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„Hilfe das Schiff geht unter. Was soll ich tun“, rief der Mann ins Notruftelefon, erzählt Daniela Singer. Sie habe ihm gesagt, er solle die Rettungsweste anziehen und den Anweisungen der Besatzung folgen. „In so einem Fall Emotionen zu zeigen, ist der größte Fehler. Man muss sein Gehirn einschalten und vernünftig reagieren.“
Fast zeitgleich suchte auch schon die Reederei Costa den telefonischen Kontakt zu dem Unternehmen aus der Fränkischen Schweiz und meldete, dass es Probleme gibt. Die Nacht war damit zu Ende. Immer wieder klärten die Geschwander mit der Reederei den aktuellen Sachstand ab. Die Verständigungssprache: Englisch. Am Samstagvormittag fuhren mehrere Reisebusse Richtung Italien ab.
Schmetterling Reisen übernimmt für die Reederei in Deutschland die Bus-An- und Abreise zu und von den Kreuzschiffanlege-Stellen in Genua, Savona und Kiel. Costa hatte versucht, die Gäste so schnell wie möglich von der Unglückstelle vor der Insel Giglio in Mittelitalien wegzubringen. In Oberitalien trafen im Lauf des Samstags die Geschwander Busfahrer auf die italienischen Busse mit den Gästen aus Deutschland. 500 Urlauber übernahmen die Oberfranken und brachten sie nach Hause.
Ob damit alle Kunden, die zum Kreuzfahrtschiff chauffiert wurden auch wieder heil zurückgekommen sind, kann Daniela Singer nicht sagen. „Es gibt zum Beispiel Reisende, die Verlängerungswochen gebucht haben. Wir sind für die Logistik zuständig, die Reisebuchungen selbst übernimmt Costa“, erklärt die Geschäftsführerin. Unklar bleibt auch, ob der Gast am Notruftelefon überlebt hat. Um nach dem Namen zu fragen, war keine Zeit.
Die Stimmung in den Bussen beschreibt Singer als „ernst, zum Teil standen die Gäste unter Schock“. Manche der Urlauber hätten sich auch positiv über den Kapitän geäußert. Er habe ihnen das Leben gerettet, weil er so nah an die Insel gefahren sei, habe es geheißen. Sie selbst will sich kein Urteil darüber erlauben. „Das wäre unprofessionell.“ Auch in der Firma wird das Thema möglichst nur sachbezogen behandelt. Dass es in so einer Notsituation mit 4000 Menschen auf einem der größten italienischen Kreuzfahrtschiffe chaotisch werden kann, hält die Reiseunternehmerin aber für verständlich.
Auch die Reise auf der Straße hat für die Costa Concordia ein Ende. Denn bislang war einer der Busse von Schmetterling Reisen mit dem Konterfei des Schiffes beklebt. Am Montagmittag war die Folie schon abgezogen. Die Zusammenarbeit mit Costa bleibe bestehen, betont Singer. Man habe nur gute Erfahrungen gemacht. Nun müsse abgewartet werden. Für zwei Monate hat die Reederei vorerst alle Reisen abgesagt.
