Montag, 19.11.2018

|

Überfallener Imbiss-Besitzer kontert mit Dönermesser

"Mein Messer ist größer": Da bekam der Räuber Angst und wurde entwaffnet - 28.09.2017 10:13 Uhr

Durmus Ali Dag hat einem Räuber, der ihn in seinem Döner-Imbiss in der Bahnhofstraße in Ochenbruck mit einem Messer bedrohte und Geld forderte, die Stichwaffe abgenommen. © Blinten


"Der Mann hat zuerst einen Döner bestellt", erzählt der 37-jährige im Gespräch mit dem Boten. Als Dag dann am Freitagabend um 20.30 Uhr die Bestellung fertig gemacht hatte und sie seinem Kunden reichen wollte, hielt der ihm statt der Bezahlung ein Messer entgegen und verlangte den Inhalt der Kasse. Nein, sagt Dag, sein hart verdientes Geld habe er dem Räuber auf keinen Fall geben wollen. "Ich lege doch von allen vier Euro, die meine Döner kosten, etwas zurück." Und da kommt einfach so ein dahergelaufener Bursche und will jetzt die ganzen sauber verdienten Tageseinahmen.

Lächelnd deutet er auf sein 50 Zentimeter langes Döner-Messer. "Das habe ich ihm dann gezeigt und ihm gesagt, dass mein Messer größer ist als seins." Woraufhin es der Räuber dann offenbar mit der Angst zu tun bekam. Als Dag die Furcht im Gesicht des Täters sah, sprang er hinter seiner Theke hervor und packte den jungen Mann, es gab ein Gerangel, die beiden Kontrahenten stolperten aus den Imbissräumen ins Freie und Dag bekam das Messer des Räuber zu fassen, das er dann so weit weg schleuderte, wie ihm das während seines Kampfes mit dem Täter möglich war. Dag schüttelt den Kopf, wenn er an das Geschehen zurückdenkt. Seit sieben Jahren wohnt der Familienvater in Deutschland. Damals kam er mit seiner Frau nach Nürnberg, wo seine heute fünfjährige Tochter geboren wurde. Als er vor anderthalb Jahren den Imbiss in der Bahnhofstraße übernahm, hätte er im Traum nicht daran gedacht, dass hier einmal ein bewaffneter Räuber in seinem Laden auftauchen könnte. Ochenbruck – das ist doch nicht die Nürnberger Südstadt.

Nachdem vom gegenüberliegenden Lidl-Markt zwei Mitarbeiter hinzugekommen waren, die den Kampf auf dem Parkplatz bemerkt hatten, ließ Dag den jungen Räuber los. Der nutzte die Gelegenheit, rannte zu seinem Fahrrad und strampelte in Richtung Rummelsberg davon. Der Räuber ist zwischen 17 und 20 Jahren alt, etwa 170 cm groß, schlank und hat einen rötlichen Vollbart. Bekleidet war er mit grauer Jacke mit Reißverschluss und Kapuze, kariertem Schal und schwarzer Jogginghose mit Reißverschluss an der Seitentasche.

Jugendliche Täter, darauf weist Polizei-Pressesprecher Robert Sandmann im Gespräch mit dem Boten hin, sind sich meist nicht bewusst, welche Strafen sie erwarten. "Viele junge Leute können nicht unterscheiden zwischen Diebstahl und schwerem Raub." In letzterem Fall, wenn eine Waffe wie in Ochenbruck zum Einsatz kam, droht dem Täter eine mehrjährige Haftstrafe. Durmus Dag hat zwar großen Mut bewiesen, aber auch Glück gehabt, dass er unverletzt blieb. Er weiß das, will aber wieder so handeln, wenn ihn jemand mit einem Messer bedroht und Geld fordert. 

Alex Blinten

Seite drucken

Seite versenden


weitere Meldungen aus: Ochenbruck