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Um Haaresbreite habe sich der Konzern doch nicht für Nürnberg, sondern für ein Logistikzentrum in Eggolsheim entschieden, erklärte Schwarzmann zur Nachfrage von Ludwig Endres. Damit bliebe der wichtigste Gewerbesteuerzahler im Ort, neue Arbeitsplätze kämen hinzu und auch für das bestehende Lidl-Lager werde sich ein Nachfolger finden, zeigte sich der Bürgermeister zuversichtlich.
Weitere Einnahmen seien durch den Sand- und Kiesabbau auf sechs Hektar durch die Firma Roth gesichert. Über die Folgenutzung im nördlichen Abbaugebiet als Badesee sei weiter zu diskutieren, aber ohne sich dabei zu zerreiben. Gleiches gelte für die Sanierung der Schleuse 94. Der bis zu neun Millionen-Euro-Überschuss aus der Büg-Vermarktung sei bedeutend, aber kein Grund zur Euphorie. Für den Erhalt und Ausbau der Infrastruktur seien die Beiträge der Bürger und Grundbesitzer weiter notwendig, warb Schwarzmann um Verständnis für eine aus Sicht von Verwaltung und Landratsamt erforderliche Anhebung der Grund- und Gewerbesteuern.
Nach dem Motto „Nur das Beste für unsere Kinder“ laufe die Schulsanierung planmäßig, die für 400000 Euro geschaffene Ausweichschule im Lindnergebäude biete nach dem Auszug im Sommer 2013 neue Nutzungsmöglichkeiten ohne Ende. 300000 Euro investiere der Markt vornehmlich für den Brandschutz in den Kindertagesstätten. Als Tiefbaumaßnahmen nannte der Bürgermeister die noch abzuschließende Kanalisierung in Eggolsheim und in diesem Jahr folgend, die Sanierung der Ortsdurchfahrt ab dem Rathaus Richtung Neuses. Für den Teil ab Rathaus bis zum östlichen Ortsausgang seien durch ein neues, 60 Prozent Förderprogramm der Städtebauförderung weitere Überlegungen nötig, Anliegerversammlungen erfolgten in Kürze.
Gelingen könnte heuer auch der Bau des Kreisverkehrs an der Kreuzung am östlichen Ortsende. Mindestens nach 2013 gerückt seien die Sanierungen der Straßen Eggolsheim—Bammersdorf und Eggolsheim—Schirnaidel. Enttäuscht äußerte sich Schwarzmann über den Rückzieher der Deutschen Bahn. Anstelle der seit 17 Jahren angesagten Straßenunterführung am Bahnhof sei nur noch eine Fußgängerunterführung geplant.
Auf Hochtouren laufe der DSL-Ausbau: Ab April sei in den Ortsteilen um Eggolsheim mit einem Empfang bis 50 Mbit zu rechnen. Im Anschluss werde das Glasfaserkabel in die Ortsteile des oberen Eggerbachtales geführt. Fast 700000 Euro gebe hier der Markt für seine 6200 Bürger aus. Im Frühjahr werde die 3,5 MW-Biogasanlage in Betrieb gehen, von der landwirtschaftlichen Anlage in Schirnaidel solle bald die Abwärme über eine Leitung in das gemeindliche Netz eingespeist werden, informierte Schwarzmann.
Nach aktuellem Stand seien der Kautschenberg und die Lange Meile keine Standorte für Windräder. Weit kommen wolle die Gemeinde heuer mit der Erschließung der Baugebiete Hager Bichl II, am Lindnergelände und in Rettern, insgesamt entstünden da 50 Bauplätze. Als erfreulich bezeichnete der Bürgermeister die Wiederbelebung der Jägersburg durch die gräfliche Familie Bentzel. 2011 sei viel geschaffen worden, die Zukunft biete große Herausforderungen aber auch beste Chancen: „Ich bitte sie daran mitzuwirken“, betonte Schwarzmann abschließend.
