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Zunächst aber hatte Bürgermeisterin Gertrud Werner (UWG) den etwas über 50 Zuhörern einen Überblick über das zu Ende gehende Jahr gegeben. Dabei hatte sie den Gesamtetat mit 2,139 Millionen Euro und den Verwaltungshaushalt mit seinen 1,614 Millionen Euro beziffert. Trotzdem ist noch eine kleine Zuführung zum Vermögenshaushalt von 32000 Euro erwirtschaftet worden.
Als aktuellen Schuldenstand nannte die Gemeindechefin 653253,46 Euro, nachdem die für dieses Jahr beschlossene, aber noch nicht benötigte Darlehensaufnahme von 162500 Euro noch nicht dazugerechnet werden musste. Das dürfte einer Pro-Kopf-Verschuldung von 431,19 Euro entsprechen und würde somit noch weit unter dem Landesdurchschnitt von 644 Euro liegen.
Dazu meldete sich schließlich der Gastwirt Wilhelm Holzmann zu Wort und warf der Bürgermeisterin vor, dass der tatsächliche Schuldenstand nicht 653000 Euro, sondern vielmehr über eine Million Euro betrage.
Auch zum Thema Mehrzweckhalle meldeten sich etliche Bürger zu Wort. So warf ein Redner der Bürgermeisterin verfehlte Haushaltspolitik vor, wenn sich eine so kleine Gemeinde einen derartigen Prachtbau für immerhin 1,764 Millionen Euro leiste, dafür aber dann andere wichtige Ausgaben nicht mehr schultern könne. Dazu sagte Gertrud Werner, zum einen sei der Grundstock für den Neubau mit dem Erwerb der alten Lagerhalle an dieser Stelle durch ihren Vorgänger gelegt worden; zum anderen seien während der einige Jahre umfassenden Bauzeit wesentlich höhere Kosten entstanden als ursprünglich kalkuliert.
Die Bürgermeisterin blieb bei ihrem Standpunkt, das die neue Mehrzweckhalle der Mehrheit der Bürger durchaus gefällt. Das bestätigte ihr auch eine andere Zuhörerin, die bei dieser Gelegenheit deutlich zum Ausdruck brachte, dass sie sich durchaus zu ihrer neuen Mehrzweckhalle bekenne und sie als eine tolle Sache zu schätzen wisse. Ein anderer Zuhörer meinte, das er stolz auf das neue Schmuckstück in der Gemeinde sei, noch dazu bei einer Pro-Kopf-Verschuldung von gerade einmal 431,19 Euro.
Die Bürgermeisterin zeigte sich gleichzeitig damit zufrieden, dass das Regenüberlaufbecken (RÜB) am Pfarrer-Rudorfer-Weg unter der finanziellen Beteiligung des Abwasserzweckverbandes Schwabachtal im April fertiggestellt werden konnte, wenn auch das zweite geplante RÜB im Ortsteil Schellenberg wegen zu hoher Angebote für die Maßnahme auf das kommende Frühjahr verschoben werden musste.
Nicht mehr weiter verschoben werden musste heuer endlich der Gehweg entlang der Kreisstraße FO 29 vom Kernort nach Schellenberg. Allerdings erhöhten sich die Kosten für die Maßnahme, für die es keinerlei Zuschüsse gab, um rund 12000 Euro auf jetzt 100000 Euro.
Weiter wurden die Zuhörer darüber informiert, dass für das alte Schulgebäude, in dem heute das Kinderhaus untergebracht ist, inzwischen die Dachdecker- und Flaschnerarbeiten vergeben wurden, um so das über 50 Jahre alte Dach wieder dicht und die Räumlichkeiten trocken zu bekommen.
Ein weiteres großes Thema war an diesem Abend die Breitbandversorgung in Kleinsendelbach, für die jetzt schon ein zweites Mal das Markterkundungsverfahren durchgeführt werden musste, weil beim ersten Mal nur eine Hinhaltetaktik betrieben wurde und auch die Telekom wegen des vermeintlich sowieso günstigeren Mitbieters kein Angebot abgeben wollte, wie der Verwaltungsfachmann Bernhard Weber als Breitbandpate der Gemeinde verlauten ließ.
Jetzt im zweiten Anlauf hatte der Gemeinderat schließlich in der diesjährigen August-Sitzung den Auftrag zum Angebotspreis von 302800 Euro an die Telekom vergeben, die ein Glasfaserkabel von Eckental in den Ortsteil Steinbach verlegt hätte.
„Die für die Vergabe des 70-prozentigen Zuschusses bis maximal 100 000 Euro zuständige Regierung von Oberfranken“, so Bernhard Weber weiter, „gab nunmehr aber einem Protest der Bietergemeinschaft Econtec/P2-Systems nach, die eine Richtfunklösung bis in den Ort hinein für 144000 Euro bis nach Schellenberg und von dort über Kabel in die Verteilerkästen im Ort für 197000 Euro anboten, die nun von der Gemeinde berücksichtigt werden müssen.“
Zu guter Letzt noch gab Bürgermeisterin Werner einen Überblick über die im kommenden Jahr geplanten Maßnahmen, zu denen neben der bereits ausführlich behandelten DSL-Problematik vor allem auch die Fertigstellung des Regenüberlaufbeckens in Schellenberg, die Renovierung des Rathauses und des Friedhofs mit seiner Umfassungsmauer und dem sanierungsbedürftigen Leichenhaus und möglicherweise die Erweiterung des Gottesackers zählen dürften.
