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Streit um Jugendpfleger-Stelle beigelegt

Nach Bürgerprotesten: Armin Stingl darf weitermachen — Zweckverband für Hochwasserschutz abgelehnt - 16.02. 11:30 Uhr

POXDORF  - Jugendpfleger Armin Stingl darf bleiben. Das hat der Poxdorfer Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung entschieden. Gleichzeitig hat man den Zweckverband zur Umsetzung der Hochwasserschutzmaßnahmen abgelehnt.

Jugendpfleger Armin Stingl darf auch in Poxdorf weitermachen — und er hat bereits umfangreiche Pläne für neue Projekte mit Kindern und Jugendlichen.
Jugendpfleger Armin Stingl darf auch in Poxdorf weitermachen — und er hat bereits umfangreiche Pläne für neue Projekte mit Kindern und Jugendlichen.
Foto: Dagmar Niemann
Jugendpfleger Armin Stingl darf auch in Poxdorf weitermachen — und er hat bereits umfangreiche Pläne für neue Projekte mit Kindern und Jugendlichen.
Jugendpfleger Armin Stingl darf auch in Poxdorf weitermachen — und er hat bereits umfangreiche Pläne für neue Projekte mit Kindern und Jugendlichen.
Foto: Dagmar Niemann

In der Januar-Sitzung hatte der Gemeinderat die bis dahin bestehende Zweckvereinbarung für die Tätigkeit des gemeinsam mit Effeltrich und Langensendelbach eingestellten Jugendpflegers Armin Stingl mit knappen 6:6 Stimmen aufgekündigt. Hintergrund war der stark verspätet eingereichte Haushalt. Für das laufende Kalenderjahr muss Poxdorf einen harten Sparkurs steuern, um wenigstens das gröbste Defizit abzufedern.

Heiße Diskussionen im Dorf folgten der Kündigung des Jugendpflegers. Auch bei der Bürgerversammlung Anfang Februar war Stingls Demission das Hauptthema (wir berichteten ausführlich).

Zwischenzeitlich gingen dazu Anträge einer Gruppe von Eltern, von Poxdorfer Kindern und Jugendlichen sowie von den Bürgermeistern der beiden Nachbargemeinden ein. Sie bringen den dringenden Wunsch zur Weiterführung der gemeindeübergreifenden Jugendarbeit zum Ausdruck und, im Fall der beiden erstgenannten Gruppen, untermauern diesen mit Unterschriftenlisten. Deshalb wurde der Vorgang dem Gemeinderat erneut zur Beratung und Entscheidung vorgelegt. Der sprach sich dieses Mal mit 7:6 für die Verlängerung der Anstellung des Jugendpflegers aus.



Armin Stingl freut sich über diese Entwicklung. „Jetzt kann ich endlich eine vernünftige Jahresplanung machen. Ich habe schon viele Ideen wie zum Beispiel ,Molekularküche — Kochen für Väter und Töchter‘; ,Geocaching‘, also eine Art Schnitzeljagd mit dem Navi oder ,Wie bewegt man sich sicher im Internet?‘ Für den Herbst schwebt mir so etwas wie Indoor-Minigolf vor. Und mein Angebot für das Ferienprogramm kann ich jetzt auch noch erweitern. Statt einen Job zu suchen, kann ich neue Ideen ausbrüten – das ist schön“, so Stingl

Kontrovers diskutiert

Kontrovers diskutiert wurde in der Gemeinderatssitzung über die Gründung eines Zweckverbandes zur Umsetzung von Hochwasserschutzmaßnahmen im Baiersdorfer Raum. Die Befürworter des Projektes machten geltend, dass die hohen Kosten nur von allen betroffenen Gemeinden gemeinsam geschultert werden könnten. Genau deshalb sei es sinnvoll, sich mit Baiersdorf, Forchheim-Kersbach, Effeltrich und Langensendelbach zusammen zu tun und „auf Augenhöhe, als gleichberechtigte Partner“, so Alfons Niebler (SPD), eine Lösung zu suchen. Gisela Marquardt (SPD) sprach sich für den Beitritt Poxdorfs zu einem solchen Zweckverband aus, weil dann endlich Vorsorgemaßnahmen in Angriff genommen würden und „Poxdorf sich dabei ein Mitspracherecht sichert“.

Paul Steins (CSU) gab zu bedenken, dass Baiersdorf der größte Nutznießer aller Maßnahmen sei, jedoch nur 40 Prozent der Kosten übernehmen wolle. Willi Schneider (FW) bekannte, dass das Gesamtprojekt für ihn „durchaus Sinn“ mache. Der Effeltricher Gemeinderat habe aber in seiner letzten Sitzung mit 9:3 Stimmen dagegen votiert. Damit sei der Plan eines Zweckverbandes hinfällig, denn „das Wasser aus Effeltrich läuft nach Poxdorf. Da Effeltrich nicht mitmacht, kann ich nicht für den Zweckverband stimmen.“

Johannes Werner (CSU) schlug vor, gemeinsam mit Effeltrich ein Ingenieurbüro damit zu beauftragen, für den Hochwasserschutz eine Alternativlösung zu erarbeiten, eine „kleine Lösung“, die zwar nicht für ein Jahrhundert-Hochwasser HW100 Vorsorge treffe, aber doch für kleinere Hochwasser. Bürgermeisterin Gunhild Wiegner dazu: „Dafür gibt es aber keinerlei Fördergelder; für die ,große Lösung‘ würden wir 75 Prozent der anfallenden Kosten bekommen.“ Der Beschlussvorschlag wurde daher mit 7:4 Stimmen abgelehnt. 



Dagmar Niemann - Umlandredaktion Erlangen

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