Mittwoch, 14.11.2018

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Tödliche Krämpfe: Hund in Tennenlohe vergiftet

Mischling starb nach stundenlangem Kampf an einer Blaukorn-Vergiftung - 10.09.2018 18:08 Uhr

Als die Ursache für das heftige Zittern des Mischlings feststand, war es für das Tier bereits zu spät. © privat


Als Vincent an einem Abend im August vom Garten zurück ins Haus kam, schien zunächst noch alles in Ordnung. Doch kurz nach 21 Uhr fing der zwölfjährige Mischling an, unkontrollierbar zu zittern und zu hecheln. Die Besitzer ließen ihn noch einmal nach draußen, doch der Zustand des Tieres wurde immer schlechter. Schließlich packten sie den Hund ins Auto und fuhren von Tennenlohe in die Tierklinik.

Vincent, ein zwölfjähriger Mischling, hatte sich erst von einem Bandscheibenvorfall erholt. Das Blaukorn in seinem Körper war für das Tier aber zu viel. © privat


"Wir waren erst am Hafen, hätten da aber mehrere Stunden warten müssen", erzählt Bianca Derdau, deren Eltern der Hund gehört. Im Klinikum am Nordring vermuteten die Ärzte dann zunächst einen epileptischen Anfall und legten das Tier in Narkose. Als Vincent am nächsten Tag wieder zu Bewusstsein kam, setzten allerdings sofort wieder heftige Krämpfe ein.

"Sie haben ihn dann noch einmal in Narkose gelegt und gegen Mittag wieder aufgeweckt", erinnert sich Derdau. Doch Vincent war nicht mehr zu retten: Bei einer Darmspülung kam ein großer Klumpen Blaukorn zum Vorschein. Blaukorn wird als Düngemittel eingesetzt und enthält giftige Stoffe. Bei Vincent führte der Kunstdünger dazu, dass sich die Leberwerte rapide verschlechterten und sich Wasser in der Lunge des Tieres ansammelte. "Wir mussten ihn dann einschläfern lassen", sagt Derdau.

Die Erlangerin hat inzwischen Anzeige bei der Polizei erstattet. Sie geht davon aus, dass jemand das Gift am 28. oder 29. August gezielt in den Garten geworfen hat. Denn beim Gassi gehen rund um den Heuweg halte ihre Mutter den Hund an der Leine und achte darauf, dass er nichts zu sich nimmt. Außerdem sei es bisher der einzige Fall in der Gegend. Wie die Ärzte den Besitzern mitgeteilt hatten, dauert es einen halben bis ganzen Tag, bis das giftige Blaukorn seine Wirkung entfaltet. Die Polizei hofft für die Klärung des Falls ebenfalls auf Hinweise zu möglichen Tätern.


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Dass ihr Hund vergiftet wurde, hat vor allem Derdaus Eltern stark zugesetzt. "Vincent war gesund. Er hatte mal einen Bandscheibenvorfall und war gelähmt, hat sich davon aber super erholt", erzählt Derdau. In einem Facebook-Post hat sie eine Belohnung ausgesetzt: "Wer den entscheidenden Hinweis auf den Täter gibt, erhält 500 Euro Belohnung!" 


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Julia Ruhnau nordbayern.de E-Mail

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