Dienstag, 13.11.2018

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Anerkennung für das Bürger-Engagement

Der Forchheimer Bürgerpreis 2011 geht an Schulen, die Initiative „FOrsprung“ und die Firma Piasten - 06.10.2011 18:51 Uhr

Die Preisträger stellten sich nach der Auszeichnung in der Sparkassen-Hauptstelle zum Gruppenbild mit Sparkassen-Chef Ewald Maier (li.) und Jurymitgliedern zusammen. © Edgar Pfrogner


„Bildung! Gleiche Chancen für alle“ war 2011 das Schwerpunktthema, das eine eindeutige Richtung vorgab. Forchheims Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Ewald Maier erinnerte in diesem Zusammenhang an die dem Bürgerpreis zugrunde liegende Initiative „für mich, für uns, für alle“, die 2003 von Bundestagsabgeordneten aller politischen Couleur, Kommunen und Sparkassen ins Leben gerufen wurde, um das Ehrenamt zu stärken.

Gerade im Sektor der Wissensvermittlung auf breiter Basis gehe es nicht ohne die Hilfe der Freiwilligen. „Erfolg in Schule und Ausbildung hängen immer noch stark von der sozialen und ethnischen Herkunft ab“, betonte Maier und fügte hinzu: „Neben staatlichen Institutionen und Unternehmen setzen sich auch bürgerschaftlich Engagierte dafür ein, dass die Bildungskluft geschlossen und der Zugang zu Bildung gleichberechtigter möglich wird“, so Maier.

Politisch geprägte Jury

Ausgewählt wurden die Preisträger, für die im Vorfeld jeder Bürger vorschlagsberechtigt war, nach Kriterien wie Innovationsgrad, Vorbildfunktion und gesellschaftlicher Relevanz. In der Jury saßen unter anderem die Bundestagsabgeordneten Thomas Silberhorn und Sebastian Körber, Landrat Reinhardt Glauber, Oberbürgermeister Franz Stumpf und 2. Bürgermeister Franz Streit sowie – naheliegend beim Generalthema „Bildung“ — Schulrat Wolfgang Blos.

Prämiert wurde in drei Kategorien. In der „U21“ schaffte es Koray Yildirim, Schülersprecher der Forchheimer Georg-Hartmann-Realschule, auf das Siegertreppchen, außerdem das integrative Projekt „Informationstechnik für alle – Computerlotsen helfen“ der Adalbert-Stifter-Mittelschule zusammen mit dem Bürgerzentrum Forchheim und der Offenen Behindertenarbeit.

„Gleiche Chancen und gleiche Bildung waren für mich eigentlich immer etwas Normales“, erklärte Yildirim. Und die Schülerinnen und Schüler der ehemaligen 8. Klasse der Stifter-Schule beschrieben die für alle Seiten profitable Rollentausch-Situation, wenn in Sachen Computerwissen aus Schülern Lehrer wurden. Das Forchheimer Projekt schaffte es bundesweit sogar auf Platz 24 von 1000 Einsendungen.

Zu den „Alltagshelden“ zählen jene, die älter als 21 Jahre sind und sich in besonderer Weise für ihr Umfeld einbringen. In dieser Kategorie entschied man sich für die Bildungsinitiative „FOrsprung“, die seit 2006 an der Entwicklung des Landkreises Forchheim zur „Bildungsregion“ arbeitet. „Gründungsvater“ Gerhard Koller, Schulamtsdirektor im (Un-)Ruhestand, machte klar, wie wichtig gerade bei der Wissensvermittlung eine dichte Vernetzung ist. Das unverbundene Nebeneinander von Initiativen, die das Gleiche wollen, sei sinnlose Vergeudung von Ressourcen. Je breiter man sich aufstelle, desto effizienter könne man arbeiten.

Bald „Fachtag Bildung“

„Erst in der Zusammenführung nimmt manches Form an“, meinte Koller. Bildung müsse „von allen Beteiligten in allen Bereichen weiter gedacht“ werden. In Kürze organisiert „FOrsprung“ den dritten „Fachtag Bildung“ in Forchheim.

In der national ausgelobten Kategorie „Engagierte Unternehmer“ wurde die Firma Piasten GmbH & Co. KG ausgezeichnet. In enger Abstimmung mit der Lebenshilfe stellt sie Arbeitsplätze für Behinderte zur Verfügung. Piasten-Personalchefin Barbara Gradl rekapitulierte den Start vor sieben Jahren, als das Projekt mit nur drei Behinderten auf den Weg gebracht wurde. „Es wuchs schnell, weil sich bald herausstelle, dass es eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten war“, freut sich Gradl. Mittlerweile gibt es eine Außengruppe für psychisch behinderte Menschen. Für die Inklusion Behinderter macht Barbara Gradl sich auch privat in einem Verein stark.

Wolfgang Badura, Geschäftsführer der Lebenshilfe-Werkstätten, erinnerte, dass sich gemäß einer aktuellen UN-Resolution die Gesellschaft auf Behinderte zubewegen müsse – und dass dies bei Piasten vorbildlich umgesetzt werde. Ein Forchheimer Betrieb als Prototyp für die Republik. 

VON HANS VON DRAMINSKI

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