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Vom Pokern um Punkte ins Casino des Lebens

Größter Abi-Jahrgang in der Geschichte des Gymnasiums Eckental verabschiedet - 05.07.2017 10:36 Uhr

Getreu dem diesjährigen Abi-Motto „Gepokert wird um jeden Punkt“ ließ der stellvertretende Schulleiter Burkard Eichelsbacher Absolventen Spielkarten ziehen. © Isabel Krieger


Der größte Jahrgang in der Geschichte des "GymEck" war zugleich der 7. Jahrgang des achtjährigen Gymnasiums. Mit einem Gesamtdurchschnitt von 2,35 belegten die Absolventen einen mittleren Platz unter den bisher 15 Abschlussjahrgängen in Eckental. Mit Spitzendurchschnitten von vier Mal 1,0, ein Mal 1,1 und vier Mal 1,2 waren heuer neun Schüler äußerst erfolgreich im Wettlauf um die meisten Punkte. Nicht nur deshalb hatten die Abiturienten wohl auch das Motto "AbiVegas- Gepokert wird um jeden Punkt" gewählt.

So voll war die Aula des Eckentaler Gymnasiums bei einer Abiturfeier noch nie: Viele Eltern und Angehörige mussten diesmal auf die Galerie ausweichen, um die Überreichung der Abiturzeugnisse und die Reden nicht zu verpassen, denn der rechte Stuhlblock vor der Bühne war in diesem Jahr fast vollständig mit Absolventen besetzt.

Humorvolle Hochrechnung

Dabei dominierte in den Reihen eindeutig die Weiblichkeit, nicht nur was die Roben anging: 84 Mädchen und 56 Jungen haben am GymEck 2017 ihr Abi gebaut, was Oberstufenkoordinatorin Herta Herbert zu einigen humorvollen Hochrechnungen und Mutmaßungen in Sachen Geschlechterverhältnis veranlasste. Ebenso humorvoll bürstete Schulleiter Friedrich Arnet das Abimotto "Gepokert wird um jeden Punkt" gegen den Strich: Der Jahrgang 2017 sei der erste, der die Basis seines Erfolges "offen lege", meinte Arnet.

Es beschleiche das Kollegium und ihn schon seit Jahren immer wieder Mal der Verdacht, "dass gepokert wird". Dabei gestand der Schulleiter den Absolventen aber durchaus zu, dass Pokern nicht nur Zocken ist, sondern auch Abwägen und Urteilsvermögen, Fähigkeiten, die auch der Lehrplan des bayerischen Gymnasiums fördern soll. Insofern sei alles in Ordnung. Wichtig sei aber, dass im Leben grundsätzlich mehr "Sein als Schein" gelte.

Zum Abschied bekamen die Absolventen nicht nur das Reifezeugnis, sondern auch eine Pokerkarte von der Schule. Die Gemeinde Eckental, vertreten durch Bürgermeisterin Ilse Dölle und Gemeinderäte, überreichte den Schülern einen "Eckental-Chip", so dass dem Besuch im Casino des Lebens nun nichts mehr im Wege steht. Die Bürgermeisterin, diesmal in einer Doppelrolle als Gemeindeoberhaupt und Mutter eines der Absolventen, wünschte den Abiturienten bezogen auf das Abimotto, dass sie "Mut beim Spiel des Lebens" haben: "Denn wer nicht wagt, der nicht gewinnt". Ein "planbares" Leben gebe es nicht, meinte Dölle. Vieles verändere sich, manches Mal müsse man auch wieder neu beginnen. Es sei aber nicht schlimm, sich im Leben etwa beruflich noch einmal anders zu entscheiden.

Das betonte auch Landrat Alexander Tritthardt: Die Absolventen seien heute viel jünger als früher, sie könnten es sich leisten, auch noch mal einen anderen Weg einzuschlagen, wenn sie merkten, dass der Gewählte nicht der Richtige sei.

Beste Wünsche kamen auch vom Elternbeirat, vertreten durch Heidi Stammberger. Die Abiturrede hielten in diesem Jahr Nina Endlinger und Sascha Klimas. Ihr Fazit: Es war eine schöne gemeinsame Zeit am "GymEck".

  

ik

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