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Egloffstein erhält einen vorbildlichen Busbahnhof

Geordnete Verhältnisse beim Ein-, Aus- und Umsteigen — Weitere Anlagen geplant - 06.06.2018 07:00 Uhr

Der bisherige Wanderparkplatz am Ortsausgang von Egloffstein wird derzeit zu einem modernen Busbahnhof ausgebaut. Die Busse halten an Bussteigen, können aneinander vorbei- und bequem ein- und ausfahren. © Foto: Roland Huber


Ende Juli, so hofft Klaus Hummel, wird der Busbahnhof Egloffstein fertig sein. Spätestens mit Schulbeginn im September soll er endgültig in Betrieb genommen werden können. Fahrgäste der Linien 222, 226, 229 und 235 sowie des Rufbusses und des Anruf-Sammeltaxis können dann barrierefrei ein- und aussteigen. Außerdem werden sie mittels elektronischer Anzeigetafeln über die Abfahrtszeiten informiert.

Das sind die wichtigsten Vorteile für die Busbenutzer. Aus Sicht der Linienbetreiber, der Busfahrer, der Anlieger und der örtlichen Politik kommt aber noch eine ganze Reihe von Vorteilen dazu, wie Bürgermeister Stefan Förtsch erklärt. Bisher nämlich treffen sich täglich bis zu sechs Busse, drei auf jeder Straßenseite, an der Haltestelle in der Talstraße auf Höhe des Kindergartens: "Das ist für alle Beteiligten eine schwierige Situation."

Vor und hinter den Bussen

Kinder und andere Fahrgäste wollen die Straße überqueren, vor und hinter den Bussen; von beiden Seiten versuchen Autofahrer sich vorbei zu drängen; die Busfahrer an zweiter und dritter Stelle müssen warten, bis ihre Vorderleute weggefahren sind — keine schöne, keine geordnete, aber dafür eine gefährliche Angelegenheit.

Um hier Abhilfe zu schaffen bot Förtsch schon vor Jahren dem Landkreis als Träger des ÖPNV den Wanderparkplatz am Ortsausgang an der Ecke Badstraße an. Hier entstehen nun vier Bussteige, drei sind 21 Zentimeter hoch und einer 16 Zentimeter. An Letzterem halten die Niederflur-Kleinbusse, so Klaus Hummel. Vom Bussteig aus ist barrierefreies Ein- und Aussteigen möglich. Der Rest der Fläche wird als Park-and-Ride-Platz ausgebaut, inklusive Stellplätzen für Familien mit Kindern wie auch für Menschen mit Handicap. Eine Ladesäule wird das Betanken mit Strom für zwei Elektroautos gleichzeitig ermöglichen. Stefan Förtsch weist außerdem darauf hin, dass auch am Freibad eine Ladesäule für E-Autos eingerichtet wird.

Die Anlage des Busbahnhofes macht nicht nur das Ein- und Aussteigen leichter, sondern entzerrt vor allem auch das Umsteigen. Die Busse können bequem ein- und ausfahren, müssen nicht mehr warten und auch der Straßenverkehr kann ungehindert vorbeirollen.

Als Ersatz für die wegfallenden Parkplätze, so Bürgermeister Förtsch, können die Autos von Wanderern auch auf der Schotterfläche auf der anderen Straßenseite abgestellt werden. Außerdem hat die Gemeinde von privater Seite ein angrenzendes Grundstück erworben (auf dem jetzt der Verkehr an der Baustelle vorbei geleitet wird), so dass eine Erweiterungsmöglichkeit besteht: "Vor allem an den ersten schönen Sonntagen im Frühjahr und dann nochmal im Herbst ist der Wanderparkplatz wirklich proppenvoll", so Förtsch.

Der Bürgermeister steht zum ÖPNV, sagt er und freut sich über den Stundentakt, mit dem die Egloffsteiner zum Beispiel nach Forchheim und Ebermannstadt, aber auch nach Gräfenberg (und von dort mit der Bahn nach Nürnberg) fahren können.

Klaus Hummel, der ÖPNV-Beauftragte des Landkreises, schaut schon weiter. Die nächsten Busbahnhöfe nach dem Muster von Egloffstein sollen in Gräfenberg (am Schulzentrum), in Ebermannstadt (Breitenbacher Straße), in Kersbach am Bahnhof und in Neunkirchen entstehen. Bauherren sind die Gemeinden, der Landkreis gibt einen Zuschuss. 

Ulrich Graser Stv. Redaktionsleiter, Nordbayerische Nachrichten für Forchheim und Ebermannstadt E-Mail

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