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Sie haben jahrelang geübt. Sie denken an nichts anderes als an ihren großen Auftritt. Sie unterwerfen sich bedingungslos dem Urteil einer Jury aus so genannten Experten, die ihnen vor einem Millionenpublikum sagen, wie schlecht sie sind. Mit unflätigen Beleidigungen, die beim Millionenpublikum Schenkelklopfen auslösen und in der Show einen viel größeren Raum einnehmen als die Talente selbst.
So laufen Talentshows im Fernsehen meist ab. An der AST ist es ganz anders. Da treten die Talente zwanglos auf und zeigen, was sie können. Einige tun sich erst am Tag vor der Show zusammen und üben ein Lied oder eine Choreographie ein. Und so kommt eine bunte, zweistündige Talentschau zustande, bei der die Mittelschule auch ihre ethnische und kulturelle Vielfalt zeigt.
Die elf- bis 16-jährigen Schülerinnen und Schüler tanzen, singen, rappen. Auch Breakdance und türkischer Tanz sind zu sehen – zu sehr lauter Musik. Eine Gruppe von Mädchen hat einen Sketch entwickelt. Fatih eifert seinem Idol Bushido nach. „Er sagt in seinen Texten einfach die Wahrheit“, antwortet er auf der Frage der Moderatorin, was ihm an dem umstrittenen Berliner Rapper gefalle.
Am häufigsten steht an diesem Abend die 13-jährige Dženana auf der Bühne. Tanzen und Singen sind ihre Hobbys. Zum Auftakt der Show tritt sie eingehüllt in eine blau-gelbe Flagge mit weißen Sternen auf. Es ist die Flagge von Bosnien-Herzegowina, der Heimat von Dženanas Eltern. Aus Bosnien kommt auch das Lied, das sie singt. Später singt sie auch Jennifer Lopez und ist bei mehreren Tanzeinlagen im Einsatz. „Alles hat mir Spaß gemacht“, sagt sie hinterher. „Am Anfang war ich aufgeregt, aber dann wurde es besser“, sagt Dženana, die schon Monate vorher für die Show geübt hat.
Die AST-Talentshow, die zum dritten Mal stattfand, ist ein Kooperationsprojekt zwischen der Schule und der Offenen Jugendarbeit Forchheim-Nord (OJA). „Wir haben die Idee aus dem Fernsehen geklaut“, gibt Bettina Schuierer von der OJA zu. „Die Schüler sollen Spaß haben und einfach zeigen, was sie können. Und es ist eine richtige Erfolgsgeschichte. Jedes Jahr machen mehr Leute mit.“ Mittlerweile zeigten auch Mädchen und Jungen anderer Schulen Interesse.
Gegen Ende sitzt kaum noch jemand auf seinem Platz. Die Zuschauer stehen vor der Bühne und tanzen zur Musik. „Die Schüler blühen bei der Show richtig auf“, meint Lehrerin Kerstin Debudey, die die Veranstaltung moderiert. „Sie machen alles alleine. Das zeigt, dass sie viel Selbstbewusstsein haben.“
