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Putz bröckelt: Erlanger Archäologe gräbt Computer aus

Sanierungsbedarf an der Uni - In der Kochstraße fiel meterweise Schutt von der Decke - 09.07.2013 22:53 Uhr

In der Kochstraße sind mehr als vier Quadratmeter Deckenputz herabgefallen und haben die Arbeitsplätze von Beschäftigten der Klassischen Archäologie verschüttet. © FAU


FAU-Kanzler Thomas A.H. Schöck fürchtet um die Sicherheit bon Beschäftigten und Studierenden. "Die Situation ist nicht mehr tragbar", meint  Uni-Kanzler Thomas Schöck in einer Pressemitteilung. Das Seminargebäude der Philosophischen Fakultät müsse umfassend saniert werden. Stattdessen würden immer wieder  nur die dringendsten Schäden repariert.  Das kostet. Immerhin zwei Millionen Euro hat der Freistaat in den vergangenen Jahren in das marode Gebäude gesteckt.

Doch nicht nur in der Kochstraße lebt die Uni von der Bausubstanz.  "Allein im Haushaltsjahr 2012 hätten von einem errechneten Bauunterhaltsmittelbedarf in Höhe von rund 33 Millionen Euro lediglich knapp fünf Millionen Euro zur Verfügung gestanden", heißt es in der Mitteilung. Dabei summiere sich der Fehlbetrag bereits seit Jahren. Fünf Millionen statt 30 Millionen erhielt die Uni im Jahr 2011, ebenso nur rund fünf Millionen im Jahr 2010 - als etwa 47 Millionen beantragt waren.  In den Jahren 2008/2009 hatte die FAU nach eigenen Angaben mit Fehlbeträgen von 20 beziehungsweise  45 Millionen Euro zu kämpfen. Schöck fordert eine jährliche Zuweisung von mindestens zehn Millionen Euro für den Bauunterhalt, um die aufgelaufenen Schäden Schritt für Schritt in den kommenden Jahren abzubauen.

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Feuchte Wände und rostige Türen: Nicht nur die Studierenden beklagen unhaltbare Zustände an der Philosophischen Fakultät der FAU und fordern höhere Mittel für den Bauunterhalt. Im Juli 2013 musste das Gebäude in der Kochstraße 4 bis auf weiteres komplett gesperrt werden.


In der Kochstraße 4 sei allerdings eine große Lösung notwendig, eine umfassende Sanierung. Während der Bauarbeiten müssten die Wissenschaftler und Studenten allerdings umziehen, die Uni hat aber keine freien Räume.

Schöcks Vorschlag: Auf der Fläche der alten Mathematik soll  für etwa 46 Millionen Euro eine Geisteswissenschaftliche Bibliothek auf mehr als 12.000 Quadratmetern entstehen. Durch den Umzug verschiedener Bibliotheken aus dem Komplex Bismarckstraße/Kochstraße in den Neubau würden insgesamt rund 4.500 Quadratmeter an Fläche frei.

In diese könnten Lehrstühle und Institute ziehen, während die Türme des Philosophischen Seminargebäudes und die Kochstraße 4 nach und nach saniert werden.

Noch ist das Zukunftsmusik, müssen die Erlanger Wissenschaftler mit bröckelndem Putz und Feuchtigkeitsschäden an allen Ecken und Enden leben. Doch durch die Schließung des Untergeschosses in der Kochstraße betrifft die Gebäudemalaise inzwischen auch die Stadt: In den Räumen befindet sich unter anderem die Antikensammlung der Uni sowie zwei Sammlungen zur Vor- und Frühgeschichte, die von Erlanger Schulklassen besucht werden. 

 

Dieser Artikel wurde zuletzt am 10. Juli um 09:50 Uhr aktualisiert. 

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