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Zuschüsse für Neubau um ein Vielfaches höher

Sanierung der denkmalgeschützten Mühlbrücke käme die Gemeinde teuer zu stehen - 09.07.2012

UTTENREUTH  - Einmal mehr musste sich der Utteneuther Gemeinderat mit der maroden Mühlbrücke in der Maria-Gebbert-Straße befassen, die, wie Anfang letzten Jahres festgestellt worden war, baufällig zu werden droht.

Die denkmalgeschützte Mühlbrücke ist marode. Der Gemeinderat diskutiert, was sinnvoller ist, eine Sanierung oder ein Neubau. Einem Abriss will die Denkmalschutzbehörde nicht zustimmen.
Die denkmalgeschützte Mühlbrücke ist marode. Der Gemeinderat diskutiert, was sinnvoller ist, eine Sanierung oder ein Neubau. Einem Abriss will die Denkmalschutzbehörde nicht zustimmen.
Foto: Harald Hofmann
Die denkmalgeschützte Mühlbrücke ist marode. Der Gemeinderat diskutiert, was sinnvoller ist, eine Sanierung oder ein Neubau. Einem Abriss will die Denkmalschutzbehörde nicht zustimmen.
Die denkmalgeschützte Mühlbrücke ist marode. Der Gemeinderat diskutiert, was sinnvoller ist, eine Sanierung oder ein Neubau. Einem Abriss will die Denkmalschutzbehörde nicht zustimmen.
Foto: Harald Hofmann

Da für die denkmalgeschützte Sandsteinbrücke nach Auffassung von Landratsamt und Denkmalschutzbehörde kein Abriss in Frage kommt, beauftragte die Gemeinde das Nürnberger Ingenieurbüro Schwarzmann und Göller mit der Prüfung und Planung verschiedener Varianten: Sanierung der bestehenden Brücke mit einer künftigen Belastbarkeit von 30 Tonnen, oder aber Neubau neben der bestehenden Brücke.

In der Sitzung im Mai 2011 hatten die Planer den Neubau auf der Westseite im Bereich der bestehenden Geh- und Radwegbrücke als beste Lösung vorgeschlagen, gegen eine Sanierung mithilfe eines stützenden Betonkeils spreche die Kostenunsicherheit, zumal der Erhalt des Sandsteins und des Fundaments laufende Kosten verursache. Am sinnvollsten erschien, da mit 40 bis 50 Prozent staatlichen Fördergeldern zu rechnen sei, der Bau einer zweispurigen, mindestens 5,50 Meter breiten Brücke mit einer Tragfähigkeit von 60 Tonnen.


Ähnlich sah dies der Gemeinderat und stimmte für die Planung des Neubaus, dessen Kosten die Planer auf 250000 Euro schätzten, weitere 50000 Euro müssten für die Grundsanierung der alten Brücke aufgewendet werden, um diese für Fußgänger und Radfahrer nutzbar zu machen. Als Pferdefuß allerdings entpuppte sich die angrenzende Wiese, deren Eigentümer es ablehnte, die benötigten 700 Quadratmeter abzugeben. Weitere erfolglose Gespräche bezüglich eines Abrisses der Mühlbrücke mit der Denkmalschutzbehörde folgten, der Vorschlag der Planer, östlich der Brücke neu zu bauen, fand im Gemeinderat keine Zustimmung.

Genaue Kosten unklar

In der Sitzung im Februar 2012 schließlich lag dem Gemeinderat ein Sachstandsbericht vor: kein Abriss in Aussicht, Kostenschätzungen von 410000 Euro für eine Sanierung der Mühlbrücke bei einem Zuschuss von 30000 Euro und von 390000 Euro für einen Neubau auf der Ostseite bei einer möglichen Förderung von 40 bis 60 Prozent. Unklar blieben dabei die Kosten für die nötige Verlegung der Gasleitung und die Anpassung der Wegeführungen.

Der Gemeinderat bat die Verwaltung, alle Kosten für die Neubauvariante zu ermitteln und parallel nochmals Gespräche mit der Denkmalschutzbehörde bezüglich eines Abrisses zu führen.

Dies habe zu nichts geführt, ein Abriss werde der Gemeinde nicht in Aussicht gestellt, teilte nun Bürgermeister Karl Köhler mit.

In der anschließenden Diskussion wurden nochmals bekannte Argumente ausgetauscht und Positionen bezogen. Keine Möglichkeit, sich über die Entscheidung des Landratsamts hinwegzusetzen sah Jutta Ledertheil (SPD), aber: „Mir fehlen genaue Unterlagen über die Sanierung, weil ein Neubau forciert wurde.“ Wolfgang Haberzettl (CSU) wiederum plädierte für Abbruch und Neubau: „Man muss verhandeln und kämpfen“.

Genaues Abwägen

Wolfgang Hirschmann (Grüne) wiederum könnte sich mit einer Sanierung anfreunden, gab allerdings die lange Bauzeit zu bedenken und sah den Gemeinderat vor einer „richtungsweisenden Entscheidung, die uns viel Geld kosten wird“. Sascha Dentler (CSU) möchte auf die Zuschüsse für einen Neubau nicht verzichten, schlug aber vor, noch einmal alle Kosten nebeneinander zu stellen und abzuwägen.

Eben über diese herrschte im Gremium Unklarheit, zumal einigen Räten diese offenbar neu waren. Einig aber war man sich im Unverständnis darüber, das nur ein Neubau zuschussfähig ist, für eine Sanierung jedoch keine Zuwendungen fließen sollen. Dem Gemeinderat werden nun weitere Unterlagen für eine eventuelle Sanierung vorgelegt werden, dazu Kostenberechnungen für die zu prüfenden Varianten. Auch ein möglicher Abriss ist nicht vom Tisch, man setzt auf weitere Verhandlungen und in einer der nächsten Sitzungen soll ein Vertreter der Denkmalschutzbehörde dem Gemeinderat Rede und Antwort stehen.

  

HARALD HOFMANN


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