanalleitungen (460 000 Euro). Paket 4 sieht die Komplettsanierung der Wärmedämmung (530 000 Euro) vor. Für die Turnhalle gibt es noch keine Kostenschätzungen; klar ist jedoch bereits, dass ohne wesentliche Grundrissänderung die Wände, Türen und Tore innen angepasst, die Anbauten komplett saniert, die Wand- und Bodendämmung erneuert und das WC, das Foyer und der Verbindungsgang zur Schule verändert werden müssen.

In welcher Reihenfolge sollen die genannten Maßnahmen im und am Schulgebäude in Angriff genommen werden? Die Räte beschlossen einvernehmlich die folgende Prioritätenliste: (1) die Heizung; (2) die Sanitäranlagen im Mittelbau inklusive Kanal- und Wasserleitungen; (3) die Barrierefreiheit ohne den kostenintensiven Verbindungsgang, was eine Ersparnis von 40 000 Euro brächte; (4) die restlichen Sanitäranlagen; (5) die Wärme- und Schallschutzdämmung. Dies wurde einstimmig als Rahmen für die Generalsanierung des Schulgebäudes abgesegnet; entsprechend soll auch der Förderantrag formuliert werden.

Ebenfalls einstimmig wurde Norbert Siewertsen der Auftrag erteilt, bis zur nächsten Sitzung auch für die Turnhalle Maßnahmenpakete inklusive Kostenabschätzungen zu erarbeiten, so dass die Räte dann wiederum eine Prioritätenliste aufstellen können. 

DAGMAR NIEMANN

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