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Stelldichein der Nationalspieler

„Wannes“ Abschied war Schaulaufen lokaler und internationaler Handballgrößen - 26.01. 10:00 Uhr

ERLANGEN  - Volles Haus, tolle Handballer und ein unterhaltsames Spiel: Der Abschiedsabend für HCE-Urgestein Tobias Wannenmacher war ein voller Erfolg.


Das Schulterklopfen und gegenseitige Umarmen wollte gar kein Ende nehmen, denn in dieser Formation wird in Erlangen sicher nie wieder Handball gespielt: Das lokale und internationale „Who is Who“ des Erlanger Handballs feierte ein Wiedersehen und gab sich die Ehre, um Tobias Wannenmacher aus seiner aktiven Bundesliga-Karriere zu verabschieden. Und was da vereinigt war, kann sich sehen lassen: 3000 Bundesliga- und 1000 Regionalligaspiele für Erlangen, 400 Länderspiele sowie 300 Jugend- und Juniorenländerspiele und 1000 Bundesligaspiele waren im Hallenheft als „Zahlen der Legenden“ vermerkt.


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Mehr als 14 Jahre lang hielt Tobias Wannenmacher für die CSG, die HG und den HC Erlangen die Knochen hin. Am Dienstagabend machte der Erlanger Handball-Held einen Strich unter seine Profi-Karriere. Über 1000 Zuschauer kamen, um unter dem Motto "Die Besten zum Schluss" Wannenmachers alte Weggefährten im Duell mit der aktuellen Zweitliga-Mannschaft des HCE zu sehen und ihrem Idol noch einmal Danke zu sagen.

Der Protagonist des Abends war schier überwältigt, als die über 1000 Zuschauer in der proppenvollen Hiersemann-Halle ihm huldigten. „Ich bin so froh, dass wir das alles so organisieren konnten“, sagte Tobias Wannenmacher nach dem Spiel und freute sich ungemein, dass es sich kaum ein Ex-Kollege hat nehmen lassen, an diesem Abend dabei zu sein. „Volker (Schwab-Zettl, d. Red.) ist extra aus Schweden angereist, David (Szlezak, d. Red.) aus Österreich, und sogar von den Erlangern haben einige Urlaub genommen, um dabei zu sein.“ Ob da immer nur Schweißperlen über das Gesicht liefen..?

Szücs hütet die Bank

Mit dem Slowaken Csaba Szücs (Hannover-Burgdorf) sowie Steffen Weinhold (Großwallstadt) und Sebastian Preiß (Lemgo) traten gleich drei aktuelle Nationalspieler im Trikot von „Wannes Allstars“ an. Szücs, der wegen seiner Verletzung, die ihn die EM-Teilnahme gekostet hat, nicht einmal spielen konnte, wollte sich das Wiedersehen mit den ehemaligen Weggefährten dennoch nicht nehmen lassen: Im Trikot mit der Nummer 3 – hinten drauf hatten übrigens alle „Wannes“ Rückennummer 13 – verfolgte er das Spiel mit sichtlichem Vergnügen von der Bank aus.

Auch Weinhold und Preiß genossen den Abend: „Ich habe mich sehr, sehr gefreut, dabei zu sein. Es macht super Spaß hier zu spielen, das Publikum ist so toll“, sagte Weinhold nach dem Spiel. Und fügt hinzu: „Tobi war die wichtigste Person für mich, als ich nach Erlangen gekommen bin, er hat mich weit gebracht – wir sind sehr gute Freunde.“ Wie Weinhold musste auch Sebastian Preiß noch in der Nacht die Heimreise zum Verein antreten. Er stand ja zudem auch als Ersatzspieler auf Abruf für die EM in Serbien bereit. Doch das war kein Hinderungsgrund: „Als Tobi angerufen hat, habe ich gar nicht lange überlegt.“ Für Preiß gab es auch gleich ein Wiedersehen mit seinem Ex-Teamkameraden und HC-Neuzugang Nikolai Link, der nach seinem Wechsel aus Lemgo in Erlangen sein Heimdebüt gab.

Den HCE haben beide DHB-Spieler nie aus den Augen verloren: Der gebürtige Fürther Weinhold hat sich in dieser Saison schon zwei Spiele angeschaut, und auch Preiß hat den Draht nach Erlangen nie abreißen lassen: „Ich habe stets mit Frank Bergemann Kontakt, er ist mein Trainer. Und ich bin immer gespannt, wie der HCE abschneidet. Diese positive Entwicklung ist toll.“ Auch Frank Bergemann war gerührt vom Wiedersehen mit den vielen Weggefährten: „Da wird einem ganz warm ums Herz. Das war Werbung für den Erlanger Handball.“

Gespielt wurde natürlich auch, und da schenkten sich beide Teams erst einmal nichts.

Trainerroutinier Bergemann wusste auch dieses Spiel, bei allem Spaß, für sein Team zu nutzen: „Gerade für die jungen Spieler war es eine Möglichkeit, Erfahrung zu sammeln. Vor allem gegen so erfahrene Gegner. Man muss auch mit dem nötigen Ernst bei der Sache sein, sonst ist die Verletzungsgefahr zu groß.“

In die Trickkiste gegriffen

Gerade deshalb fehlte es im Spiel auch nicht an Unterhaltungswert: Die beiden Nationalspieler, die fast die ganze Zeit durchspielten, zeigten ihr Können, David Szlezak zauberte zahlreiche Tore, eines sogar per Pirouette, Patrick Egelseer traf per Kempa-Trick und die Torhüter Carsten Henrici und Bernhard Zapf hielten ihren Kasten durchaus sauber. Dagegen wusste das HC-Team natürlich seine Eingespieltheit auszunutzen und setzte sich zur Pause auf 18:14 ab. Erst in der zweiten Hälfte ging es dann zusehends lockerer zu, ehe die Schlussphase noch einmal richtig emotional wurde: Pünktlich zur 58. Spielminute hielt die Uhr an – Team-Timeout! Das war der Moment, in der „Wanne“, der kurz zuvor sein Ehrentor geworfen hatte, endgültig vom Spielfeld verabschiedet wurde. Erst nach minutenlangen Standing Ovations ging das Spiel weiter. Der HCE lag zu diesem Zeitpunkt 37:25 vorne, dann warfen die Allstars ihr letztes Tor – das wohl wertvollste der Handballgeschichte, denn die Anzeigentafel vermerkte damit den 37:37-Ausgleich. Ein leistungsgerechtes Remis.

HC Erlangen: Bayerschmidt, Selke, Deussen; Müller, G. Münch, H. Münch, Nienhaus, Hess, Link, Pankofer, Urbasik, Schwandner, Schmidtke, Stumpf, Grünert, Halota, Schneck, Krämer (n.e.). Trainer: Frank Bergemann.

„Wannes Allstars“: Carsten Henrici, Bernhard Zapf; Stefan Knerr, Csaba Szücs, Nicolas Plößl, Roland Wunder, Oliver Maar, Sebastian Preiß, Stefan Prudil, Patrick Egelseer, Martin Wild, Volker Schwab-Zettl, Tobias Wannenmacher, Ben Ljevar, Andreas Klarner, Thomas Fuch, David Szlezak, Andreas Tam, Steffen Weinhold Frank Wölfel. Trainer: Mathias Bracher, Siegfried Pabst.  



VON NICOLE FORSTNER

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