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Sonntag, 20.05.2018

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Flüchtlings-Demo in Fürstenfeldbruck gewaltsam aufgelöst

Protest von 150 Menschen eskalierte nach Auseinandersetzung vor dem Rathaus - 18.04.2018 15:38 Uhr

Vor dem Rathaus der Stadt hatten am Morgen rund 150 Bewohner der Erstaufnahmeeinrichtung am Fliegerhorst protestiert - gegen aus ihrer Sicht unzureichende Geldleistungen, das Essen in der Unterkunft und die Unterbringung, wie ein Polizeisprecher sagte.

Laut dem Münchner Merkur war es in der Flüchtlingsunterkunft bereits in der Nacht zu tumultartigen Szenen gekommen. Die Ordnungskräfte hätten daraufhin mit den Wortführern vereinbart, dass die Bewohner in einem Demonstrationszug zum Gerbelpark marschieren dürfen und dort Gelegenheit erhalten, mit der Presse zu sprechen.

Laut Welt hatte die Polizei den protestierenden Asylbewerbern erlaubt, ab etwa 6.30 Uhr in einem Demonstrationszug in die Innenstadt zu ziehen. Dort sei es zu Gerangel und Streitereien mit der Polizei gekommen. Vor dem Rathaus eskalierte die Situation offenbar.

Nach Informationen des Merkur hielt sich die Flüchtlingsgruppe nicht an Vereinbarungen, Augenzeugen berichteten von Schlägereien. Weil die Demonstranten den Verkehr in der Innenstadt lahmlegten, seien Flüchtlinge von den Beamten weggeschoben und weggedrückt worden, erklärte ein Polizeiprecher, auch Diensthunde waren im Einsatz. Ein Beamter wurde verletzt. Über verletzte Flüchtlinge ist bisher nichts bekannt.

Nicht der erste Protest in diesem Jahr

Wie die Welt berichtet, protestierten die Asylbewerber Ende Dezember und im Februar schon einmal – friedlich. Immer wieder komme es in der Flüchtlingsunterkunft am Fliegerhorst aber auch zu Problemen. Ende Februar musste die Polizei ebenfalls mit einem Großaufgebot anrücken. Damals hatte ein Asylbewerber bei Tumulten einen anderen mit einem Stuhlbein geschlagen und einen Sicherheitsdienstmitarbeiter gebissen. Zuletzt haben sich die Einsätze laut Polizei erhöht. Dabei gehe es vor allem um Körperverletzung und Diebstahl innerhalb der Unterkunft.

  

dpa, jru

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