Samstag, 17.11.2018

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Egloffstein: Bürger protestieren mit Unterschriften

Auf Suche nach Lösung für Markgrafenstraße — Ein Hürdenlauf für die Tempo-30-Zone - 03.07.2018 08:00 Uhr

Christiane Hofmann-Richter aus Egloffstein wirft beim Staatlichen Bauamt ihren Brief mit der Unterschriftenliste ein. © Foto: Julian Hörndlein


Die Markgrafenstraße ist eng. Und deshalb kommt es dort immer wieder zu Vorfällen. Wenn sich zwei Autos oder Lkw begegnen, steht der Verkehr still, beim Rangieren gehen Dachrinnen, Zäune und Mauern kaputt.

Jetzt tut sich auch noch ein weiteres Problem auf: Aufgrund des schweren Gewichts der Lkw hat sich die Wasserrinne am Straßenrand um mehrere Zentimeter abgesenkt, sodass das Wasser nicht mehr ablaufen kann. Die Folgen sind Ausspülungen und massive Setzungen.

42-Tonner donnern durch

"Es kann nicht sein, dass die 42-Tonner da durchfahren", meinte der Betroffene Hermann Windisch bei der Übergabe einer Unterschriftenliste an Bürgermeister Förtsch. Der hat das Problem nun erkannt und steht laut eigener Aussage voll und ganz hinter den Bestrebungen.

Weil die Markgrafenstraße aber eine Staatsstraße ist, ist es nicht einfach, bei den zuständigen Behörden für die Errichtung einer Tempo-30-Zone zu argumentieren. "Unsere Staatsstraße ist die am wenigsten befahrene Staatsstraße im ganzen Landkreis", sagt Förtsch und zeigt damit die Problematik auf.

Während im Durchschnitt 3800 Fahrzeuge pro Tag auf den Staatsstraßen im Landkreis unterwegs seien, sind es in der Markgrafenstraße nur 684 Fahrzeuge. "Statistiken können hier nicht berücksichtigt werden", sagte Petra Dennerlein. Die Straße ließe schlichtweg keinen Schwerlastverkehr zu.

Erneut kam das Thema mit den Navigationssystemen in den Lkws auf, die die Fahrer durch die Fränkische Schweiz lenken. Selbst die Fernfahrer würden sich über die Situation beschweren, wie in der Diskussion bei der Übergabe der Unterschriftenliste klar wurde.

Das Problem sind die Navis

Förtsch dachte bei möglichen Lösungsvorschlägen aber auch an das Egloffsteiner Umland. Wenn man die Markgrafenstraße für den Schwerlastverkehr sperre, verlagere man das Problem nur in andere Gemeinden, sagte er. Zur Lösung des Problems hat er deshalb am Dienstag einen Termin im Landratsamt, bei dem das weitere Vorgehen erörtert werden soll.

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Neben dem motorisierten Verkehr sieht Förtsch als Hauptargument vor allem die Fußgänger. Das seien häufig Menschen mit Handicap, die zur Ärztin in die Markgrafenstraße müssen, aber auch Kinder, die auf ihrem Weg in die Schule die gefährliche Engstelle zu passieren haben.

Zur Datenerhebung wurde in der Straße eine Anzeige zur Geschwindigkeitsmessung aufgebaut. Laut Petra Dennerlein bringt diese aber nicht sehr viel: "Bei einem auswärtigen Fahrzeug habe ich dann wieder gesehen: der kommt hier mit 46 Stundenkilometern durch", so die ansässige Händlerin.

Anwohner wollen kämpfen

Um Schwung in die Sache zu bringen, möchte Förtsch den Sachverhalt in den Gemeinderat tragen. Christiane Hofmann-Richter, die sich durch die Verkehrssituation besonders belastet sieht und deren wiederholt umgefahrener Tuffsteinpfosten ein Anstoß für die Unterschriftenaktion war, leitete die Liste gleich ans Staatliche Bauamt Bamberg weiter.

Die Situation in der Markgrafenstraße ist verzwickt, weil aufgrund der Länge der Engstelle auch Möglichkeiten wie eine Ampelschaltung oder eine Vorfahrtsregelung entfallen. Dazu sei die Straße zu wenig einsehbar.

"Eine optimale Lösung wird’s nicht geben", stellte Hermann Windisch fest. Trotzdem wollen die Anwohner weiterkämpfen.

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VONJULIAN HÖRNDLEIN

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