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Faberschloss gehört zu besten Pflegeheimen Deutschlands

Mehrere Einrichtungen in der Region erhalten gute Bewertung - 06.08.2018 07:59 Uhr

Freuten sich gemeinsam über die gute Bewertung: (v. l.) Einrichtungsleiter Herbert Müller, Pflegedienstleiterin Tatjana Dewers und Markus Friedl, Vorstandsmitglied der AWO Nürnberger Land. © Blinten


Die im Burda-Verlag erscheinende Zeitschrift Guter Rat hat alle Alten- und Pflegeheime in Deutschland unter die Lupe genommen und jetzt die Spitzenreiter veröffentlicht. In der Region sind das Faberschloss und das Sigmund-Faber-Heim in Hersbruck die einzigen Einrichtungen mit der hervorragenden Bewertung.

Es gibt zwar immer wieder Schlagzeilen über Pflegeheime mit überforderten Betreuern, schlechtem Essen und mangelnder Hygiene, die dafür sorgen, dass die Einrichtungen im allgemeinen einen miserablen Ruf haben. In der überwiegenden Zahl der Heime freilich wird sorgfältig gearbeitet, und die Bewohner sind gut versorgt. Die Rechercheure von Guter Rat haben die Daten der deutschen Alten- und Pflegeeinrichtungen ausgewertet und insgesamt 1013 Heime herausgefiltert. Die damit vorliegenden Informationen dienen Menschen zur Orientierung, die für sich selbst oder für Angehörige ein gutes Heim suchen.

Schwierige Entscheidung

Eine optimale Einrichtung zu finden ist schwierig. Oft wird das Thema im Familienkreis verdrängt, bis es plötzlich gar nicht mehr geht und für die hilfsbedürftigen Angehörigen ganz schnell ein Heimplatz gefunden werden muss.

Bei Demenzkranken ist die Unterbringung in einem passenden Heim meist nicht zu vermeiden. Hier kann qualifiziertes Personal mit der Erkrankung professionell umgehen. Senioren mit körperlichen Gebrechen, die sich selbst nicht mehr helfen können, sind auch oft besser in Seniorenheimen als daheim aufgehoben. In einer Senioreneinrichtung sind sie mit Gleichaltrigen zusammen und finden Beschäftigung.

Welches Heim ist dafür das richtige? Wie ist die Versorgung? Welche Freizeitangebote gibt es? Und welche Einkaufsmöglichkeiten sind in der Nähe? Gibt es genügend Personal in der Einrichtung? Und – auch ganz wichtig: Ist der Eigenanteil von der Rente zu bestreiten, oder müssen die Kinder oder das Sozialamt noch Geld zuschießen? Viele Fragen müssen geklärt werden, wenn man für sich selbst oder für Angehörige einen Heimplatz sucht.

"Auf‘s Bauchgefühl verlassen"

Wer sich in seiner Umgebung danach umschaut, sollte sich auf pflege.de im Internet eine Checkliste herunterladen, mit deren Hilfe er keine Frage vergisst und anschließend aufgesuchte Heime vergleichen kann. Und in den Heimen, das empfiehlt Martin Grünitz, Regionalleiter des Pflegedienstbetreibers Korian, sollte man sich bei seinem Besuch auf das Bauchgefühl verlassen. Atmosphäre, Umgangston und gelassene Stimmung sind für Grünitz wichtige Kriterien. "Zuwendung, Aufmerksamkeit und Wertschätzung kann man sehen und fühlen", sagt der Korian-Regionalleiter im Interview mit Guter Rat.

Der MDK begutachtet regelmäßig die Pflege und die medizinische Versorgung in den Heimen, die Betreuung, die Alltagsgestaltung, das Wohnen, die Hygiene und die Verpflegung. Die Zeitschrift Guter Rat hat nun im Sonderheft "Deutschlands beste Pflegeheime" die Einrichtungen mit der Bestnote 1,0 aufgenommen, darunter die Schwarzenbrucker AWO-Einrichtung.

120 Plätze im Faberschloss

120 Heimplätze gibt es im Faberschloss der AWO, das sich laut Guter Rat unter anderem durch ein sehr hohes Serviceangebot in den Bereichen Wohnen, Heimausstattung und Ernährung auszeichnet. 90 Mitarbeiterinnen haben Einrichtungsleiter Herbert Müller und Pflegedienstleiterin Tatjana Dewers, die im Faberschloss dafür sorgen, dass neben allem anderen auch das Freizeitangebot stimmt.

Die Rechercheure von Guter Rat bewerten auch Lage und Ambiente der Heime. Hier ist das Faberschloss mit seinem Park, seinem Brunnen und den historischen Gebäuden unschlagbar.

In die Bewertung der Schwarzenbrucker Einrichtung fließen schließlich auch die Kosten ein. Die Autoren der Pflegeheimliste beziffern diese wie folgt: 642 Euro für Unterkunft und Verpflegung, 320 Euro Investkosten für ein Einzelzimmer und 743 Euro Eigenanteil.

Mehrere Heime in der Region mit guten Noten

Durchwegs gute Noten hat der MDK auch für die anderen Senioreneinrichtungen im Verbreitungsgebiet des Boten vergeben. So kann der Seniorenhof in Altdorf etwa mit 1,4 glänzen, wobei Heimleiterin Christa Wild besonders stolz darauf ist, dass es beim Punkt "Zufriedenheit der Heimbewohner" eine 1,0 gab. Das Rudolf-Scharrer-Heim in Mimberg erhielt die Gesamtnote 2,1. Mit 1,4 schneidet das Stephanus-Haus in Rummelsberg ab, das Senioren- und Pflegeheim Horänder in Winkelhaid bekommt vom MDK eine 1,7.

Mit der Bestnote 1,0 schließt regelmäßig das Haus Waldenstein in Altdorf ab, taucht aber nicht in der Liste der besten Pflegeheime Deutschlands auf. "Weil wir betreutes Wohnen anbieten und keine Pflegeeinrichtung sind", erläutert die Leiterin des Hauses, Susanne Haller. Das gilt auch für die beiden weiteren Einrichtungen der Diakonie, das Wilhelm-von-Petz-Haus in Schwarzenbruck, das vom MDK eine 1,6 bekommt und das Seniorenzentrum am Zeidlerschloss in Feucht, das mit 1,8 abschneidet.

  

Alex Blinten

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