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Viel mehr Busse im Landkreis ERH unterwegs

Ab 2018 wird der ÖPNV so stark wie noch nie - 08.10.2017 11:40 Uhr

Der Busbahnhof in Spardorf. © Michael Müller


"Der Landkreis wird beim ÖPNV komplett auf neue Füße gestellt", sagte Landrat Alexander Tritthart. Den Veränderungen waren gestern im Kreisauschuss allein vier Tagesordnungspunkte gewidmet.

Rund 500 000 Euro spart der Landkreis bei den neu ausgerichteten Linienbündel 5 und 7. Das Linienbündel 7 heißt "Regnitzgrund" , und dabei sind die Busse 252, 253 und 254 betroffen. Sie fahren von Baiersdorf (252), Bubenreuth (253) und Möhrendorf (254) nach Erlangen und wieder zurück.

Möglich wird die Einsparung, weil ein Tochterunternehmen eines Höchstadter Omnibus-Unternehmens ein Angebot vorgelegt hatte, das weder der Landkreis von der Regierung von Mittelfranken ablehnen konnte. Denn der Unternehmer will alle Risiken selbst tragen. Der Landrat: "Wir haben keinen Vertrag mit dem Unternehmen."

So sind ab Ende 2018 zu den bisher gefahrenen ÖPNV-Kilometern allein im Regnitzgrund weitere 310 000 Kilometer geplant. Und das bedeutet vor allem einen engeren Takt. Zusätzlich will das Unternehmen neben dem verdichteten Angebot etwa während der Bergkirchweih zwei zusätzliche Fahrzeuge zur Verfügung stellen. In allen Bussen soll es auch kostenloses WLAN geben. Zum Fahrbahnwechsel im Dezember 2018 soll das neue Angebot auf die Straße kommen.

Das Gleiche gilt auch für das Linienbündel 5 "Aurachgrund", das ebenfalls von dem Omnibus-Unternehmen aus Höchstadt verstärkt bedient werden wird. Zwei neue Linien sollen mehr Fahrgäste befördern: Von Emskirchen nach Herzogenaurach (Linie 134) und von Nürnberg/Wegfeld nach Herzogenaurach (Linie 199).

Die Verbindungen Erlangen-Herzogenaurach (200), Erlangen-Herzogenaurach-Aurachtal (201), Rezelsdorf-Oberreichenbach-Herzogenaurach (241) und Höfen-Zweifelsheim-Burgstall-Herzogenaurach (242) werden ebenfalls im Takt verstärkt. Dabei soll die Kilometerleistung von knapp 850 000 und 360 000 erhöht werden.

Mit dem Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim soll eine Zweckvereinbarung geschlossen werden, um die VGN-Linie 127 neu auszuschreiben und stärker zu vertakten. Diese Buslinie fährt Neustadt/Aisch-Uehlfeld-Höchstadt. Ab Dezember 2019 sollen die Fahrzeuge von Montag bis Freitag in einem 60-Minuten-Takt, Samstags 60- bis 120-Minuten-Takt und an Sonn- und Feiertagen im 120-Minuten-Takt fahren.

Bisher zahlte der Landkreis Erlangen-Höchstadt für diese VGN-Linie keinen Zuschuss. Weil es auf dieser Strecke aber immer mehr Pendler gibt und in Höchstadt Umsteigemöglichkeiten geboten werden, will sich der Kreis mit knapp 253 000 Euro an den Kosten beteiligen. Hier sieht das Landratsamt vor allem den Vorteil "einer Querverbindung", so Landrat Tritthart.

Im Landkreis-Westen werden die Verbindungen im Höchstadter Raum ebenfalls verstärkt. Allein zwischen Höchstadt und Lonnerstadt soll die Busfrequenz unter der Woche enorm angehoben werden. Neu ist auch, das am Wochenende Kleinbusse oder Pkw im Höchstadter Raum als Linienverkehr fahren, wenn sie eine Stunde vorher telefonisch angefordert werden.

Etwas komplizierter gestaltet sich die Zusammenarbeit mit dem Landkreis Forchheim bei den Linien 206 (Forchheim-Burk-Heroldsbach-Zeckern) und 216 "Forchheim-Kersbach-Heroldsbach-Oesdorf" sowie bei den Buslinien 209 (Erlangen-Neunkirchen-Eschenau), 210 (Erlangen-Uttenreuth-Kalchreuth-Heroldsberg), 211 (Neunkirchen-Ermreuth), 212 Nürnberg-Herrnhütte-Heroldsberg-Eschenau-Gräfenberg), 213 (Forth-Eckenhaid-Eschenau), 214 (Kirchröttenbach-Forth-Eschenau) und 225 (Neunkirchen-Hetzles-Rosenbach-Weiher).

Für diese Linien sollen 28 neue Busse angeschafft werden. Die Kosten dafür wären mit mehr als 1,3 Millionen Euro förderfähig. Um das Risiko für die Beförderungs-Unternehmen kalkulierbar zu machen, trägt der Landkreis Forchheim maximal 767 000 Euro und der Landkreis Erlangen-Höchstadt bis 550 000 Euro falls die Förderung für den Buskauf nicht möglich ist.

Allerdings, so die Kreisverwaltung, hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass die Regierung von Mittelfranken Neufahrzeuge vollständig gefördert hatte.

Für den Busbahnhof Spardorf wird es auch eine Neuerung geben. Erstmals, so gab es Landrat Alexander Tritthart bekannt, wird voraussichtlich ein Bus der Erlanger Stadtwerke bis nach Spardorf fahren , wo problemlos andere Linien erreicht werden können.

Und noch eine Neuerung wird es 2018 geben: die regulären Linienbusse werden rot lackiert und mit dem Landkreiswappen durch die Gegend gondeln. 

EGBERT M. REINHOLD

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