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Es wird viel spekuliert, warum Inge und Hans-Jürgen Benning nach zwölf Jahren ihre Zelte im historischen Haus an der Wiesent abbrechen. Gäste berichten, das Geschäft lief gut. Um einen Tisch in dem Haus mit den schweren Deckenbalken und Holzsäulen zu bekommen, war es ratsam mindestens eine Woche im voraus zu reservieren. Das Feinschmeckerlokal nutzte die Stadt auch gerne, um hohen Besuch dort kulinarisch zu versorgen. Zuletzt ließ sich hier etwa der Wirtschaftsminister der Vereinigten Arabischen Emirate, Sultan Bin Saeed Al Mansoori, mittags bekochen (wir berichteten). Erst kürzlich war an das Haus ein neuer Kühlraum angebaut worden.
Finanzielle Probleme?
Allerdings ist auch die Rede von Zahlungsschwierigkeiten und Mietschulden. Das Betreiber-Ehepaar selbst wollte sich trotz mehrmaliger Nachfrage nicht äußern. Tatsache ist, dass die Bennings bereits seit September ein neues Restaurant in Höchstadt eröffnet haben, die «Alte Mälzerei».
Auch dort wird gehobene Küche angeboten, auch hier sind die Bennings in ein altes Gemäuer gezogen. Das Haus, dessen Ostwand aus der alten Stadtmauer besteht, schlief zirka 20 Jahre vor sich hin, wurde zum Teil als Lager genutzt, ehe es wieder auf Vordermann gebracht wurde, so Gerhard Leicht vom Bauamt in Höchstadt. Das neue Restaurant sei durchaus Stadtgespräch, die Nachfrage vorhanden.
Gute Noten für Qualität
Die Gäste, die das Lokal auf www.restaurantkritik.de bereits bewertet haben, zeigen sich überwiegend begeistert vom Ambiente und der Qualität von Steak und Co. Nur am Service scheiden sich offensichtlich die Geister.
Bevor die Bennings 1996 in Forchheim die Kammerers Mühle übernahmen, bot dort eine Weinstube edle Tropfen an. Das Gastronomen-Ehepaar machte aus dem auch als «Schiefes Haus» bekannten Gebäude eine Feinschmeckeradresse. Auf der Karte standen pfiffige und leckere Kombinationen wie «Entenbrust mit Honig auf Hagebuttensoße» oder «Gefüllte Taubenbrust und Kalbsfilet mit Portwein-Entenlebersoße». Aktuell locken Blattsalate in Balsamico-Honigdressing mit Spanferkelbäckchen, Crevettenspieß und Putenbrust.
Ursprünglich befand sich in dem Gebäude, das bereits über drei Jahrhunderte auf den Balken hat, eine Hammerschmiede. Schräg war das Haus schon kurz nach der Fertigstellung. Da sank es zur Wiesent hin ab und etablierte sich als «Schiefes Haus».

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