|
Anmeldung
Diese Funktion steht nur registrierten Usern zur Verfügung.
Loggen Sie sich bitte hier ein oder registrieren Sie sich kostenlos! |
![]() |
Passwort vergessen
Wenn Sie Ihr Passwort vergessen haben können Sie hier ein neues Passwort anfordern. Geben Sie bitte hierzu Ihre E-Mail-Adresse ein!
|
Im wahrsten Sinne des Wortes war gestern die Hölle los in Neunkirchen, als dort mit dem Faschingsumzug des NCV das wohl größte Event des Jahres im Ort über die Bühne ging. Weit über die Grenzen der Marktgemeinde hinaus bekannt ist dieser Gaudiwurm, der 1969, dem Gründungsjahr des NCV, erstmals von den damals 13 Aktivitäten durchgeführt worden war. Die altehrwürdige, dampfende Seku fährt seitdem als Lokomotive vorneweg, und ganz zum Schluss kommen die Gruppen des NCV, die heuer auch wieder die Weltpolitik aufs Korn genommen hatten.
Der Euro und die Griechenlandrettung waren Thema beim NCV, und zwei Narren hatten sich sogar die Masken von Angela Merkel und Nicolas Sarkozy vors Gesicht gebunden und grüßten freundlich in die Menge. Am Elferratswagen klebte Onkel Dagobert, und es wurde gefragt: „Wer rettet uns?“. Die Langensendelbacher „Wilden Hühner“ hatten sich ohnehin das Jahresmotto „Weltraum“ vorgenommen — entsprechend verkleidet kamen sie daher. Und weil der Schweinemastbetrieb bei ihnen geplant ist, wollten sie den gleich noch dorthin schießen, während sich ihre musizierenden Mannsbilder Schweinemasken aufgesetzt hatten. Die neuen Orgelpfeifen der Kirche St. Michael hatte sich der Heimat- und Trachtenverein aufs Korn genommen. Die würde man am liebsten zurückgeben, weil sie wohl nichts taugen, und darum kamen sie gleich selbst als Orgelpfeifen daher.
Und weil die Adventsbeleuchtung im letzten Jahr so mickerig ausgefallen war, meinten die Jugendlichen vom „Appendix“: „In Neikergn gehen die Lichter aus“. Auch die Kolpingjugend ging kritisch zu Werke und geißelte den „iPott“. „Kein Wunder dass man nur noch Sch*** hört“, hatten sie auf einen Handwagen geschrieben, auf dem ein junger Mann auf dem Klo saß. Darüber, dass die Kirche angeblich Geld sparen und darum das Essen für die Senioren und den Kindergarten aus Heroldsberg anstatt aus der Heimatgemeinde holt, schimpfte der Sängerkranz „Cäcilia“. Um zu beweisen, dass das auch anders geht, verteilten die Sänger heiße Würstchen an die Narren am Straßenrand.
Überhaupt gab es viel zu erhaschen, wenn man die Arme ausstreckte und fleißig „Selau“ rief. Denn allein der NCV, dessen 400 Mitglieder den Faschingszug komplett aus der Vereinskasse finanzieren, hatte 500 Kilogramm Süßigkeiten, 2100 Brezen und 1000 geräucherte Leberwürste dabei und feuerte sie unters Volk. Dazu gab es reichlich Frühlingsblumen und Küsschen, sodass niemand zu kurz kam auf der gut zwei Kilometer langen Strecke, die der Gaudiwurm durch die Marktgemeinde kroch.
