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Anspruchsvolle Gitarre

«Vielsaitig» bot Konzertabend voll Überraschungen - 01.05.2007

Zwei Gitarristinnen und zwei Gitarristen gestalteten auf ihren Instrumenten virtuos den Abend. © Güldner


Tänzerisch leichte Musik eines Andrea Gabrieli oder Adrian Le Roy kommt zu Gehör. Später wird in Georg Philipp Telemanns «Konzert in D-Dur» für vier Violinen dem Barock gehuldigt. Die Anforderungen in Sachen Griffsicherheit, Akzentuierung und blindes Verständnis steigen zusehends.

Doch schon wenige Takte später schlägt das 20. Jahrhundert «unbarmherzig» zu. Mit flinken Fingern wird Leo Brouwers «Toccata» aus den Saiten gezaubert. Das «etwas schräge Zeug» mit einer Mischung verschiedener Stilelemente entfaltet seinen Reiz mit zunehmender Dauer. Temporeich und doch melodisch ansprechend mit manch irritierenden Tönen findet es den Weg zu den von Beginn an begeisterten Zuhörern.

Reiz der Moderne

Mit modernem Repertoire gelingt es dem Gitarren-Quartett «Die Vielsaitigen» eine Fülle des Wohllautes zu erzeugen. Regina Prucker (Schwaz), Agnes Riccabona, Robert Morandell (beide Innsbruck) und Thomas Moshammer (Zirl) lassen zudem Francis Kleynjans´ «Die vier Jahreszeiten» vorüberziehen, die originellerweise mit dem Herbst beginnen. «Etwas Bekömmlicheres,» wobei bei manch hohen Tonfolgen des Frühlings das Instrument liebevoll umarmt wird.

Aber auch das äußerst Rhythmische liegt dem Quartett. Der Schweizer Schlagzeuger Jürg Kindle fordert mit seinem «Kalimba» volle Konzentration und einen ordentlichen Schuss Originalität. Einem afrikanischen Klanginstrument nachempfunden, werden die Gitarren mit Stofftüchern gedämpft. Dass aber auch anrührende Passagen möglich sind, zeigt Maurice Ravels impressionistische «Pavane pour une Infante Défunte,» in dem äußerst präzise und klangtransparent musiziert wird.

Regen in allen Variationen, «vom leichten Nieseln bis zum heftigen Prasseln» wird in Leo Brouwers «Cuban Landscape with Rain» hörbar. Nicht ohne Charme auch Federico Moreno-Torrobas Stücke aus den «Estampas.» Dabei lassen «Die Vielsaitigen» das spanische Feuer nicht allzu hoch auflodern und schlagen ihre Töne eher verhalten, doch nicht weniger ausdrucksstark und beeindruckend an. Hier kommt auch eine von Abel Carlevaro speziell gestaltete Gitarre ohne Schalloch zum Einsatz. «Die hat einen Schallrand, um die Resonanz nicht durch ein Loch zu stören. Die Gitarre schlägt beim Spielen viel schneller an.» Beim Gitarren-Workshop wollen dann etwa 15 Gitarristen «Das ist unser dritter Workshop im dritten Jahr des Bestehens unserer privaten Musikschule,» so git.art-M-Leiter Michael Mauser. Der Kärntner Janez Grigoric gibt zwei Tage lang Einblicke in die Methode des Gitarren-Gurus Abel Carlevaro. «Es geht um eine natürliche und kräftesparende Methode des Spielens.» UDO GÜLDNER 

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