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Zuhause für alle im "modernsten Pflegeheim" in Erlangen

2019 steht eine Neuerung an: Der Spatenstich beim Waldkrankenhaus - 24.06.2018 06:00 Uhr

Mehr Einzelzimmer und Wohngruppenkonzepte: Das Waldkrankenhaus bekommt ein neues Pflegeheim. © Foto: Pfrogner


Frau Sakwe Nakonji, die Malteser kündigen an, dass sie das modernste Pflegeheim Erlangens bauen werden. Was genau wird daran so modern sein?

Das Bauvorhaben wird von den Behörden abgenommen, wenn es den momentan geltenden Normen entspricht. Es hat da in den letzten Jahren sehr große Veränderungen gegeben. Im baulichen Bereich geht es darum, wie groß die Zimmer für die Bewohner sind, wie hoch der Anteil an Einzelzimmern ist, ob das Gebäude rollstuhlfähig und behindertengerecht ist. Diese Themen sind in eine neue Gesetzgebung eingeflossen, und gerade bei einem Neubau sind natürlich alle diese Vorgaben umzusetzen. Das führt dazu, dass logischerweise die neue Einrichtung, die dann entsteht, auch die modernste im Sinne der Erfüllung der Anforderungen ist.

Das heißt im Gegenzug, dass die älteren Einrichtungen nachziehen müssen?

Ja, da gibt es ein Abfrageverfahren, das von der Fachstelle für Pflege und Behinderteneinrichtungen − Qualitätsentwicklung und Aufsicht (FQA) schon durchgeführt wurde. Wenn eine Einrichtung vor zehn oder 15 Jahren mit den damaligen Vorgaben gebaut wurde, dann entspricht sie unter Umständen nicht den aktuellen Anforderungen. Es wird dann abgewogen, ob die Anpassungen zumutbar sind. Das trifft aber nicht nur auf unsere Einrichtungen zu, sondern auch auf die anderen. Wir haben aber bislang noch keinen Bescheid von der FQA erhalten.

Um noch einmal auf das künftige Pflegeheim zu sprechen zu kommen: Können Sie uns schon eine Vorstellung vermitteln? Wie wird die Einrichtung beschaffen sein?

Freut sich auf die neue Einrichtung: Anja Sakwe Nakonji. F: Roggenthin


Wir werden auf jeden Fall betreutes Wohnen und stationäre Pflege verzahnen. Das ist nicht neu, das gibt es schon in Einrichtungen in Erlangen. Wir planen einen Schwerpunktpflegebereich zu integrieren, weil auch hier der Bedarf immer mehr wächst und bestimmte Formen der Versorgung bislang nicht ausreichend berücksichtigt wurden. Zudem werden wir mehr Einzelzimmer haben, weil das für die Bewohner mehr Privatsphäre bietet. Wir denken dabei nicht nur über Schwerpunktpflege nach, sondern auch über Wohngruppenkonzepte für demenziell veränderte Bewohner, damit sich alle mehr zuhause fühlen.

Das heißt aber nicht, dass es eine einzige Schwerpunktgruppe mit Menschen mit Demenz geben wird, sondern unterschiedliche pflegerische Schwerpunktgruppen?

Ja natürlich. Ich habe schon mit Vertretern der Stadt gesprochen — mit Experten, die sich mit dem Gesamtbild in der Versorgungsstruktur der Pflege in Erlangen beschäftigen. Da gibt es verschiedene Gruppen von Betroffenen, wie zum Beispiel jüngere pflegebedürftige Menschen. Wir werden also in einem Abstimmungsprozess mit der Stadt Erlangen und den Pflegekassen definieren müssen, was tatsächlich in Erlangen das Versorgungsangebot gut ergänzt.

Was meinen Sie damit?

Man denkt ja beim Thema Pflege zunächst ganz klassisch an Menschen, die Mitte 80 sind. Aber es gibt auch andere, die in jüngeren Jahren pflegebedürftig wurden, wie zum Beispiel durch einen Unfall oder durch eine Erkrankung. Aber die genaueren Planungen werden erst in den nächsten Monaten in Abstimmung mit der Stadt abschließend geklärt.

  

Interview: EVA KETTLER

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