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Was feucht ist, friert bei zweistelligen Minustemperaturen, wie sie in den letzten zwei Wochen auch in Erlangen herrschten, zu mehr oder weniger stabilen Eisklumpen. Dadurch wird die Biomüll-Abfuhr zum Problem: „Der Müll klebt förmlich in der Tonne fest“, weiß Gabriele Totzauer, Leiterin der städtischen Abfallwirtschaft.
Die Abfuhrteams würden die Tonnen ruckartig kippen und so stark schlagen, dass das durch die Kälte spröde Plastik reißt — „und trotzdem bleibt Bioabfall zurück“, sagt Gabriele Totzauer. Aus diesem Grunde habe man derzeit die Biomüllabfuhr für eine Woche ausgesetzt. Es gibt durchaus Tricks, wie das Festfrieren des Mülls vermieden werden kann: „Wenn man auf den Boden der leeren Tonne Bäckertüten oder Knüllpapier legt, löst sich der Müll leichter“, führt Totzauer aus.
Der Restmüll wird im Erlanger Stadtgebiet normal abgefahren. „Bei zweiwöchigem Leerungsrhythmus würde sich zu viel ansammeln, außerdem sind Restmülltonnen nicht so schwierig zu leeren“, betont die Entsorgungs-Expertin. Dennoch haben viele Mitarbeiter der Abfallwirtschaft sich frei genommen und „feiern ihren Resturlaub ab“, wie Totzauer erzählt.
Kältezuschläge für Müllmänner, wie sie andernorts von den Gewerkschaften gefordert werden, seien in Erlangen „derzeit kein Thema“, so Totzauer. Was auch damit zusammenhängt, dass hier die Quecksilbersäule bis dato deutlich über 20 Minusgraden verharrte, wahrhaft „sibirische“ Temperaturen also noch ausblieben.
Für spiegelglatte Straßen und Gehwege ist die Großwetterlage dennoch gut. Grundstücksbesitzer, die ihrer Räum- und Streupflicht nicht nachkommen, können bekanntlich zur Kasse gebeten werden, wenn jemand auf ihrem Grund und Boden stürzt und sich dabei verletzt.
Erfahrungsgemäß häufen sich gerade in den Wetter-Übergangsphasen die auf Eisglätte zurückzuführenden Knochenbrüche. Umso erstaunlicher, dass die von Professor Friedrich F. Hennig geleitete Unfall-Ambulanz des Erlanger Universitätsklinikums „ganz normales Wintergeschäft“ ohne erhöhtes Bruchaufkommen meldet, wie Klinikums-Pressesprecher Johannes Eissing auf Nachfrage berichtete. „Normales Geschäft“ bedeutet in diesem Zusammenhang drei bis vier Knochenbrüche pro Tag. Bei niedergelassenen Orthopäden waren die Wartezimmer gestern dennoch gestopft voll, wie ein Unglücksrabe, der sich morgens selber die Hand gebrochen hatte, dieser Zeitung mitteilte.
Immerhin sollen sich die Temperaturen für den Rest der Woche tagsüber im einstelligen Minusbereich einpendeln und nachts nicht mehr unter minus zehn Grad sinken. Allerdings steigt dadurch die Schneefall-Wahrscheinlichkeit wieder an.
