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„Bill Ramsey zu engagieren ist nicht einfach, aber als ich ihm sagte, dass Butch Miles auch zum Erlanger Jazzbandball kommt, da hat er sich die Zeit genommen“, strahlt Gottfried Heidrich. Er hat im Jahre 2001 die Organisation vom Amtsleiter des damaligen Freizeitamtes, Eike Hänel, übernommen und hat den Ball kontinuierlich weiterentwickelt. Ins Leben gerufen aber hatte ihn im Jahre 1973 Manfred Gieße als Mitarbeiter des Freizeitamtes. Mit drei Gruppen, die sich im großen Saal der Stadthalle abwechselten, war man damals angefangen, heute begeistern alljährlich zehn Gruppen die Gäste in allen Räumen.
Ob Swing, Mainstream, Boogie Woogie, Dixie, Hotjazz, Zydeco, Salsa, Rhythm’n’Blues oder Rock’n’Roll: Es war auch heuer wieder alles dabei, was zu einer fetzigen Jazzbandball-Nacht gehört. Mit der Bigband der Uni und „Rickbop & the Hurricanes“, einer verrückten Power-Truppe aus Bamberg, hatten die Organisatoren auch wieder zwei Nachwuchs-Gruppen die Möglichkeit gegeben sich zu präsentieren. Überhaupt sei der Erfolg des Balls die Mischung der verschiedenen Stilrichtungen, sagt Heidrich. Auch wenn experimenteller Jazz nicht möglich ist bei so einem Ball, die Musik ist doch vom Allerfeinsten und so geballt sonst nirgends zu hören, weil auf mindestens zwei der drei Bühnen in der Stadthalle immer Highlife ist.
Dass ihr Markenzeichen vor allem Zydeco, Cajun und Tex-Mex mit Waschbrett und Akkordeon ist, zeigte die Niederländische Band „Swamp“, das Sextett „Conexión“ brachte unter anderem gefühlvolle und mitreißende Klassiker aus Lateinamerika, und das Jens Wimmers Trio ließ die Zwanziger und Dreißiger Jahre wieder aufleben. Laurel Hardy’s Marching Band hatte schon am Eingang die Gäste begrüßt und zog später durch alle Räume. Temperamentvoll ging es sowohl im Foyer als auch im Kleinen Saal bei der Franconian Jazzband zu, die die Lebensfreude der Menschen in den USA in den zwanziger Jahren verkörperte.
Die Gäste waren begeistert, tanzten unaufhörlich und flippten manchmal förmlich aus. Vor den Bühnen war ein solches Gedränge, dass man an die Bergkirchweih erinnert wurde. Die meisten Jazzbandball-Fans hatten sich zudem bunt und ideenreich verkleidet. Dabei war der Jazzbandball ursprünglich gar nicht als Faschingsveranstaltung geplant gewesen. Doch im Laufe der Jahre ist die Veranstaltung ganz von selbst zu einem Faschingsereignis mutiert, das seinesgleichen sucht in der Republik. Die Schlümpfe, Sträflinge, Clowns und Prinzessinnen, aber auch die „echten“ Schönheiten sollten eigentlich morgens gegen zwei Uhr mit groovenden Memphis-Sound von der Band „The Magictones“ aus der Halle gelotst werden. Aber die wollten partout nicht gehen.

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