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So kam es zum Tornado über Erlangen

Wolkengebilde war nur wenige Minuten sichtbar - 18.05.2017 12:00 Uhr

Ein Tornado-Rüssel über dem Erlanger Westen. © Foto: Bodenstein


Die EN sprachen mit Thomas Mölg, Professor für Klimatologie am Institut für Geographie der Uni Erlangen-Nürnberg (FAU) darüber. 

Herr Prof. Mölg, was können Sie zum Auftreten von Tornados bei uns sagen?

Prof. Thomas Mölg: Die meisten Tornados hierzulande treten zwischen Mai und August auf. Um die Mittagszeit und am Nachmittag über Land, in den Morgenstunden an den Küstenregionen. Durchschnittlich beobachtet man in Deutschland aber nur 30 bis 60 Tornados pro Jahr.

Warum konnte dieser Tornado entstehen?

Prof. Thomas Mölg: Die Entwicklung von Tornados in Deutschland ist meist an größere Gewittersysteme gekoppelt, und am Samstag gab es Gewitter und Niederschläge in der Region. Zudem war die Atmosphäre stabil geschichtet, was eine weitere Voraussetzung ist, damit sich solche Windsysteme überhaupt entwickeln können.

Prof. Thomas Mölg. © Foto: FAU


Warum hat sich der Tornado gleich wieder aufgelöst?

Prof. Thomas Mölg: Die Kurzlebigkeit ist ein grundlegendes Merkmal. Wie lange Tornados bestehen, hängt von der Luftschichtung und deren Windeigenschaften ab. Sie existieren oft nur wenige Minuten bis maximal ein paar Stunden und nehmen räumliche Dimensionen von wenigen hundert Metern ein. Die meisten erreichen bei uns nur Stufe 0-2 auf der sechsteiligen Tornadoskala, sind also lange nicht so heftig wie in den USA.

Hat das auch etwas mit dem Klimawandel zu tun?

Prof. Thomas Mölg: Das kann man so nicht sagen. Tornados sind, wie gesagt, sehr kleinräumige und kurzlebige Phänomene, man kann sie schlecht beobachten und vorhersagen. Deshalb gibt es dazu auch keine ähnlich guten Statistiken wie im Falle von Hurrikans, die nachweislich durch die globale Erwärmung stärker werden.

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GISA BODENSTEIN

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