Dienstag, 18.12.2018

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Dünne Mehrheit für Krippenanbau

Mehr Plätze für Kleinkinder: Nach hitziger Debatte lehnten neun Räte Umbau ab - 02.11.2017 15:19 Uhr

Das Bürgerhaus in Hausen soll einen Anbau für die Kinderkrippe bekommen. © Roland Huber


Planer Volker Rosbigalle stellte zunächst den Gemeinderäten die neuesten Ideen vor, wie man den Bedarf an zusätzlichen Krippenplätzen im Ort decken könnte. Sollte sich der Gemeinderat nicht für einen Umbau des Bürgerhauses in eine zusätzliche Krippengruppe, sondern für einen Anbau entscheiden, würden die Kosten zwischen 520 000 und 540 000 Euro liegen, rechnete Rosbigalle vor. Das bisherige Bürgerhaus könnte bei einem Anbau – nach Norden an das Bestandsgebäude hin – erhalten bleiben.

Wird aber das Haus nicht an-, sondern nur umgebaut, würden die Kosten nur rund 280 000 Euro betragen; in diesem Falle müsste die Gemeinde einen Eigenanteil von 79 800 Euro tragen, informierte Bürgermeister Gerd Zimmer (SPD). Würde man sich aber für einen Anbau (Baukosten 540 000 Euro) entscheiden, wäre der Eigenanteil der Gemeinde bei 133 900 Euro.

Zimmer ließ durchblicken, dass er anstelle des Anbaus den kostengünstigeren Umbau favorisiert. Ein Bürgerhaus, das von 365 Tagen im Jahr 355 Tage leer stehe, sei eine finanzielle Belastung für die Gemeinde, so der Bürgermeister. Er erinnerte dann nochmals daran, dass man jetzt schnell eine Lösung finden müsse, da die Gemeinde gesetzlich verpflichtet sei, Kinderkrippenplätze in ausreichender Anzahl vorzuhalten.

Gemeinderat Martin Heilmann (UWG) konnte sich mit den Anbauplänen so gar nicht abfinden. Seiner Meinung nach sei der Anbau zu klein geplant; der Schlafraum sei total unterdimensioniert. Der 18 Quadratmeter große Raum sei lediglich mit sechs Schlafplätzen ausgestattet; eine Krippengruppe bestehe aber aus zwölf Kindern. Für Bürgermeister Gerd Zimmer (SPD) war dies kein Argument. "Das geht schon, die Kinder schlafen eh nicht alle zur gleichen Zeit", rechtfertigte er die Planungen.

Gemeinderätin Katja Steinbrenner (CSU) wollte wissen, ob die Pläne bereits mit der Katholischen Kirchengemeinde, die die Trägerschaft der zusätzlichen Krippengruppe übernehmen soll, abgestimmt seien. Dies bejahte Zimmer. Abgestimmt werden müsse die Planung allerdings noch mit der Kindergartenfachaufsicht am Landratsamt Forchheim.

Von Seiten der UWG gab es im Rahmen der Diskussion weiter heftigen Widerstand. Gemeinderat Roland Garcon (UWG) erinnerte daran, dass Fördergelder auch Steuergelder seien, deshalb sollte man auch damit sorgsam umgehen. Planer Rosbigalle brachte in die Diskussion mit ein, dass der Wunsch der Bauherren, mit einer Innentreppe das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss zu verbinden, nicht mehr zulässig sei. "Dann machen wir eben eine Außentreppe", entgegnete Zimmer.

Gemeinderätin Gerlinde Kraus (SPD) machte deutlich, dass ein Anbau fast das Doppelte eines Umbaus an Kosten verursachen würde. Man bekomme aber langsam ein Zeitproblem, denn es seien bereits acht Anmeldungen für die neue Gruppe vorhanden. Für die Entscheidung beantragte Kraus eine namentliche Abstimmung. Für Bernd Ruppert (CSU) war die Lösung klar: "Anbau anstatt Umbau" — so könnte auch das Bürgerhaus noch erhalten bleiben.

Der Beschlussvorschlag der Verwaltung für einen Umbau des Bürgerhauses wurde dann aber mit der Mehrheit aus CSU, Jungen Bürgern und den zwei Gemeinderäten vom Bürgerforum Wimmelbach in einer Kampfabstimmung mit 8:9-Stimmen abgelehnt. Somit ist der Anbau für eine Krippe an das Bürgerhaus mit 9:8- Stimmen beschlossene Sache. 

ALEXANDER HITSCHFEL

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