|
Anmeldung
Diese Funktion steht nur registrierten Usern zur Verfügung.
Loggen Sie sich bitte hier ein oder registrieren Sie sich kostenlos! |
![]() |
Passwort vergessen
Wenn Sie Ihr Passwort vergessen haben können Sie hier ein neues Passwort anfordern. Geben Sie bitte hierzu Ihre E-Mail-Adresse ein!
|
Das erste Mal eingeschlafen, das muss er so gegen 1:30 Uhr sein, überlegt Philip Stevens. „Mein Kumpel hat schon immer gerufen: Halt, bleib’ wach! Halt durch! — aber es hat nicht ganz geholfen“, lacht der 19-Jährige. Ganz klar, seine Vorbereitung auf den Super Bowl, das Finale der nordamerikanischen Profiliga, das Sonntagnacht unserer Zeit in Indianapolis stattfand, war nicht optimal gewesen.
Die Party am Freitagabend war schuld: „Vielleicht hätte ich da nicht hingehen sollen, dann wäre ich ausgeschlafen gewesen“, sagt Stevens. Insgesamt fünf bis sieben Mal schätzt er, hat ihn die Müdigkeit während des Footballspiels übermannt. Durch die Zeitverschiebung dauerte das Spiel aber auch von 0 Uhr bis weit nach vier Uhr morgens. „Dafür war ich heute morgen in der Werkstatt topfit“, freut sich der Autolackierer.
Seine Begeisterung für American Football hat der junge Mann von seinem Vater, einem ehemaligen amerikanischen Soldaten, in die Wiege gelegt bekommen. In Forchheim geboren, zieht die Familie als Philip sieben Jahre alt war nach Dexter, Michigan, in die USA. Ein Jahr später beginnt Philip mit Football.
„Anfangs war ich schon ein Brocken, daher habe ich als Line-Man angefangen. Dann wurde ich immer besser, wurde Wide Receiver, zuletzt Running Back. Ich war schon immer flink, der schnellste im Team“, sagt er stolz.
Mit elf Jahren geht es aus familiären Gründen zurück nach Forchheim, der Vater wird in Bamberg stationiert. Seine Coaches aus der Kaserne, in der er in einem Team mit anderen „Army Brads“, also Kindern von Soldaten, spielt, loben ihn. Sagen, er sei auf einem guten Weg. „Für mich gab es nur noch Football. Ich wollte unbedingt Profi werden.“
Auch Prellungen oder gebrochene Finger schaffen es nicht, ihn von seinem Traum abzubringen. „Ich habe mein ganzes Herzblut in Football gesteckt“, sagt er. Nach dem Wechsel zu den Bamberg Bears wird er vor zwei Jahren hart getacklet. „Ich habe erst drei, vier Tage später gemerkt, dass in der Schulter was kaputt sein muss.“ Ein komplizierter Bruch beendet vorerst die sportlichen Ambitionen. „Ich will im Sommer unbedingt wieder anfangen. Weil: Ohne Football geht nicht“, sagt er.
Auch am Sonntagabend ging es nicht ohne den Super Bowl; obwohl einige Freunde kurzfristig absagen, schmeißen er und Kumpel Benni Herbst in Forchheim eine kleine Super Bowl Party. „Wir haben uns Trikots angezogen, Hamburger gebraten, dazu Energydrinks und Dr. Pepper Cola getrunken und, wie immer, englisch miteinander gesprochen. Wir haben die amerikanische Athmosphäre nach Forchheim geholt“, sagt Stevens.
Bennis Vater erklärt er ab und an die Regeln, ist aber enttäuscht von der deutschen Fernsehübertragung: „Die Werbung gehört in den USA zum Super Bowl dazu, da werden zum Teil eigene Spots von den Unternehmen gedreht.“ Auch Madonna, die zur Halbzeitshow auftritt, ist nicht sein Geschmack: „Zum Football gehört etwas Rockiges.“
Das Spiel zieht trotz aller Müdigkeit Stevens und Herbst in seinen Bann. „Es war spannend“, sagt der 19-Jährige, der sich gewünscht hätte, dass Sebastian Vollmer der erste Deutsche wird, der den Super Bowl gewinnt. Doch bekanntlich haben die Patriots gegen die Giants am Ende verloren. „Macht ja nichts“, sagt Stevens. „Vielleicht klappt’s ja nächstes Jahr.“ Dann will auch er wieder mit dem Football in der Hand allen davonlaufen.
Do. 24.05.12
Mi. 23.05.12
Mi. 23.05.12
Di. 22.05.12