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Irlinger zeigte sich erleichtert, dass von einer konjunkturellen Abschwächung, die nicht wenige Experten für den Euro-Raum befürchten, bei Schwan-Stabilo derzeit nichts zu spüren ist. Griebel: „Nach den fast explosionsartigen Zuwächsen vor etwa eineinhalb Jahren hat sich die Lage zwar etwas normalisiert, doch sind wir mit der Entwicklung nach wie vor zufrieden.“ So legten im Geschäftsjahr 2011/12 bei den einzelnen Bereichen Kosmetik um zehn Prozent, die Schreibstifte um 0,4 und Outdoor sogar um 29,5 Prozent zu.
In Deutschland wurden in der Folge 110 weitere Arbeitsplätze geschaffen. Momentan arbeiten bei Schwan-Stabilo in Heroldsberg etwa 1300, weltweit über 4300 Frauen und Männer. Hinzu kommen in Heroldsberg 70 Ausbildungsplätze und fünf Trainee-Stellen.
Zu spüren ist der Mangel an Fachkräften. Gerade bei der Informationstechnologie sei es in Deutschland immer schwieriger, Fachleute zu finden, so Sebastian Schwanhäußer. Neben der bestehenden englischen wäre in unserem Raum deshalb sicher auch eine französische Schule sinnvoll, um für Kräfte aus dem Ausland attraktiv zu sein, sagte er.
Schwanhäußer erläuterte auch den Grund, warum sich die Holding neben Kosmetikstiften und Schreibgeräten nun auch bei Outdoor-Ausrüstung und -Bekleidung engagiert: „Die Stifte künftig mit dem Rucksack zu transportieren, war nicht die Motivation. Vielmehr verfügen unsere drei Bereiche über unterschiedliche konjunkturelle Phasen, so dass wir als Familienunternehmen unabhängiger geworden sind, was auch gegenüber dem Dollarkurs gilt.“
Da nicht absehbar war, wie die Finanzkrise durchschlägt, hatte Schwan-Stabilo vor vier Jahren einen Erweiterungsbau in Heroldsberg zurückgestellt, der nun verwirklicht wird. Für 15 Millionen Euro entsteht direkt an der Straße nach Kalchreuth ein schwarzer Kubus mit Büroräumen und IT-Abteilung. Verbunden ist dies mit 150 neuen Arbeitsplätzen, die etappenweise besetzt werden.
Heroldsbergs Bürgermeister Johannes Schalwig, der zusammen mit Vertretern von Fachbehörden Irlinger bei dem Besuch begleitete, zeigte sich sehr beeindruckt von dem Entwurf: „Am Ortsbeginn wird so ein städtebaulich ansprechender Akzent gesetzt, der sich gut in das Gesamtbild einfügt.“ Den Zuschlag hatte nach einem Wettbewerb ein Kölner Büro erhalten.
Klaus Pöhmerer, Manager des Qualitätssystems, führte anschließend durch die Produktionsstätten in Heroldsberg. Um Verunreinigungen zu vermeiden, mussten die Besucher in weiße Einweg-Kittel samt Haube schlüpfen. In vielen Arbeitsschritten entstehen Stifte unterschiedlichster Art, gefertigt in Roboterstraßen, die mit Kunststoffglas zusätzlich geschützt sind. Das Spitzen ist nicht mehr nötig. Vielmehr werden die Stifte gleich in die endgültige Form gegossen, bevor sie beispielsweise mit Zedernholz ummantelt werden.
Auch wenn alle Daten längst über Computer kontrolliert werden, sind die geschulten Augen der Mitarbeiter nicht zu ersetzen. Pöhmerer: „Beim Ausschuss gehen wir überkritisch vor. Was die Maschine auswirft, wird von unseren Leute noch einmal genau inspiziert.“
Doch auch auf den richtigen Ton kommt es an! Hierüber wachen die Nuanceure. Auf ihre weißen Handschuhe machen sie von den neuen Kosmetikstiften einen Abstrich und vergleichen ihn mit dem Farbton der Vorlage. Um auch feinste Unterschiede zu erkennen, müssen sie jedes Jahr einen Test durchlaufen, ob ihre Farbwahrnehmung noch bestens ist. Allein von Schwarz existieren 50 verschiedene Nuancen.
Und um ganz sicher zu sein, dass der jüngste Lipliner auf dem weltweiten Markt Anklang finden wird, durfte auch der Landrat einen Blick darauf werfen: „Passt und sieht gut aus – auch wenn ihn selbst wahrscheinlich doch nicht verwenden werde.“

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