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Das dauert noch: ein barrierefreier Forchheimer Bahnhof

Aufzüge zu Bahnsteigen sollen Ende Januar in Betrieb gehen — Fahrstühle zur Unterführung müssen erst gebaut werden - 02.01.2018 08:00 Uhr

Der Schacht und zumindest schon der Rahmen sind da: Der Aufzug zur Unterführung neben dem Bahnhofsgebäude soll Ende Januar eingebaut werden. © Fotos: Roland Huber


Das Thema Aufzüge sei immer ein "besonderes", sagt Bahnprojekt-Sprecher Frank Kniestedt – und meint damit: bis sie in Betrieb gehen dürfen, müssen hohe Sicherheitsanforderungen gewährleistet sein. Schächte wie Aufzüge müssen selbst dann, wenn sie augenscheinlich voll einsatzfähig sind, erst mal durch den Tüv kommen, der für die technische Abnahme verantwortlich ist. Bestes Beispiel hierfür ist die Haltestelle Kersbach, wo die Bahn – wie berichtet – zwei "Kofferträger" engagieren musste, weil der Aufzug den Tüv-Anforderungen noch nicht genügte.

Auf der Ostseite an der Bayreuther Straße ist der Schacht des künftigen Fahrstuhles — der hinter dem Eingang zum Fußgängertunnel liegt — noch abgedeckt.


Am Forchheimer Bahnhof stehen zwei Aufzüge seit Wochen in Habachtstellung auf den Bahnsteigen. Bislang ist Treppensteigen über die Unterführung angesagt. Die Inbetriebnahme der Fahrstühle erfolge jetzt "etappenweise", sagt Kniestedt. Sprich: bis "Ende Januar, Anfang Februar" sollen sie Fahrgäste zu den Bahnsteigen hinauf beziehungsweise von den Bahnsteigen hinunterbringen. Bleibt die Frage: Wie kommt man barrierefrei in den Fußgängertunnel? Bisher: gar nicht.

Denn die Arbeiten für den Aufzug, der Menschen vom Bahnhofsplatz in die Unterführung (und umgekehrt) bringt, beginnen im Januar, so Kniestedt. "Genauer gesagt, fangen wir dann mit dem Einbau an, der Aufzugsschacht am Bahnhofsgebäude ist ja schon da."

Mit dem Einbau des Aufzuges auf der Ostseite, der dann die Bayreuther Straße mit der Unterführung verbindet, soll ebenfalls im Januar angefangen werden. "Dafür ist allerdings die Stadt verantwortlich", sagt der Bahn-Sprecher. Hintergrund: die sogenannte Kreuzungsvereinbarung zwischen DB und Stadt, noch geschlossen unter der Ägide von Alt-Oberbürgermeister Franz Stumpf. Und darin wurde der Aufzug an der Bayreuther Straße als "stadtteilverbindend" definiert, erklärt Kniestedt. Mit dem Einbau des Fahrstuhles auf der Westseite wolle die Bahn dann im März fertig werden. Und auf der Ostseite, wo die Stadt den Aufzug baut, werde das "voraussichtlich ein bisschen später auch der Fall sein".

Aber da ein "fertiger" Fahrstuhl nicht gleichbedeutend mit einem fahrenden Fahrstuhl ist, steht fest: Der Bahnhof Forchheim ist im Westen wie im Osten nicht komplett barrierefrei – auf Monate hinaus.

Unverändert bleibt wohl bis in absehbare Zukunft auch der Zustand des Bahnhofsgebäudes. Die letzten Sanierungsarbeiten in den altehrwürdigen Mauern sind bereits 15 Jahre her. Damals wurden die Wartehalle und der Schalterbereich von der Bahn für 35 000 Euro modernisiert und das "shop’n go"-Bistro öffnete seine Pforten.

Doch obwohl der Forchheimer Bahnhof nun im Zuge des ICE-Trassen-Ausbaus ein völlig neues Gesicht bekommt, sieht die Bahn in dem Gebäude selbst offenbar keinen Handlungsbedarf. Auf Anfrage der Nordbayerischen Nachrichten lässt die DB-Pressestelle schlicht verlauten: "Derzeit sind für das Empfangsgebäude in Forchheim keine Sanierungsmaßnahmen geplant." 

PHILIPP ROTHENBACHER

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