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Bereits als Neunjähriger entdeckte Marius Zaus den Sport mit dem kleinen, weißen Zelluloid-Ball für sich. „Mein Vater hat mich zum Tischtennis gebracht“, erzählt Zaus, „erst habe ich nur ab und zu mit ihm gespielt, bis ich einen Artikel in der Zeitung über eine Mini-Meisterschaft gesehen habe. Ich habe mich angemeldet, mitgespielt, gewonnen und vom Bezirksjugendwart entdeckt“, erinnert sich der 16-Jährige stolz.
Von da an trainierte Zaus einmal die Woche mit den Besten aus ganz Oberfranken. Ebenso trat er dem Verein aus Mistelgau bei, mit dem er zweimal die Woche übte. „Bis ich zwölf Jahre alt war, habe ich im Bezirksstützpunkt gespielt, anschließend bekam ich zweimal wöchentlich Einzeltraining bei Alois Spitzer.“
Seit 2010 besucht Marius Zaus ein Sportinternat in Kolbermoor, so kann er sich noch mehr auf Tischtennis konzentrieren. Hier besucht er das Gymnasium und trainiert täglich. „Wenn ich keinen Nachmittagsunterricht habe, kann ich zweimal täglich üben, ansonsten nur einmal.“
Zwischen Schule und Training hat der Jugendliche noch etwas Zeit für seine Hausaufgaben. Zu stressig ist ihm das jedoch nicht, auch wenn das bei Gleichaltrigen manchmal auf Unverständnis stößt. „Ich hab’ noch genug Freizeit“, findet er. „Natürlich sieht man seine Familie und seine Freunde nicht mehr so oft, weil ich an den Wochenenden ja Spiele oder Turniere habe. Aber sie kommen trotzdem nicht zu kurz.“
Mit seinen 16 Jahren hat Zaus dafür schon vieles erlebt, allein, dass er fast 300 Kilometer von seinen Eltern getrennt wohnt. Seit zwei Jahren ist er auf dem Internat, „doch das ist eher wie eine WG“, erzählt er. „Wir sind dort zu dritt in einer Wohnung.“
Neben seinen Spielen im Heimatverein SpVgg Effeltrich, hat Marius Einzelkämpfe im Rahmen des Deutschen Tischtennis Bundes (DTTB). Die guten Leistungen heben ihn auch auf ein internationales Niveau, so durfte er schon Spiele in Frankreich und kürzlich sogar in Portugal bestreiten (wir berichteten).
„In Deutschland stehe ich auf dem zehnten Platz, weltweit auf Rang 250 bei den Unter-18-Jährigen. Darauf ist der Oberfranke sehr stolz.
„Mein größter Erfolg war jedoch der 3. Platz beim deutschen Top-48-Ranglistenturnier, weil ich es einfach nicht erwartet hatte, so gut abzuschneiden“, erzählt er und lächelt.
Auch eine Profikarriere käme für ihn in Frage: „Wenn das klappen sollte, wäre es natürlich super. Aber im Tischtennis ist es sehr schwer, um vom Sport Leben zu können. Da muss man schon sehr, sehr gut sein“, erzählt er. „Falls es nicht klappt, habe ich dann ja immer noch das Gymnasium gemacht.“
