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Ein erschreckendes Ausmaß habe die Entfremdung von der Natur in der modernen Gesellschaft angenommen, führte stellvertretender Landrat Edgar Büttner zu Beginn der Feier aus. Nach Umfragen würden viele Schüler glauben, dass Kühe, wie in der Werbung, lila oder Enten gelb seien. Hinzu komme noch eine „Bambimentalität“, die die Notwendigkeit des Tötens von Tieren verkenne. Angesichts einer immer geringeren Kenntnis von natürlichen Vorgängen sinke auch die Akzeptanz der Jagd, nicht nur in Ballungsräumen, sondern auch in ländlichen Regionen, erläuterte Büttner weiter.
Während Naturschützer einen verstärkten Abschuss von Schalenwild fordern, votierten Tierschützer für eine drastische Beschränkung der Jagd. Die Jagd stünde heute mehr denn je im Blickpunkt einer für die Belange von Natur- und Tierschutz stark sensibilisierten Gesellschaft. Zur Versachlichung der Diskussion sei eine aktive Öffentlichkeitsarbeit und Aufklärung wichtig.
So sei es unerlässlich, die Wissensvermittlung über Natur, deren Schutz und die Jagd zum Beispiel bei Revierführungen oder Hegeschauen zu intensivieren. Tatsache sei, dass Jäger und Naturschützer bei konkreten Naturschutzprojekten auf lokaler Ebene vielfach sehr erfolgreich zusammenarbeiten. Als Beispiel nannte Büttner das Engagement beim Projekt „Lernort Natur – Grünes Klassenzimmer“.
Jeder dritte Schüler zwischen zwölf und 15 Jahren hatte noch nie einen Käfer oder Schmetterling in der Hand. Jeder Vierte habe noch nie ein Reh in der Natur beobachtet. Die Jugendlichen erklären den Wald zum verletzlichen und schutzbedürftigen Natursymbol schlechthin und verurteilen seine Nutzung; vergessen aber dabei, dass der Wald das Ergebnis behutsamer Bewirtschaftung über Generationen sei, so Büttner.
Die eigentliche Hubertusrede hielt dann Günther Baumer aus Amberg, Bezirksvorsitzender der Oberpfalz und Vizepräsident des Bayerischen Jagdverbandes, der an die Legende des Heiligen Hubertus, Schutzpatron der Jagd, erinnerte. Seine Botschaft: „Wir dürfen die Natur nutzen, nicht ausnutzen und nicht übernutzen“, so Baumer. Die Jäger würden nur ihrem Auftrag nachkommen und für einen angepassten Wildbestand sorgen.
Aufgrund ihrer langjährigen Verdienste um das Jagdwesen im Kreisverband Forchheim wurden dann Hans-Jürgen Dittmann, Udo Burkard, Achim Kaiser, Konrad Nebel, Erich Daum, Jürgen Kupfer und Alex Welker mit der silbernen Ehrennadel ausgezeichnet. Die goldene Vereinsehrennadel ging an Landrat Reinhardt Glauber und Hartmut Wunderatsch. Für 25-jährige Treue zur Kreisgruppe Forchheim konnte der Kreisvorsitzender Helmut Zenker die Mitglieder Johann Baier, Franz Braun, Hans Brütting, Franz Dworak, Nikolaus Fischer, Jürgen Förster, die Seefriedsche Forstverwaltung Rainer Hirdina, Josef Huppmann, Herbert Jungbauer, Gero Mette, Ludwig Mirsberger, Andreas Philipp, Rudolf Pleischl, Georg Pochmann, Rudolf Schirner, Hans Schüttinger, Günther Spätling, Reinhold-Josef Stegbauer und Siegfried Turtschin auszeichnen. Auf 40-jährige Mitgliedschaft können Willi Kern, Georg Meier, Hans Nagengast, Paul Reinhardt, Herbert Schmidt und Heinz Trautner zurückblicken. 50 Jahre gehören Erich Burkard und Helmut Engelhardt dem Kreisjagdverband Forchheim an.
Die Kreisgruppe Forchheim im Bayerischen Jagdverband ist eine Naturschutzvereinigung mit zirka 800 Jägern, die eine Fläche von 64300 Hektar im Landkreis Forchheim bejagen. 37 Prozent der Fläche sind Wald, 63 Prozent offene Flur mit Feldern und Wiesen. Die Flächen, die sich in privatem Grundbesitz mit dazugehörigem Jagdrecht befinden, sind in 115 Gemeinschaftsjagdreviere, neun Eigenjagden und neun revierübergreifende Hegegemeinschaften aufgeteilt.
