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Wird Bubenreuther Geigenbauersiedlung Sanierungsgebiet?

Noch konnte sich der Gemeinderat in der Frage nicht einigen - 16.11.2017 19:00 Uhr

Die Geigenbauersiedlung — hier die Damaschkestraße — soll eines von zwei Untersuchungsgebieten in Bubenreuth werden, um daraus vielleicht ein Sanierungsgebiet zu machen. © Klaus-Dieter Schreiter


Ziel der Festlegung von Sanierungsgebieten ist es unter anderem, die dortigen Wohn- und Arbeitsbedingungen zu verbessern und den Strukturwandel beispielsweise bei der gewerblichen Wirtschaft durch städtebauliche Maßnahmen zu begleiten. Dafür wolle man "das Brennglas schärfer stellen", um sich die Gebiete genauer anzusehen, die als Sanierungsgebiet infrage kommen, erläuterte der geschäftsführende Beamte der Gemeinde, Helmut Racher. Als Untersuchungsgebiete und dann vielleicht auch Sanierungsgebiete sind vorgesehen Bubenreuth Nord von der sogenannten Vogelsiedlung bis über die Hauptstraße hinaus sowie Bubenreuth Süd, das im Wesentlichen die Geigenbauersiedlung beinhaltet.

Soziales und Klima

Im Untersuchungsgebiet Nord sollen insbesondere soziale Infrastruktureinrichtungen geschaffen und Belange des Klimaschutzes berücksichtigt werden. Das bedeutet vor allem eine Verbesserung des Wohnbaubestands, auch unter Berücksichtigung der Wohnbedürfnisse älterer Menschen. In der Geigenbauersiedlung geht es unter anderem darum, die nicht mehr den heutigen Bedürfnissen entsprechenden Wohn- und Arbeitssituation zu verbessern. So gibt es dort beispielsweise Konfliktpotenzial zwischen Gewerbe und Wohnen, und auch die Nahversorgung ist kaum noch vorhanden. Auch die Situation des ruhenden und fließenden Verkehrs soll verbessert werden.

Es sei offenkundig, dass in beiden Gebieten Handlungsbedarf bestehe, erläuterte Racher. Die beiden Ortsteile würden zumindest in Teilbereichen städtebauliche, bauliche und infrastrukturelle Mängel aufweisen, und darum bestehe umfangreicher Entwicklungsbedarf. Mit dem Förderprogramm "Soziale Stadt" könnten dann Maßnahmen zur Stabilisierung und Aufwertung gebündelt und gefördert werden.

Zur Vorbereitung müssen entsprechend dem Baugesetzbuch aber erst einmal die Gebiete offiziell festgelegt werden. Ist das geschehen, seien die Bewohner darin verpflichtet, Auskunft über beispielsweise die persönlichen Lebensumstände im sozialen und wirtschaftlichen Bereich, die Wohnbedürfnisse und den Wohnstandard, die bereits getätigten Sanierungen und die Erwerbs- und Familienverhältnisse zu geben, erläuterte Bürgermeister Norbert Stumpf. Wolfgang Meyer (FW) befürchtet, dass die Rechte der Bürger eingeschränkt werden könnten. "Bei den Menschen gibt es einen Aufschrei, wenn sie plötzlich in einem Sanierungsgebiet wohnen", meint er mit Verweis auf andere Sanierungsgebiete in der Republik, wo es meist um die Sanierung von sogenannten "Glasscherbenvierteln" geht. Auch Christian Dirsch (Grüne) sieht das Vorgehen kritisch. Es gebe andere Gebiete, die man angehen könne, meinte er.

Chancen gesehen

Die CSU-Fraktion und die SPD-Fraktion sehen die Einführung von Sanierungsgebieten eher positiv, zumal dann bei Sanierungsmaßnahmen Förderungen möglich sind. So sieht Christian Pfeiffer (SPD) die geplante Untersuchung in den beiden Gebieten als "ausgesprochen sinnvoll" an, und auch Tassilo Schäfer (CSU) verweist wie Gabriele Dirsch (Grüne) vor allem auf die Entwicklungschance für die Geigenbauersiedlung, zumal es offenbar bereits Anfragen für Sanierungen gebe. Die Mitglieder aller Fraktionen haben erkannt, dass es noch erhebliche Verständnisprobleme bei fast allen Gemeinderäten darüber gibt, was es heißt, Sanierungsgebiete auszuweisen.

Darum folgte man dem Vorschlag von Johannes Karl (SPD), "den Wissensstand aller Fraktionen auf einen Stand zu bringen". Aus diesem Grund sollen Vertreter der Regierung von Mittelfranken am 30. November in das Rathaus kommen, um zu erläutern, was die Ausweisung von Sanierungsgebieten in Bubenreuth bedeutet und welche Vorteile das bringt. Über das Thema soll dann in einer der nächsten Sitzungen entschieden werden. 

KLAUS-DIETER SCHREITER

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