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Es galt, verdiente Ehrenamtliche und Vereine auszuzeichnen. Markus Grüner hatte dazu eine lange Liste von Ehrengästen vor sich. Bürgermeister Willi Müller hielt die Laudatio zu den einzelnen Ehrungen. Schwester Alexia erhielt mit dem Ehrenwappen die höchste Auszeichnung der Gemeinde. Sie gehört dem Orden der Franziskusschwestern an und kam schon 1970 nach Obertrubach. Sie wirkte im damaligen Marienheim als Lehrerin und Internatsleiterin. Sie wirkte ferner als Katechetin und Religionslehrerin an der Schule Obertrubach und im Pfarrsprengel Gräfenberg und Egloffstein. Schwester Alexia setzte Schwerpunkte im Bereich Jugend und Seniorenarbeit. „Sie haben die wertvollsten Jahre ihres Lebens der Gemeinde Obertrubach geschenkt“, würdigte sie Müller. Auch Schwester Christine Köberlein, Generaloberin der Franziskusschwestern in Vierzehnheiligen, war zum Ehrungsabend angereist.
Schwester Alexia wollte ursprünglich gar nicht nach Obertrubach kommen, wie sie erzählt, und fand hier schließlich doch ihre Erfüllung. Die Mitgestaltung der Kirchenfeste geben ihr sehr viel. Sie feierte hier ihre 25- und 40-jährige Profess. Die Ausgestaltung durch Pfarrer Werner Wolf habe ihr immer wieder neue Kraft gegeben. „Ich lebe mit der Pfarrei“, sagt sie.
Mit der Bürgermedaille wurden dann Georg Arzt, er konnte nicht anwesend sein, Irene Karl und Ludwig Lautenschlager ausgezeichnet. Jeder allein sei ein Schwergewicht mit einer lange Reihe von Ehrenämtern in Gemeinde, Pfarrei oder auch Vereinen bis über 40 Jahre hinaus. Georg Arzt sammelte zudem altes volkstümliches Liedgut und schrieb die Noten auf, soweit sie nicht vorhanden waren. Ludwig Lautenschlager, noch heute der Ansprechpartner von Dörfles, ist eine Institution. 24 Jahre Gemeinderat, 40 Jahre Fleischbeschau, 42 Jahre im Vorstand der Jagdgenossenschaft seien nur wenige Beispiele eines wertvollen Mannes in der dörflichen Gemeinschaft.
Eine Seele im Dorf ist auch Irene Karl. „Außerordentlich fleißig, außerordentlich gewissenhaft, hilfsbereit, engagiert, mit Ecken und Kanten“ wie sie Müller charakterisiert, engagiert sie sich in der Seniorenarbeit und allen möglichen dörflichen Themen wie Osterbrunnenschmuck, Basteln, Traditionen wie Trachten. Unvergessen 1990 ihr Engagement bei der Betreuung der Umsiedler. Und nebenbei zog sie fünf Kinder mit großem Erfolg auf.
Pfarrer Werner Wolf kann vorübergehend in seiner Gemeinde nicht anwesend sein und doch wehte sein Geist durch den Raum. Wolf, Ehrenbürger der Gemeinde, gründete vor 26 Jahren die Theatergruppe. Müller nennt ihn „Erfinder, Gründer, Regisseur, Initiator, Drehbuchschreiber. Neun feinsinnige Aufführungen zeugten von der guten Arbeit auch aller übrigen Beteiligten.
Christian Habermann nahm dann mit Markus Habermann und Nadine Wohlfahrt-Pflaum stellvertretend den Kulturpreis Heimatpflege entgegen. „Es ist schnell etwas gegründet, es am Leben zu erhalten ist weitaus schwieriger“, sagte einst Pfarrer Wolf. Er gründete auch eine Jugendblaskapelle. Sie avancierte längst zu einem Herzstück zahlloser Veranstaltungen weit über die Gemeindegrenzen hinaus. Dirigenten wie Florian Berner tragen dazu bei. Georg Habermann und Tobias Grüner nahmen nun den Kulturpreis Musik und Gesang von Willi Müller und Markus Grüner entgegen.
1984 entstand auf Initiative von Pfarrer Wolf und Schwester Gertrud Schnübel, Leiterin der Caritas Sozialstation Ebermannstadt, die Selbsthilfegruppe Nächsten-Liebe Obertrubach, ehemals Glaube und Licht. Seit 20 Jahren betreut Angela Steinhäußer die Gruppe. Ihr Motto: Miteinander sprechen, aufeinander hören, gegenseitig ermutigen, gemeinsam beten. Angela Steinhäußer nahm zusammen mit Gerlinde Vogel den Ehrenpreis für soziales Engagement entgegen.
Bleibt noch der MGV „Liederkranz Obertrubach“, der dieses Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiern wird. Herausragende Dirigenten wie Karl Härtel und Herbert Grembler und langjährige Vorsitzende wie Fred Reichel und Hans Bauer prägen den Verein und lassen ihn ebenfalls zu einem Botschafter der Gemeinde werden. Hans Bauer und Herbert Grembler nahmen dafür den Kulturpreis Musik und Gesang entgegen.
„Bürgerschaftliches Engagement in unserer Gesellschaft ist das unsichtbare Band, das unsere Gemeinschaft, unsere Städten und Gemeinden zusammenhält und stärkt“, betonte der CSU-Landtagsabgeordnete Eduard Nöth, der über das Ehrenamt referierte. Obertrubach dürfe hier als leuchtendes Beispiel gelten.
Alle Vereine und Kulturträger der Kommune wirkten mit, diesen Abend auszurichten. Laut Bürgermeister Willi Müller will man diese Form der Ehrungen künftig etwa alle fünf Jahre durchführen.
