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Donnerstag, 13.12.2018

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Kulturförderer Hans-Joachim Strauß feiert Halbrunden

Jubelfeier für den Pianist, Maler und Wahl-Feuchter zum 75. Geburtstag - 29.12.2017 16:37 Uhr

Kulturförderung war immer seine Berufung: Hans-Joachim Strauß. © Spandler


Dass er Klavier spielen kann, das bewies er an diesem langen Abend hinlänglich, aber das wusste man eh. Da er aber Mitbegründer des Bernstein Trios ist, das in den unterschiedlichsten Besetzungen den musikalischen Teil der Veranstaltung bestritt, saß er eben auch ständig auf dem Klavierhocker. Nur als eine lange Parade an Herzensdamen ihm zu den bekannten Klängen des Evergreens je eine Rose mit guten Wünschen überreichte, saß das Geburtstagskind auf der Bühne und ließ sich ein bisschen feiern.

Mit einer Ausstellungseröffnung in der Galerie Bernstein begann die Jubelfeier und fand aus Platzgründen im benachbarten Evangelischen Gemeindehaus seine Fortsetzung. Aufgrund der Popularität des Wahl-Feuchters, der sich mit seinen kulturellen Aktivitäten in der Marktgemeinde und weit darüber hinaus einen Namen gemacht hat, war der Saal mit Freunden, Bekannten, Künstlern, Feuchter Prominenz aus dem Kultur- und Gemeindeleben gut gefüllt. Denn Hans-Joachim Strauß war es, der sein Haus in der Fischbacher Straße mit dem Café Bernstein als kulturelle Heimat für Künstler fast jeden Genres zur Verfügung stellte, der zusammen mit etlichen weiteren Kulturbesessenen 2002 den Themenkunstverein als Kunstplattform und Netzwerk und Jahre später zusammen mit anderen Förderern das jährliche zweitägige Kulturfestival "Feucht kann Kultur" (FkK) gründete.

Große Wertschätzung für sein Engagement und gute Wünsche für die Zukunft wurden von allen Seiten an ihn herangetragen und Strauß wäre nicht Strauß, wenn er nicht für jeden ein paar schlagfertig-humorvolle Dankesworte parat hätte, so dass ihm gegen Ende des Abends immer häufiger die Stimme versagte, nicht (nur) aus Rührung, vor allem aus Heiserkeit. Da blieb dann zum Schluss nur noch die nonverbale Kommunikation, also doch wieder das Klavier.

Grüße von der Haus-Kapelle

Zu denjenigen, die musikalisch gratulierten, gehörten in erster Linie die Haus-Kapelle, das Bernstein Trio plus, mit den herausragenden Frontdamen Nathalie Haas und Jolanda Scheske sowie seinen wechselnden Instrumentalisten, aber auch Gäste aus dem Feuchter Musiker-Dunstkreis des Musikbund Feucht mit Dr. Birgit Friedel und Pavel Sandorf oder das Allzweck-Musiker-Ehepaar Bettina und Reinhard Ordner oder auch Horst Spandler, der ein eigens für Strauß komponiertes Ständchen präsentierte und den Jubilar zu einem Tänzchen animierte.

Dass das FkK-Team so kurz vor den Feiertagen mit einem Weihnachtsmedley dem Jubilar, der übrigens auch ein Youtube-Star ("Hans-Joachim Strauß: Ein Leben für Kunst und Kultur") ist, gratulierte, war natürlich Ehrensache. Ansonsten gab es vom ehemaligen Trio, das längst kein Trio mehr ist, gewohnte Qualität zu hören: jazzige Rhythmen, Blues, Soul, exzellenter Swing, Klezmer, Musical und Standards.

Zufrieden mit der Feier, vor allem aber mit dem Erreichten in seinem nun 75-jährigen Leben kann der Ex-Banker allemal sein. Mit der Gründung des Kunst-Cafés Bernstein hat er sich vor über 15 Jahren einen lebenslangen Traum erfüllt. Die Berufung zur Beschäftigung mit und Förderung von Kunst und Künstlern war bei ihm immer vorhanden, im Laufe der letzten 20 Jahre wurden mit der Schaffung der Räumlichkeiten und der Gründung der Kunst-Initiativen der Grundstein für ein umfangreiches Kulturnetzwerk gelegt.

Die Zahl der Veranstaltungen, die auf seine Initiative und die seines Teams zurückgehen, lässt sich längst nicht mehr nachvollziehen. Ungezählte Einzel- und Themenausstellungen hat der Kunstfreund, der selber eindrucksvolle expressionistische Bilder malt und ausstellt, organisiert, Konzerte der verschiedensten Stilrichtungen wurden veranstaltet, Vorträge, Lesungen, Theateraufführungen, Stummfilmabende mit Strauß am Flügel, Workshops wie Malklassen, Kurse in Akt- und Porträtmalerei, um die wichtigsten zu nennen.

Wichtig ist dem Urgestein des Feuchter Kulturlebens auch die Einstellung, dass die nebeneinander bestehenden diversen Kulturorganisationen nicht als Konkurrenz zu erleben sind, sondern als belebende und inspirierende Koexistenz. In diesem Sinn freut sich Strauß über die harmonische und fruchtbare Zusammenarbeit mit anderen Kunstmachern und -förderern, etwa der Volkshochschule und der Buchhandlung Kuhn, aber auch des Kulturkreises der Gemeinde. 

Gisa Spandler

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