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Bier und Bratwürste: Saisonauftakt am "Fünf-Seidla-Steig"

50 Liter Freibier in Weißenohe - Touristisches "Biererlebnis" im VGN-Fahrplan - 21.04.2018 18:43 Uhr

Groß war der Andrang beim Saisonauftakt des Bierwanderweges "Fünf-Seidla-Steig". Erste Station war die Klosterbrauerei Weißenohe. Dort waren vor allem die 50 Liter Freibier begehrt. © Rolf Riedel


Beim Lindenbräu und in der Brauerei Friedmann wie auch in der Brauerei Hofmann in Hohenschwärz bestimmen Frauen über Stammwürze, Geschmack und Süffigkeit. Erst 2007 kommt mit Georg Kugler und dem Thuisbrunner Elchbräu nach dem Weißenoher Urban Winkler von der Klosterbrauerei Weißenohe der zweite Mann in die heimische Brauszene.

Als Winkler dann mit Gold und Silber von der Handwerkskammer geadelt wird, kommt der Gedanke an einen Brauereiwanderweg auf. So wird die "Runde der Fünf" geboren - fünf unterschiedliche Brauerzeugnisse an fünf Stationen bergauf und bergab über den Frankenjura und den Buchwald: der "Fünf-Seidla-Steig".

Der Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) spielt mit und nimmt das touristische "Biererlebnis" in seinen Fahrplan unter der Linie 229 auf. Zum zehnten Jubiläum gibt es nun als "Mitbringsel" nicht nur den allerersten Krug in einer zweiten Auflage, zusätzlich auch einen handgefertigten Jubiläumskrug für 14 Euro in allen Brauereien.

Auf vier Wandertafeln, die an markanten Punkten auf dem Wanderweg "Fünf-Seidla-Steig" stehen, erzählen die drei Braumeisterinnen - eine von ihnen hat den Sudlöffel schon an ihre Tochter weitergegeben - die einzelnen Schritte bei der Bierherstellung, die Herkunft der Rohstoffe und was ein gutes fränkisches Bier in ihrer Heimatregion eben ausmacht.

12,3 Prozent Stammwürze

Der Saisonauftakt 2018 ist nun im Wirtshausgarten der Klosterbrauerei Weißenohe gefeiert worden. Franz Winkler sticht mit geübten Handgriffen das klassische Holzfass an, daraus floss ein untergäriges fränkisches Rotbier, genauer: ein rot-bernsteinfarbenes unfiltriertes Bier mit 12,3 Prozent Stammwürze aus Hersbrucker Hopfen. "Ein Bier, wie es zu Zeiten meines Großvaters gebraut und im gepichten Holzfass gelagert wurde", erklärt Brauereichef Urban Winkler.

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Zu diesem fränkischen Traditionsbier passen natürlich all die fränkischen Speiseklassiker wie ein deftiges Schäufala oder grobe Bratwürste. Dank seiner Komplexität braucht das "RedMONKey" jedoch nicht wirklich einen Speisebegleiter, denn, wie man früher schon unter den Freunden des Gerstensaftes scherzhaft zu sagen pflegte: "Drei Halbe sind auch ein Schnitzel". Die 50 Liter Freibier sind schnell ausgeschenkt, bei Live-Musik schmeckt es besonders gut.

Andrang reißt nicht ab

Und der Andrang reißt am Samstag nicht ab. Jeder ankommende Zug der Gräfenberg-Bahn entlässt neue Wandergruppen, die sich in Weißenohe auf den etwa zwölf Kilometer langen Weg des "Fünf-Seidla-Steig" machen.

Die Klosterbrauerei Weißenohe ist unbestritten die älteste Braustätte, schon die Benediktinermönche sollen im 11. Jahrhundert dort Bier gebraut haben. Von dort geht es weiter nach Gräfenberg zum Biergarten "Zum Bergschlösschen" oder zum Friedmanns Bräustüberl. Interessant auch der historische Gräfenberger Marktplatz mit seinen alten Bürgerhäusern, dem "Ritter-Wirnt-Brunnen" und dem historischen Rathaus.

Sonderbus für Wandermuffel

Dahinter, in der Straße "Am Bach", liegt die nächste Station, der Brauerei-Gasthof Lindenbräu. Dann geht es über den markierten Frankenweg zum Buchwald mit dem Hüllweiher, durch den Wald nach Hohenschwärz zum Brauerei-Gasthof Hofmann, der vierten Station. Hier erklingt Musik von der Blaskapelle aus Kirchenbirkig. Anschließend noch durch eine schöne Flur- und Heckenlandschaft nach Thuisbrunn, wo es das süffige Elch-Bräu-Bier im Biergarten des Gasthofs Seitz zu verkosten gilt, während die Wiesenttaler Musikanten dazu aufspielen.

Zum Saisonauftakt verkehrt auch ein kostenloser Sonderbus zwischen den Gasthäusern. Will man den Weg zu Fuß wieder zurückgehen, gibt es eine als Rundweg beschilderte Variante, die schließlich zurück nach Gräfenberg führt, von wo aus die Gräfenberg-bahn die Wanderer in weniger als einer Stunde zurück zum Nürnberger Nordostbahnhof bringt.
Liebhaber des fränkischen Bieres sollten sich schon jetzt den 3. November vormerken: Zum 10. Geburtstag findet nämlich auch noch eine Jubiläumsveranstaltung statt. 

Rolf Riedel

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