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Die Herderstraße ist Vergangenheit

39 Menschen ziehen in dieser Woche in das neue Domizil am „Eggolsheimer Weg“ - 05.07.2011

Blick in die neue Wohnung: Noch muss viel eingeräumt werden, aber die Mieterin ist damit zufrieden. © Roland Huber


Bis zum Ende der Woche sollen 39 Frauen und Männer aus den Notunterkünften in der Herderstraße ihr neues Domizil an Forchheims nördlicher Ausfallstraße bezogen haben. Die Adresse heißt „Eggolsheimer Weg“.

Christian Koschmieder trägt die Zukunft auf der Brust.


Betreuer Christian Koschmieder von der Arbeiterwohlfahrt ließ eigens T-Shirts bedrucken, die den Umzug in ein neues Heim sinnfällig machen: „Eggolsheimer Weg“ prangt auf der Brust, den Rücken ziert die „Herderstraße“.

Besser als früher

„Ich find’s gut“, lacht eine braunhaarige Frau und führt die Besucher in die Erdgeschosswohnung, die sie ab sofort mit ihrem Mann bewohnen wird: zwei Zimmer, Kochnische und Toilette mit Dusche. Um Längen besser als die Herderstraße sei der Neubau, vor allem wegen der eigenen Toilette. Denn die gab’s früher nur etagenweise. Noch wird viel gebaut unter den Fenstern der neuen Wohnungen. Wege werden gepflastert, Grünanlagen vorbereitet.

Es ist auch gar nicht so einfach, den einen oder anderen Herderstraßen-Mieter zum Umzug zu bewegen, sagt Christian Koschmieder. Nicht alle verlassen gerne ihre teils seit vielen Jahren bewohnten Unterkünfte.

Berge von Sperrmüll

Vergangene Woche hatten die ersten damit begonnen, ihre nicht mehr benötigte Habe auszuräumen. Vor den Anwesen Herderstraße 7 bis 9 hat die Abfallwirtschaft des Landkreises auch bereits den Sperrmüll abgefahren. Einige Häuser weiter lagern aber weitere Berge von alten Möbeln, Spielsachen, Musikgeräten, Rädern, Staubsaugern und vieles mehr. Dieser Unrat soll bei einem zweiten Termin am 14. Juli entsorgt werden.

In den Eggolsheimer Weg ziehen keine Familien, sondern nur Erwachsene. Ziel von Betreuer Koschmieder ist es nach wie vor, möglichst viele Bewohner aus der Notunterkunft und damit aus ihrer Not herauszubringen – am besten durch die Vermittlung von Arbeit und festem Einkommen. Dass dieses Ziel alles andere als leicht zu erreichen ist, macht folgende Zahl deutlich: 80 Prozent der bisherigen Wohnungsnotfälle leben seit vielen Jahren in der Herder-Straße. 

gru

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