Dienstag, 20.11.2018

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TSV Brand mit neuem Trainerteam und alten Zielen

Die Fußballfrauen wollen weiter hoch hinaus, allerdings mit neuen Gesichtern an der Linie - 11.09.2018 11:34 Uhr

Spielführerin Daniela Puscha (blaues Trikot) im Zweikampf mit einer Gegenspielerin aus Segringen. Am Ende trennte man sich 3:3. © Foto: Torsten Hanspach


Frauenfußball ist unter Männern vermutlich kein allzu häufig diskutiertes Thema an einem Grillabend. Stefan Waldhör dagegen fand zwischen fränkischem Bier und mariniertem Steak sein neues Hobby, als er vergangene Saison mit Manuel Karger über die Brander Fußballfrauen diskutierte. Karger verließ am Ende der Runde nach erfolgreichen Jahren den TSV Richtung Bärnfels, ein neuer Trainer wurde mit Thomas Holzer gefunden, der schon die Baiersdorfer A-Junioren coachte. Geblieben ist der neue Co-Trainer: Stefan Waldhör. Der teilt sich die Aufgaben mit Holzer, so dass es die Trennung Trainer und Co-Trainer nicht gibt, wie der 29-Jährige verrät.

Das Erbe, das das neue Trainerteam in Brand angetreten hat, ist kein einfaches: Enorm erfolgreich hat sich der TSV Brand im Frauenfußball entwickelt, seit Jahren liebäugelt man mal mehr, mal weniger ernsthaft mit dem Aufstieg in die Landesliga. Im Pokal hat die Mannschaft mehrfach gezeigt, dass sie das Talent dazu hätte, den nächsten Schritt zu tun. "Unser Ziel", sagt Waldhör, "hat sich nicht geändert, nur weil der Trainer neu ist."

Der setzt fortan mehr auf die individuelle Entwicklung, gerade im taktischen Bereich sollen sich die Spielerinnen verbessern, oder, wie Waldhör sagt: "In jeder Spielsituation wissen, was zu tun ist." Auch auf die Fitness setzt das Duo, schließlich war Waldhör ja genau dafür nach diesem Grillabend nach Brand gekommen: Um die Kraft und Ausdauer der Fußballfrauen zu verbessern.

Anja Lösel und Heidi Karger beendeten ihre aktive Fußballzeit, Lisa Schreiber schloss sich dem SV Frensdorf an, Linda Knörl und Julia Fuchs wechselten zum SC Eckenhaid. "Wir haben einen jungen, starken Kader, der an Niveau gewonnen hat", findet Stefan Waldhör trotzdem. Junge Spielerinnen aus der eigenen Jugend sind zu den Frauen gestoßen. "Viele haben das Zeug, dauerhaft die erste Mannschaft zu unterstützen."

„Die Disziplin hat sich verändert“: Stefan Waldhör vom TSV Brand.


Verändert hat sich durch den Trainerwechsel die Disziplin, findet Waldhör. "Auf und neben dem Platz wird konzentrierter gearbeitet" – zumindest nach zwei Spieltagen ist das so. Von denen hat Brand allerdings noch keinen siegreich gestalten können, einem 2:2 zum Auftakt beim Post SV Nürnberg folgte am Wochenende ein irres 3:3 gegen Aufsteiger Segringen. Zweimal führte Brand, einmal dank Lena Übel (24.), einmal dank Daniela Puscha (35.), dann plötzlich Segringen, ehe Carolin Horlamus (84.) einen Freistoß in den Torwinkel zum Endstand zirkelte.

"Dass wir noch nicht da sind, wo wir hin wollen, hat man heute gesehen", fand Waldhör. Gerade das Umschaltspiel gelte es zu verbessern sowie die Kaltschnäuzigkeit im Abschluss.

Gegen Segringen tauchte Brand zwar mehrfach gefährlich vor dem Tor der Gäste auf, gerade in der Schlussphase schien es, als könnten die Gastgeberinnen noch einmal zulegen und doch noch ein spätes Tor erzielen. Andererseits lief Brand auch mehrfach in gefährliche Konter, einmal rettete die Querlatte, mehrfach Torhüterin Evi Schlagenhaufer in hoher Not.

Die ehrgeizigen Ziele, sagt Waldhör, bleiben aber auch nach dem durchwachsenen Start dieselben. Erreicht sie der TSV Brand, kann man das ja beim gemeinsamen Grillen feiern – und über Frauenfußball reden.

Brand: Schlagenhaufer; Schwarz (19. Sußner/38. Wölfel), Horlamus, Wölfel, Gehre, Neubig (82. Reif), Puscha, Hartmann, Kolb, Übel, Barabas.

Tore: 1:0 Übel (24.), 1:1 Liebenstein (34.), 2:1 Puscha (35.), 2:2 Rothammel (51.), 2:3 Härtl (76.), 3:3 Horlamus (84.) 

Christoph Benesch Erlangen E-Mail

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