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Statt 400 Einwohner werden künftig zirka 800 Bürger in den Häusern Nähe Stadtpark und auch im Demenzzentrum an der Sattlertorstraße wohnen. Doch das Verkehrsaufkommen werde nur um zehn Prozent wachsen, so Claus Sperr vom Nürnberger Büro Planwerk den Stadträten des Planungsausschusses. Wie er auf diese Zahl komme, fragte Albert Dorn (SPD).
Eine wissenschaftliche Untersuchung aus dem Handbuch der kommunalen Verkehrsplanung ist der Helfer der Prognose. Vier Wege werden pro Einwohner pro Tag angenommen. Einige davon geht er zu Fuß, einige mit dem Auto. Den allgemeinen Wert hat Sperr für Forchheim qualifiziert: „Für die Bewohner des Demenzzentrums habe ich weniger Autofahrten angenommen, für die Gewerbetreibenden mehr.“
Insgesamt kommt Sperr so bei 420 zusätzlichen Einwohnern auf zirka 670 Pkw-Fahrten am Tag. Die meisten Fahrer werden die Von-Brun-Straße nutzen. Um eine Vorstellung von dem Mengenplus zu bekommen: 3260 Autos befahren derzeit die Straße, künftig werden es 330 mehr sein. In der Karolingerstraße kommen 250 Fahrzeuge dazu. Die Straßen haben kein Problem dem künftigen Andrang Platz zu bieten, so Sperr. Um das Wohngebiet wohnlicher zu machen, sollten einige Straßen schmaler werden, schlägt er vor.
Noch mehr verkehrsplanerische Tipps hatte der Diplom-Geograf parat. So brachte er erneut einen Kreisverkehr an der Kreuzung Von-Brun-Straße/Bamberger Straße ins Gespräch. Der Raum dafür sei da. Der Verkehr von der Von-Brun-Straße vor allem in Richtung Bamberger Straße stadtauswärts (plus 250 Autos) würde dadurch runder laufen. Und auch die Radler würden profitieren, könnten elegant vom Radweg in den Kreisverkehr einfahren.
Die Reaktion der Stadträte: „Tolle Sache“. Aber: Vorerst ist kein Geld dafür da. „Ein klassisches Schubladenprojekt, wenn wir Geld haben ziehen wir es raus“, so OB Franz Stumpf.
Etwas zügiger realisiert werden könnte ein anderer Vorschlag von Claus Sperr. Die Mittelinsel zwischen Merowinger- und Sattlertorstraße soll aufgelöst und zu einer T-Kreuzung umgewandelt werden. Die Autos sollen gezwungen werden, langsamer zu fahren, für Radler wird es sicherer.
Recht schnell muss es mit der Umsetzung der Umsetzung funktionieren: Gemeint sind die Touristenbusse, die bislang in der Merowingerstraße parken. Weil dort die Ein- und Ausfahrt zu den Parkplätzen des neuen Wohnviertels gebaut wird, wird ein Parkplatz zwangsläufig wegfallen. Die restlichen, empfiehlt Sperr, sollten verlegt werden.
Dass der Verkehr so unproblematisch durch die Straßen rollen wird — FW-Stadtrat Manfred Hümmer ist skeptisch. „Es wird Stoßzeiten geben und da wird es kritisch.“ Nichtsdestotrotz wurde das Gutachten einstimmig abgenickt, die Verwaltung geht nun in die Feinplanung.
