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Der Fisch des Jahres ist gerne in Oberfranken zu Hause

Die Bachforelle, der „wichtigste Fisch der Fränkischen Schweiz“ ist dennoch gefährdet — Programm zur Artenhilfe - 31.01.2013 09:00 Uhr

FORCHHEIM  - Die heimische rot gepunktete Bachforelle gehört zu den bekanntesten heimischen Fischarten – von den Fischereiorganisationen in Deutschland und Österreich sowie vom Bundesamt für Naturschutz wurde sie zum Fisch des Jahres 2013 gewählt.

Die Bachforelle fällt vor allem durch ihre roten Punkte auf. Der Süßwasserbewohner, der auch im Landkreis Forchheim heimisch ist, ist nun zum Fisch des Jahres 2013 gekürt worden.
Die Bachforelle fällt vor allem durch ihre roten Punkte auf. Der Süßwasserbewohner, der auch im Landkreis Forchheim heimisch ist, ist nun zum Fisch des Jahres 2013 gekürt worden.
Foto: privat
Die Bachforelle fällt vor allem durch ihre roten Punkte auf. Der Süßwasserbewohner, der auch im Landkreis Forchheim heimisch ist, ist nun zum Fisch des Jahres 2013 gekürt worden.
Die Bachforelle fällt vor allem durch ihre roten Punkte auf. Der Süßwasserbewohner, der auch im Landkreis Forchheim heimisch ist, ist nun zum Fisch des Jahres 2013 gekürt worden.
Foto: privat

In Oberfrankens Gewässern schwimmt von den drei Arten der heimischen Forelle – Bach-, See- und Meerforelle – am häufigsten die Bachforelle. Sie lebt im Landkreis Forchheim in verschiedenen Gewässern: der Wiesent, Leinleiter, Püttlach, Trubach, Ailsbach und Aufseß, außerdem im Eggerbach bei Weigelshofen und im Ehrenbach bei Kirchehrenbach.

Auch pflanzt sie sich hier gerne fort: Besonders bedeutsame Laichgewässer sind der Thoosmühlbach und der Güßgraben. Die Bachforelle kommt aber noch in anderen Nebengewässern vor. Die Bachforelle ist der wichtigste Fisch der Fränkischen Schweiz.

Denkmal in Behringersmühle


Um auf die Bachforelle und ihren Schutz hinzuweisen, hat der Bezirk Oberfranken 2009 in Behringersmühle am Zusammenfluss von Wiesent, Püttlach und Ailsbach ein Forellendenkmal aufgestellt, das ein laichendes Forellenpaar zeigt. Gefährdet wird die Bachforelle hauptsächlich durch Querverbauungen von Triebwerken, die die Wanderungen zu Laichplätzen verhindert, und durch Sedimenteinschwemmungen, die die Kiesbänke zudecken.

Dies ist ein gravierendes Problem im Bereich der Wiesent. Ursache ist die konstante Wasserführung der Gewässer in der Fränkischen Schweiz, so dass ein Säubern durch Hochwässer unterbleibt. Problematisch ist die Ackernutzung in Talauen, und besonders schlecht ist, dass die Uferrandstreifen auf freiwilliger Basis angelegt werden.

„Die heimische Bachforelle hat einen lang gestreckten spindelförmigen Körper, der Kopf ist stumpf mit einer langen Maulspalte, zwischen Rücken- und Schwanzflosse befindet sich die Fettflosse; sie hat keine Strahlen, sondern ist eine Hautausstülpung“, beschreibt Robert Klupp, Fischereifachberater des Bezirks Oberfranken den Kiementräger. Die Färbung sei sehr variabel und wechsele je nach Gewässer und Untergrund. Häufig sei die Grundfarbe bräunlich bis grau. Oberhalb der Seitenlinie liegen schwarze Punkte. Im Bereich der Seitenlinien, meist aber unterhalb, hat die Bachforelle als typisches Zeichen rote hell umrandete Punkte.

Die Bachforelle lebt in kühlen, sauerstoffreichen Gewässern, meist in Flüssen und Bächen. Wichtig sind vielfältige Gewässerstrukturen, deren Untergrund steinig bis kiesig sein sollten, empfiehlt Robert Klupp.

Standorttreue Tiere

Bachforellen vertragen Temperaturen bis 20 Grad Celsius. Sie sind „standorttreu“ und verteidigen ihr Revier gegen Artgenossen. Bevorzugt halten sie sich im strömungsberuhigten Bereich ihres Reviers auf wie hinter Wurzelstöcken, Totholz oder Störsteinen. Die Fische sind aufgrund ihres hohen Sauerstoffbedarfs ein Indikator auf gute Wasserqualität. Die Bachforelle laicht in Oberfranken von Oktober bis Dezember.

Die Laichfische wandern in dieser Zeit zu Kiesbänken in den Oberlauf der Fließgewässer. Dort legen sie in vom weiblichen Fisch – in der Fachsprache „Rogner“ genannt – mit kräftigen Schwanzschlägen ausgehobenen Laichgruben die Eier ab. Die Rogner prüfen auch mit der Afterflosse, ob das Kieslückensystem für ein Ausbrüten der Eier ausreichend gelockert ist. Die Larven bleiben dann auch noch nach dem Schlupf bis zum Verbrauch des Dottersackes im Gewässeruntergrund. Bachforelleneier benötigen bis zum Schlupf je nach Temperatur im Wasser sechs bis acht Wochen. Voraussetzung für das erfolgreiche natürliche Ablaichen der Bachforellen ist die Durchgängigkeit des Gewässers: es muss durchwanderbar sein, damit die laichreifen Bachforellen ihre Laichplätze im Oberlauf erreichen können.

Tödliche Verschlammung

Größtes Problem für den Fisch-Nachwuchs ist die zunehmende Verschlammung vieler oberfränkischer Gewässer. Die Einschwemmungen von Feinsedimenten in die Gewässer müssen vermieden werden, denn durch den Schlamm werden die Fischeier von der Sauerstoffzufuhr abgeschnitten. Die Bachforelle ist häufig lokal gefährdet, weil ihr Laichplätze fehlen oder weil diese durch Querbauwerke in Fließwasser nicht erreichbar sind. Die Schonzeit geht vom 1.Oktober bis 28. Dezember. Das Schonmaß beträgt hier 26 Zentimeter.

Wenn Bachforellen in großen stehenden Gewässern leben, nehmen sie auch die Form und Färbung einer Seeforelle an. Sonst kommen Seeforellen in Oberfranken nur in der Mauthaustalsperre in einer größeren Population vor. Einzelne Exemplare sind vielleicht im Untreusee, im Förmitzspeicher und im Feisnitzspeicher zu finden. Die letzte Meerforelle wurde 1917 bei Horb an der Steinach in der Steinach festgestellt.

In der Lehranstalt für Fischerei Aufseß wird die heimische rot gepunktete Bachforelle vermehrt. Die Elterntiere der Bachforellen der Lehranstalt für Fischerei stammen genetisch von Fischen der Wiesent, der Leinleiter und der Aufseß ab. Die Vermehrung erfolgt durch künstliches „Abstreifen“ der Fische. Die jungen Bachforellen werden als Brütlinge im Rahmen eines Artenhilfsprogramms des Bezirksfischereiverbandes Oberfranken in geeignete Gewässer ausgesetzt — eine Maßnahme zur Erhaltung der Bachforelle in Oberfranken. 



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