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Sparkasse Erlangen in bewegten Zeiten solide unterwegs

Bank schließt 2016 mit einer Bilanzsumme von 4,5 Milliarden Euro ab - 21.04.2017 15:00 Uhr

Stolz auf den BayernStar, einem Vertriebspreis, den die Sparkasse Erlangen 2016 einheimsen durfte: Die Vorstände Heinz Gebhardt, Johannes von Hebel und Walter Paulus-Rohmer (v.l.). © Markus Hörath


Johannes von Hebel kann zufrieden auf sein erstes Geschäftsjahr als neuer Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Erlangen zurückblicken. "2016 war ein gutes Jahr", sagt er. Die Bilanzsumme und damit die wohl wichtigste Kennzahl für den wirtschaftlichen Erfolg oder Misserfolg einer Bank ist im Vergleich zu 2015 noch einmal um 100 Millionen Euro auf jetzt 4,5 Milliarden Euro angestiegen. Der Jahresüberschuss bleibt mit 8 Millionen Euro auf Vorjahresniveau.

Niedrige Zinsen, die fortschreitende Digitalisierung und die zunehmende Regulierung des Bankenwesens plagen auch und vor allem die Sparkassen. "Die gesamte Branche steht vor großen Herausforderungen. Die Luft wird für uns dünner", sagt von Hebel. Kein Wunder, ist doch das Zinsgeschäft zu einem überwiegenden Teil für die Ertragslage der Sparkasse mitverantwortlich. Das Ende der Niedrigzinsphase wisse niemand seriös vorauszusagen. Von Hebel rechnet aber damit, dass der Tiefpunkt in den Jahren 2021/22 erreicht sein wird. "Darauf müssen wir uns einstellen."

Mit Blick auf diese Ausgangsbasis ist die Führung der Sparkasse Erlangen mit den erreichten Ergebnissen zufrieden. Besonders großen Wert legt die Sparkasse Erlangen auf die Betreuung der Kunden. Die Einführung von Kompetenzzentren in denen verschiedene Beratungsangebote gebündelt werden, seien in Erlangen nicht geplant. "Jede Filiale ist bei uns ein Kompetenzzentrum", sagt von Hebel.

Im Kreditgeschäft stieg der Forderungsbestand um über acht Prozent auf 3,0 Milliarden Euro. Die Kredite für Firmen- und Gewerbekunden erhöhten sich um 158 Millionen Euro auf 1,5 Milliarden Euro, die Kredite an Privatkunden um 25 Millionen auf 1,3 Milliarden Euro und lag damit über der durchschnittlichen Zunahme bei den bayerischen Sparkassen.

Im Neugeschäft konnte das bewilligte Kreditvolumen gegenüber dem Vorjahr nochmals ausgebaut werden. Insgesamt wurden Finanzierungen über 666 Millionen Euro neu vergeben. Im Baufinanzierungsgeschäft wurde das Rekordergebnis aus dem Vorjahr allerdings nicht ganz erreicht. Trotzdem sei man "sehr stolz darauf", da dieses Ergebnis trotz zusätzlicher Regulatorien wie zum Beispiel der neu eingeführte "Wohnimmobilienkreditrichtlinie" zustande gekommen ist, sagt Vorstandsmitglied Walter Paulus-Rohmer. Das Volumen der Neuzusagen an Unternehmen wurde mit einem Betrag von über 369 Millionen Euro nochmals deutlich gesteigert. Die Sparkasse begleitete auch 24 Existenzgründer.

Rund sechs Millionen Euro investierte die Sparkasse Erlangen in Instandhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen. Größter Brocken mit rund 750 000 Euro war dabei die energetische Sanierung der Sparkassenfiliale in der Liegnitzer Straße. Die Aufträge dafür wurden vorwiegend an regionale Unternehmen vergeben.

Der Personalstand verringerte sich durch Renteneintritt und natürliche Fluktuation auf 863 Mitarbeiter (Vorjahr 890). 67 junge Menschen absolvieren derzeit eine Ausbildung bei der Sparkasse. Fünf Ausbildungsplätze für das im September beginnende neue Ausbildungsjahr sind noch frei.

Das Jahr 2017 steht ganz im im Zeichen der Fusion mit der Kreissparkasse Höchstadt (wir berichteten ausführlich). Einem möglichen Bürgerbegehren sehen die Vorstände der Erlanger Sparkasse aber offensichtlich eher gelassen entgegen. Von Hebel: "Wir werden uns dadurch nicht aufhalten lassen." 

Markus Hörath Erlanger Nachrichten E-Mail

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