Mittwoch, 21.11.2018

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"Das macht die Faszination Enduro aus"

Philipp Richter vom MSC Fränkische Schweiz im Interview - 19.10.2018 10:13 Uhr

© Foto: Edgar Pfrogner


Herr Richter, gibt es bei der Motorradfahrt durchs Gelände so etwas wie einen Heimvorteil?

Philipp Richter: Sportlich betrachtet haben alle die gleichen Voraussetzungen. Die für die Gesamtwertung entscheidenden Sonderprüfungen dürfen vorab nur zu Fuß besichtigt werden. Aus der Vergangenheit kannte ich immerhin die zweite Passage bei Seelig Richtung Gösseldorf. Die Unterstützung der heimischen Zuschauer gibt einem aber freilich noch zusätzliche Motivation und Kraft. Emotional gesehen ist es für mich daher immer das wichtigste Rennen des Jahres.

In der Klasse E1b, also einer Kategorie der gehobenen Amateure, reichte es mit einer gestoppten Zeit von 1:01:39 Stunden zum sechsten Platz. Was bedeutet dieses Ergebnis?

Philipp Richter: Da ich den ersten Lauf der Deutschen Enduro Meisterschaft verpasst habe, bin ich ohne Ambitionen auf die Gesamtwertung gestartet. In der unbekannten Konkurrenz konnte ich meine Chancen nur schwer einschätzen, bin aber mit der Platzierung zufrieden. Zwischenzeitlich wäre das Podium in Reichweite gewesen, bis mich technische Probleme ausgebremst haben. Darunter hat die Konzentration gelitten.

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Was genau ist passiert?

Philipp Richter: Die Zündung wollte nicht mehr. Nachdem mir die Maschine kurz ausgegangen ist, konnte ich notdürftig die bevorstehende Prüfung absolvieren und musste dann bei einer kurzen Reparatur die Zeit im Auge behalten. Obwohl ich mir unterwegs eine Schraube organisieren und selbst montieren konnte, war ich mir nicht sicher, ob der Motor bis zum Schluss hält. Die Beanspruchung des Materials über längere Zeit macht ja genau die Faszination Enduro aus.

Wie sieht es denn mit der körperlichen Belastung aus?

Philipp Richter: Mancher Beobachter unterschätzt das vielleicht. Ich habe die Muskulatur im Rücken und den Schultern hinterher auf jeden Fall gespürt. Zwischen den Wertungsprüfungen mag es etwas ruhiger zugehen, aber dann ist eben für kurze Zeit voller Anschlag. Daher halte ich mich zusätzlich zu den wöchentlichen Trainingsfahrten auf dem Fahrrad, im Kraftraum oder beim Joggen fit.

Philipp Richter wechselte mit 20 Jahren vom Fahrrad aufs Motorrad. © Foto: Richter


Was sieht denn der Ernährungsplan vor einem Start um acht Uhr morgens aus?

Philipp Richter: Jeder hat da sicher seine Vorlieben. Ich halte es zwei bis drei Stunden vorher gerne mit Nutellabrot und Kaba. Später gibt es dann Müsli-Riegel oder Reis mit Salz. Die Versorgung über Betreuer plant jeder Sportler selbst. Wichtig ist, immer wieder genug, also mindestens einen Liter pro Stunde, zu trinken.

Was braucht es neben Flüssigkeit denn noch, um die eigene Karriere voranzutreiben?

Philipp Richter: Im Vergleich zu manchem Jungspund habe ich tatsächlich weniger Erfahrung. Ich kam erst mit 20 Jahren vom Mountainbiken. Ich bin in diesem Sommer in einer anderen Serie, der deutschen Cross Country Meisterschaft, Neunter geworden. Das ist völlig in Ordnung. Denn ich lebe für den Enduro-Sport, aber nicht davon. Das schaffen selbst die deutschen Spitzenleute nicht. In Ländern wie Frankreich sieht es anders aus.

  

Kevin Gudd Nordbayerische Nachrichten Forchheim und Ebermannstadt E-Mail

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