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Bekannt wurde die Fahndung durch eine der Mütter, die einen Suchaufruf im Internet über das soziale Netzwerk Facebook gestartet hatte. „Wir haben bislang bewusst keine Öffentlichkeitsfahndung gestartet“, erklärte Reinhold Scholl, Chef der Polizeiinspektion Ebermannstadt auf Nachfrage. Ein Verbrechen schließen die Beamten bislang aus.
Eines der Mädchen ist nicht zum ersten Mal ausgebüxt. Bereits im Sommer war die 14-Jährige verschwunden, wurde später in Nürnberg bei einem Freund angetroffen.
Es gilt als wahrscheinlich, dass sich die Ausreißer, die in Ebermannstadt zur Schule gehen, erneut im Umfeld des Freundes aufhalten. „Wir wissen, dass sich die Jugendlichen im Großraum Nürnberg befinden“, erklärt Reinhold Scholl. Die Kollegen in Nürnberg seien benachrichtigt.
Die 14-jährige mehrfache Ausreißerin stammt auch aus Nürnberg, ihre ein Jahr ältere Freundin kommt laut Polizeiaussagen aus Erlangen. In so einem Fall überlege man genau, ob man die Öffentlichkeit informiere, so Scholl. Schließlich gehe es um Jugendliche, die man durch die Fahndungsfotos und den Aufruf nicht unnötig bloßstellen wolle.
Das selbst gefertigte Fahndungsplakat einer der Mütter, das in einigen Geschäften in Forchheim aushängt, will der Polizeichef deshalb nicht kommentieren.
Beide Mädchen wurden von den jeweiligen Jugendämtern in Absprache mit ihren Eltern vor einiger Zeit in der Jungen Lebensgemeinschaft (Jule) Unterleinleiter, einem Heilpädagogischen Kleinstheim für Kinder und Jugendliche untergebracht.
In den zwölf Jahren seitdem die Einrichtung in Unterleinleiter existiert, ist ein solcher Fall noch nicht aufgetreten, sagt Jule-Geschäftsführerin Ulrike Brietz. Ob die Mädchen wieder nach Unterleinleiter zurückkehren ist unklar. Sobald die Polizei das Duo gefunden hat, wird es wohl ein Krisengespräch mit Eltern und den zuständigen Jugendämtern geben und danach entschieden, was weiter passiert, so Brietz.
