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Sonntag, 23.09.2018

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Exklusive Immobilie: Tucherschloss in Feucht wird verkauft

Renaissance-Schloss in der Hauptstraße steht zum Verkauf - 17.07.2018 12:22 Uhr

Etwa drei Millionen Euro soll das Tucherschloss in Feucht kosten. © Alex Blinten


Der Feuchter Architekt Fred Brunner hat das 1591/92 erbaute Schloss 1991 gekauft und über Jahre aufwändig renoviert. 2003 wurden die Arbeiten abgeschlossen, die sich an den strengen Vorgaben des Denkmalschutzes orientieren mussten. Einfach war das seinerzeit nicht, weil Brunner für das Gebäude eine komplette Innendämmung vornahm und dafür sorgte, dass das Tucherschloss zeitgemäß beheizt werden kann. 

Gastronomische Tradition

Das Erdgeschoss hatten in den vergangenen Jahren wechselnde gastronomische Betriebe gepachtet und knüpften damit an die Wirtshaus-Tradition des Gebäudes an. Dem Erbauer des Tucherschlosses, Herdegen Tucher, diente das Erdgeschoss, die spätere Gaststätte, als repräsentative Eingangshalle, die weder beheizt, noch bewohnt wurde. 

Bis 1832, dem Todesjahr von Jakob Gottlieb Friedrich Tucher, blieb das Schloss im Besitz der Patrizier-Familie, die es regelmäßig für Sommeraufenthalte auf dem Land nutzte. 1833 ersteigerte der Feuchter Gastwirt Johann Pfann das Schloss und richtete darin erstmals eine Wirtschaft ein. Im 19. Jahrhundert folgten rasche Besitzerwechsel, bevor das Schloss mit dem Erwerb durch Johann Herdegen im Jahr 1909 wieder über längere Zeit im Besitz einer Familie verblieb.

Umbau wäre sehr teuer

Ein Gebäude mit langer Geschichte also, müsste da nicht umgehend die Marktgemeinde zuschlagen und kaufen? 25 Zimmer auf fünf Stockwerken, dazu 14 Stellplätze für Pkw – bietet sich das nicht ideal für eine öffentliche Nutzung an? Nur dann, wenn sehr viel Geld in die Hand genommen wird.  Insider warnen vor einem Kauf des Tucherschlosses durch die Kommune. Bevor das historische Gebäude nämlich öffentlich genutzt werden könnte, müsste es den Brandschutzanforderungen genügen. Die Umbauten wären immens teuer, möglicherweise müsste außen ein neues Treppenhaus oder ein Aufzug angebaut werden. Hinzu kämen weitere Anpassungen im Inneren. Die Kosten für den Umbau kämen dann zu den drei Millionen Euro hinzu, die die Eigentümerin des Schlosses bei einer Veräußerung verlangt.

Gemeinderat hat sich noch nicht damit befasst

Dieser Preis war seinerzeit auch auf der Webseite der Immobilien-Makler genannt, die den Verkauf der historischen Immobilie übernommen haben. Inzwischen heißt es auf der Seite nur noch, dass der Preis auf Anfrage genannt wird. Der Feuchter Marktgemeinderat hat sich bislang noch nicht mit der Angelegenheit befasst, lediglich innerhalb der Fraktionen haben die Bürgervertreter über das zum Verkauf stehende Schloss gesprochen. 
Eine Tendenz, dass die Marktgemeinde hier unbedingt zuschlagen sollte, gibt es nicht. 

Andrea Stuhl aus Schwarzenbruck, Ex-Ehefrau von Architekt Fred Brunner und jetzige Eigentümerin des Schlosses, lässt eine telefonische Nachfrage der Redaktion unbeantwortet, ob sie in Sachen Verkauf Kontakt mit der Marktgemeinde hatte. 

Eine öffentliche Nutzung ist also nur mit teuren Umbaumaßnahmen möglich. Bleibt als Alternative die private Wohnnutzung. Hier setzen die Makler auf ein betuchtes Klientel, das Wert auf repräsentatives Ambiente legt.  

Alex Blinten

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