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Begünstigt durch das milde Wetter hatten sich noch mehr Menschen aus der weiten Umgebung auf den Weg gemacht, um das eindrucksvolle Ereignis bei anbrechender Dunkelheit mitzuerleben. Der Schnee war dieses Mal ausgeblieben, dafür bescherte ihnen der Himmel eine klare Sicht über das in die Höhen eingebettete Obertrubach und damit wieder bezaubernde Szenen in der Stille der einbrechenden Dunkelheit.
Über 5000 Lichter gossen zehn ehrenamtliche Helfer zwischen den Feiertagen in einer ehemaligen Werkstatt aus Wachsresten, die sie von umliegenden Kirchen erhalten hatten. Mindestens die gleiche Anzahl von Lichtern wurde nochmals in einzelnen privaten Aktionen aufgestellt und über Hänge und den Ort verteilt.
Zur letzten Betstunde zogen die Fahnen und Ehrengäste vom Rathaus zur bis auf den letzten Platz gefüllten Kirche. Unter ihnen auch der CSU-Staatssekretär Hartmut Koschyk, zahlreiche Bürgermeister umliegender Gemeinden und der stellvertretende Landrat des Landkreises Nürnberg-Land, Andreas Kögel. Pfarrer Wolf konnte auch zahlreiche evangelische Christen begrüßen. „Ökumene könne nur von unten wachsen“, sagte er. Auch bei der abschließenden Lichterprozession durch den Ort schlossen sich nochmals viele Gäste an, was in einen bunten, nicht endenden Zug mündete.
Pfarrer Wolf betonte, dass bei allem der Grundsatz „Christus ist das Licht der Welt“ im Mittelpunkt stehe. Er legte Wert auf die Stille des Moments, der durch die beleuchteten Berghänge und die ideenreich geschmückten Ortschaft unterstrichen werde. Stille Lichter, keine Leuchtraketen, das sei sein Anliegen. Die Bewohner und Gäste haben dies zu seiner Freude auch so gehalten.
Bürgermeister Willi Müller dankte Pfarrer Wolf für seinen Einsatz und die Form der Lichterprozession, die den Ort präge. Er wies auch auf die Umweltverträglichkeit der etwa vier Stunden brennenden Lichter hin, die seit Jahren das Öl in Obertrubach abgelöst haben.
„Für uns ist es keine Frage, ob kirchliche oder touristische Veranstaltung. Der Glaube steht im Vordergrund. Wenn es dem Tourismus förderlich ist, haben wir aber auch nichts dagegen. Volkstümlich soll dieser Tag aber bleiben“, sagte der stellvertretende Bürgermeister Markus Grüner.
Der Kunreuther Bürgermeister Hermann Ulm, der zum ersten Mal dabei war, zeigte sich nicht weniger beeindruckt von der andächtigen Kulisse: „Ich sah eine perfekte Organisation und eine Bevölkerung, die hinter dieser Glaubensveranstaltung steht.“ Obertrubach sei wirklich herausragend, er habe noch nichts Vergleichbares erlebt und habe sich sehr über die ökumenische Verbundenheit von Pfarrer Wolf gefreut. Eine besondere Note erhielt die Veranstaltung durch die Liveübertragung des Bayerischen Fernsehens. Um 17.30 Uhr sendete die Frankenschau live von der Lichterprozession. Die landesweite Abendschau wollte in ihrem Beitrag um 18.12 Uhr den abschließenden Auszug aus der Kirche zur Fahnenparade übertragen. Da das kirchliche Programm mit Fahnenparade jedoch schneller als geplant endete, zog man kurzerhand für die Abendschau zur Sendezeit nochmals den Kirchberg hinab. Live kann eben nur live sein.
