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Donnerstag, 20.09.2018

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Brücken im Landkreis Forchheim bekommen Note 3

Von Bauwerksprüfingenieuren unter die Lupe genommen - 26.08.2018 09:00 Uhr

Die Altenthalbrücke in Urspring hat die Note „ausreichend“ bekommen. Das Bauwerk stammt aus dem Jahr 1968.


Das Zeugnis, das Tiefbauamtsleiter Dieter Els den Brücken im Landkreis ausstellt, ist ein fränkisches "Bassd scho".

Der Zustand der insgesamt 64 Brückenbauwerke des Landkreises (darunter sind auch acht Geh- und Radwegbrücken) wird, wie in der Schule, in Noten ausgedrückt.

Vorzeigebauwerk mit Fachwerk im Hintergrund: In Unterzaunsbach wurde die Trubach-Brücke für 344 000 Euro gebaut.


Die Noten vergeben dabei speziell ausgebildete Fachkräfte, die Brücken in einem bestimmten Turnus kontrollieren: Die erste Hauptprüfung wird vor der Abnahme der Bauleistung, eine weitere Hauptprüfung vor Ablauf der Gewährleistung durchgeführt. Anschließend wird jedes sechste Jahr eine Hauptprüfung durch speziell ausgebildete Bauwerksprüfingenieure durchgeführt. Drei Jahre nach einer Hauptprüfung erfolgt eine "einfache Prüfung". Sonderprüfungen gibt es, "nach den Zustand der Ingenieurbauwerke beieinflussenden Ereignissen", also nach Hochwasser, Unfällen oder etwa auch Erdbeben.

Holzbrücken werden jährlich kontrolliert. Alle Ergebnisse aus diesen Prüfungen werden dann in einer Zustandsnote ausgedrückt, vergleichbar mit den Schulnoten.

Die Note 1 bekamen im Landkreis drei Brücken, fünf Brücken haben die Note 2, 29 Brücken haben die Note 3, die Note 4 kassieren 24 Brücken. Die Note 5 erhielten zwei Bauwerke, bei einer Brücke liegt die "Prüfungsnote" noch nicht vor. Der Gesamt-Notendurchschnitt liegt dabei bei einer soliden 3, Schulnote befriedigend, oder eben "bassd scho".

6,1 Millionen Euro investiert

Sie steht auf der To-Do-Liste des Tiefbauamtes ganz oben: Die Brücke über die Kalkach in Gräfenberg.


"Seit dem Jahr 2000 sind für nötige Neubauten Baukosten in Höhe von etwa 6,1 Millionen Euro investiert worden", führt der Sachstandsbericht zu den Brückenbauwerken des Landkreises auf. 141 000 Euro wurden dabei für die Radwegebrücke in Gosberg und die Eggerbach-Brücke in Eggolsheim in die Hand genommen. Drei Radwege-Brücken in Stöckach und Poppendorf wurden für 102 000 Euro aufgemöbelt. Den größten Batzen fiel an "Brücken an Kreisstraßen", nämlich rund 5,8 Millionen Euro. Unter anderem für die Bahnbrücke in Eggolsheim (1,2 Millionen Euro) und Kersbach (1,1 Millionen Euro) sowie die Trubach-Brücke in Unterzaunsbach (344 000 Euro) und die Wimmelbach-Brücke in Hausen (444 000 Euro).

Für die Brücke am Ortsausgang von Hausen in Richtung Heroldsbach wurden rund 444 000 Euro in die Hand genommen.


"Aufgrund der in den letzten 15 Jahren durchgeführten Neubau- und Sanierungsmaßnahmen ist der Zustand der Bauwerke mit einem Durchschnittswert von 2,29 als befriedigend zu bezeichnen". In ungenügendem Zustand ist dabei kein Bauwerk.

Natürlich, so heißt es von Seiten des Landratsamtes, "kann nicht jede Brücke ständig die Note 1 haben". Damit der Notendurchschnitt sich nicht verschlechtert und die Brücken sicher bleiben, wird viel Geld in die Hand genommen: "Dafür sind im Haushalt jährlich Instandhaltungskosten von rund 150 000 Euro vorgesehen für Unterhalt der Brücken und Stützmauern", bestätigt Dieter Els. "Sollten sich anhand von neuen Brückenprüfungen größere Sanierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen ergeben, werden rechtzeitig höhere Ansätze im Haushaltsplan eingestellt", heißt es im Sachstandsbericht des Landkreises. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei dem Schwerlastverkehr, der sowohl die Lebensdauer als auch den Erhaltungsaufwand der Brücken maßgeblich bestimmt. Denn zunehmende Fahrzeuggewichte und Achslasten belasten die Brücken stark.

Ein Blick ins Stadtgebiet Forchheim: 55 Brückenbauwerke zählt die Stadt, die jährlich zu unterhaltende Brückenfläche liegt bei 8500 Quadratmetern. Im vergangenen Jahr etwa wurde die Regnitzbrücke und die Brücke in der Äußeren Nürnberger Straße umfangreich saniert, die Brücke in der Von-Guttenberg-Straße zählte dabei auch noch zu den Maßnahmen 2017. Für den Brückenerhalt sind dabei im Haushalt insgesamt 100 000 Euro eingestellt. 

Birgit Herrnleben Nordbayerische Nachrichten Forchheim E-Mail

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