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Saniertes Idyll: Weißenbrunner Naturbad wird neu eröffnet

125 Ehrenamtliche halfen - Gute Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Förderverein - 04.05.2012 22:09 Uhr

Das Weißenbrunner Naturbad kurz vor der Eröffnung. © Martina Rüsing


Ohne die intensive Zusammenarbeit der Gemeinde Leinburg und des Fördervereins Naturbad Weißenbrunn der Gemeinde Leinburg wäre die Sanierung der idyllischen Anlage nicht zu stemmen gewesen: Knapp 600.000 Euro kosten der Umbau des Beckens und die Neugestaltung der großen Außenanlagen.

Die Kommune deckelte ihre Ausgaben auf 400.000 Euro, den Rest musste der Verein selbst oder durch Sponsoren aufbringen - und diese Herkulesaufgabe ist nahezu gelungen. 50.000 Euro hat Schatzmeister Werner Dickas schon an die Gemeinde überwiesen, die gleiche Summe folgt Mitte Juni noch einmal.

Hinzu kommen etwa 1800 ehrenamtliche Arbeitsstunden, die Mitglieder allein an Wochenenden seit Anfang November bis heute leisteten. Lediglich eine kurze Winterpause wurde eingelegt, und auch an Ostern und dem Wochenende des Weißenbrunner Dorffestes ruhten die Arbeiten im Naturbad. 2. Vorsitzender Peter Dietl berichtet von zirka 125 Personen fast aller Altersgruppen, die sich tatkräftig einbrachten - auch unter der Woche.

Sie verlegten zum Beispiel Pflastersteine, säten Rasen an und setzten Wasserpflanzen, die für die biologische Reinigung sorgen. Sie schraubten die Planken für die Holzbrücke über dem Becken und montierten die seitliche Liegeplattform zusammen. Zum Teil kaufte der Verein das benötigte Material für all diese Arbeiten.

Auch nach der offiziellen Wiedereröffnung werden sich die Mitglieder weiterhin einbringen. So sieht eine Vereinbarung mit der Gemeinde vor, dass der Förderverein zum Beispiel die Pumptechnik mehrmals die Woche kontrolliert, die laufende Pflege der Pflanzen übernimmt und das Becken reinigt. Mit Unterstützung der Feuerwehr Weißenbrunn hat man das während der Bauarbeiten schon zwei Mal gemacht.

Doch das Engagement des Fördervereins allein würde noch nicht reichen. Neben Privatpersonen beteiligten sich etliche Firmen finanziell. Zuletzt die Bolta-Werke, die einen Teil der Holzbrücke bezahlten, und die Sparkasse Nürnberg, die Geld für einen Einstieg ins Becken zur Verfügung stellte.

Ein kräftiger Zuschuss über 52.000 Euro kommt vom Naherholungsverein Lorenzer Reichswald. An diesem Wochenende werden die Helfer wieder im Einsatz sein und noch ein paar Kleinigkeiten erledigen, damit am 12. Mai alles hergerichtet ist. Unter der Woche säuberten Bauhof-Mitarbeiter den Parkplatz und besserten den Zaun um das Bad aus.

Die ersten Schwimmer haben bereits ihre Bahnen im Becken gezogen. Sie spürten bereits die angenehmeren Wassertemperaturen. Die Regenerationsbereiche sorgen für eine stabile Wasserqualität ohne jegliche Chemie - und das alles bei freiem Eintritt, der auch nach der Sanierung beibehalten wird.

Das Becken mit barrierefreiem Einstieg, Nicht-Schwimmer-Bereich, Wasserrutsche und Sprunggrube ist durch die seitlichen Pflanzabschnitte etwas kleiner geworden, hat mit knapp 1000 Quadratmetern aber immer noch eine sehr große Nutzungsfläche. Neu ist ein Kinderbecken. In der Anlage gibt es auch ein Kneippbecken und ein Beach-Volleyballfeld.

Hier die Historie des Bads:

Bis 1947 war das Bad ein Feuerlöschteich. Ab 1947 bauten es Flüchtlingsfrauen auf den bisherigen Stand aus. Von 1947 bis 1977 betrieb die Gemeinde Weißenbrunn das Bad. Die Dorfbewohner halfen bei der jährlichen Instandsetzung im Frühjahr mit Unterstützung der Wasserwacht ab dem Jahr 1963 mit.

Um zirka 1976 wurde das Betriebsgebäude durch die Gemeinde Weißenbrunn erbaut, das Grundstück für das Gebäude wurde dafür von der Vierlingsgemeinde erworben. Nach der Eingemeindung betrieb die Gemeinde Leinburg ab 1978 das Bad und gestaltete es in ein öffentliches Badegewässer (frei zugänglich und ohne Eintrittsgebühren) um.

Um die vom Landratsamt vorgegebenen Wasserwerte zu erreichen, wurde das Wasser zeitweise handgechlort. Inzwischen ist und bleibt es ein reines Naturgewässer. Seit 2001 besteht der Pachtvertrag zwischen der Gemeinde Leinburg und der Vierlingsgemeinde als Eigentümer des Geländes. 

Martina Rüsing

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