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Wird endlich gut, was lange währte? Über vier Jahre läuft bereits die Planung für die neue Zweigstelle des Kaiserpfalz-Museums. Aber erst dieser Tage haben Arbeiter des städtischen Bauhofes damit begonnen, in den großen Hallen unter der Bastion aufzuräumen und Gräben zu ziehen.
In den Gräben wird die Elektroinstallation verlegt, wie Museumsleiterin Susanne Fischer erläutert. Die Besucher laufen zunächst eine Rampe hinunter. An beiden Seiten werden hier die fürstbischöflichen Wappensteine auf speziell angefertigten Betonsockeln aufgestellt und angestrahlt. Die Wappen prangten früher, als die Stadtmauer noch komplett war, an den Bastionsmauern. Sie künden vom jeweiligen Bauherrn der Bastionen, also von den Bamberger Fürstbischöfen.
Seitdem sechs von zehn Bastionen eingerissen wurden und ihre Steine für andere Zwecke herhalten mussten, sind die Wappensteine und weitere Überreste der einstigen Stadtbefestigung in den Kasematten (so heißen die Gänge und Hallen in den Bastionen) zwischengelagert. Ab 10. Mai kann sich jeder Forchheimer selbst davon überzeugen, wie diese Relikte der Stadtgeschichte die mehr als 100 Jahre Zwischenlagerung überstanden haben.
Und nicht nur das. An vier Hörstationen, sagt Susanne Fischer, sind nachgespielte Szenen aus der Belagerung der Stadt durch die Schweden im Dreißigjährigen Krieg zu erleben: „Wir wollen die Stadtgeschichte erlebbar machen.“ Diesem Zweck dient vor allem auch die kleinere Halle auf der rechten Seite. Hier können sich die kleinen und großen Besucher an allerhand Installationen verlustieren.
Besonders interessant dürfte der Tretradkran werden. Mit Hilfe solcher mechanischer, durch Beinarbeit betriebener Kräne wurden von der Antike bis in die Neuzeit schwere Lasten in große Höhen gehievt. Einige blieben unter der Bezeichnung „Alter Kranen“ als Industriedenkmäler erhalten, etwa in Bamberg und Würzburg. In der Roten Mauer können die Besucher mit einem solchen Kran selbst versuchen, schwere Steine zu heben.
Wem das noch nicht reicht, der darf mit Hammer und Meißel versuchen, einen Sandstein zu bearbeiten: „Die Besucher sollen ein Gefühl dafür bekommen, was die Menschen im 16. Jahrhundert hier geschaffen haben“, sagt Museumsleiterin Fischer.
Das Kasematten-Museum wird aus Rücksicht auf drei hier festgestellte Fledermäuse nicht beheizt und im Winter von November bis April geschlossen sein. Im Sommer sind regelmäßige Öffnungszeiten am Sonntag vorgesehen sowie für Gruppen nach Anmeldung.
