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Radfahren wird im Gerberei-Tunnel legalisiert

Stadtrat befürwortet Umbau der Unterführung auf Kosten der Kommune — OB und acht CSU-Räte dagegen - 27.11. 11:00 Uhr

ERLANGEN  - Mit großer Mehrheit hat sich der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung für Verbesserungen am und im Gerberei-Tunnel ausgesprochen. Nicht mittragen wollten den Beschluss Oberbürgermeister Siegfried Balleis und acht CSU-Stadträte. Ihr Hauptargument gegen den Umbau auf Kosten der Kommune: Zu hohe Ausgaben bei zu geringem Nutzen.

Nachdem der Stadtrat jetzt mehrheitlich die baulichen Veränderungen an Tunnel und Rampe auf Kosten der Kommune befürwortet hat, dürfen Radfahrer künftig durch die Unterführung an der Gerberei fahren.
Nachdem der Stadtrat jetzt mehrheitlich die baulichen Veränderungen an Tunnel und Rampe auf Kosten der Kommune befürwortet hat, dürfen Radfahrer künftig durch die Unterführung an der Gerberei fahren.
Foto: Bernd Böhner
Nachdem der Stadtrat jetzt mehrheitlich die baulichen Veränderungen an Tunnel und Rampe auf Kosten der Kommune befürwortet hat, dürfen Radfahrer künftig durch die Unterführung an der Gerberei fahren.
Nachdem der Stadtrat jetzt mehrheitlich die baulichen Veränderungen an Tunnel und Rampe auf Kosten der Kommune befürwortet hat, dürfen Radfahrer künftig durch die Unterführung an der Gerberei fahren.
Foto: Bernd Böhner

Der Gerberei-Tunnel selbst? „Wird keinen Zentimeter breiter, wenn man von Westen her kommt“, sagt Oberbürgermeister Siegfried Balleis. Die Eck-Abschrägung, die die Sicht für Radfahrer in der Unterführung verbessern soll? Wird geringer ausfallen als gewünscht. Die Rampe? Wird nur etwas breiter und flacher, aber nicht komplett barrierefrei.

„Ich habe den Eindruck, dass manche übertriebene Erwartungen haben“, meint der Verwaltungschef. Am Ende verfehlen dennoch all seine Argumente die erhoffte Wirkung. Noch nicht einmal der vermeintlich „entscheidende Punkt“ — die von der Stadt zu zahlenden 535000 Euro — kann die fraktionsübergreifende Mehrheit gefährden. Und so stimmen FDP und zwölf CSU-Stadträte mit der Rathaus-Opposition für den Umbau.

„Einmalige Chance“



Schon zu lange haben die Befürworter auf Veränderungen an diesem zentralen Tor vom Großparkplatz zur nördlichen Innenstadt gewartet: auf Verbesserungen für den Radverkehr, der künftig legal durch die Unterführung fließen kann, und für Rollstuhlfahrer, aber auch aus städtebaulicher Sicht. Insofern, fordert ÖPD-Stadtrat Frank Höppel, solle man den Fokus nicht zu sehr auf die Kosten richten, sondern darauf, „dass wir ganz viel ermöglichen“. Das sieht FDP-Fraktionsvorsitzender Matthias Faigle ähnlich: Zwar wirkten die Verbesserungen auf den ersten Blick nicht sonderlich umfangreich, „entscheidend ist aber die Wirkung“, vor allem für die Radfahrer. 7000 von ihnen nutzen diesen Tunnel täglich, allein mehr als 800 in der morgendlichen Spitzenstunde.

Viele Stadträte wollen die Chance nicht ungenutzt verstreichen lassen, „diese einmalige Möglichkeit, jetzt etwas zu tun“ (Harald Bußmann, GL) im Zuge des laufenden Bahn-Ausbaus. Einen derartigen „wenig einladenden Angstraum“, so Felizitas Traub-Eichhorn (SPD), wollen sie nicht mehr haben. Erst recht nicht, seit ein Gutachten zum Einzelhandelsentwicklungskonzept offenlegt (wir berichteten), dass diese unansehnliche Unterführung potenzielle Kunden des Erlanger Einzelhandels abschreckt.

Mehr Farbe, mehr Licht

Eine andere farbliche Gestaltung müsse her und eine bessere Beleuchtung. Apropos Licht: Nähme die Stadt kein eigenes Geld in die Hand, würde es nach Ende der Bahn-Bauarbeiten wegen der neuen Lärmschutzwände noch düsterer im Tunnel werden.

Selbstredend hätten sich die meisten eine „luftigere und breitere“ Ausführung — die auf Grund der Bahn-Anlagen nicht möglich ist — vorstellen können. Stattdessen wird „gemacht, was geht“, bilanziert Claudia Bittner. Die Stadträtin der Erlanger Linke lobt ebenso wie etliche andere explizit die Verwaltung für ihre „hervorragende Arbeit“.

Bekanntlich hat Planungsreferent Josef Weber mit der Bahn eine für die Kommune deutlich günstigere Lösung ausgehandelt. Diese wird nun umgesetzt. 



VON KIRSTEN WALTERT

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