Routen, die unter den Kletterern Geschichte gemacht haben, tragen Namen wie „Action Directe“, „Wallstreet“, „Stonelove“, „Magnet“ oder „Sautanz“. Seit den 80er Jahren hat sich das Klettern zu einem Trendsport entwickelt, seitdem steigen die Besucherzahlen.
Hinzu kommt, dass in anderen Regionen inzwischen strengere Kletterregelungen und größtenteils schon Kletterverbote gelten. Auch die Grenzöffnung nach Osten hat zu einem regelrechten Boom geführt. So konnte es nicht ausbleiben, dass es zu Konflikten zwischen den Nutzern und denen, die Artenvielfalt der Flora und Fauna in Gefahr sahen, gekommen ist.
Zur Sicherung einer ungestörten Brut von Wanderfalken und Uhus mussten teilweise umfassende Felssperrungen angeordnet werden. Mitglieder des Bundes Naturschutz (BN) und des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) haben als erste darauf hingewiesen, dass der Klettersport an den Felsen zum Teil erhebliche Störungen in der Natur verursache.
Als zu Beginn der 1990er Jahre in den Naturschutzgebieten „Eibenwald“ bei Gößweinstein und „Ehrenbürg“ durch Entfernung einer Vielzahl neu angelegter Kletterrouten diese Felslebensräume gerettet werden sollten, kam aus den Reihen der Kletterverbände der Vorschlag, lieber auf alte Kletterrouten zu verzichten und dafür die neuen und zumeist besonders attraktiven Routen zu belassen.
Das war der Einstieg in die erste Kletterkonzeption, die bewusst und einvernehmlich die Belange des Naturschutzes, aber auch die Interessen der Sportkletterer berücksichtigt.
Schließlich hat dies zu einer konstruktiven Zusammenarbeit verschiedener Behörden, Institutionen und Verbände geführt. In einem Arbeitskreis arbeiten nunmehr der Deutsche Alpenverein (DAV), die Interessengruppe Klettern, der Landesbund für Vogelschutz, das Forstamt und das Landratsamt Forchheim, die Regierung von Oberfranken, der Naturparkverein, die Bergwacht Forchheim, die Jägerschaft und die örtliche betroffene Marktgemeinde Egloffstein eng zusammen.
Insbesondere die von allen Beteiligten akzeptierte Lenkung des Kletterbetriebes durch eine Einteilung der Kletterfelsen in drei Zonen – je nach Schutzbedürftigkeit – hat zwischenzeitlich Schule gemacht und ist zum internationalen Vorbild geworden, wie Bürgermeister Stefan Förtsch es bei einem Treffen vor dem Thuisbrunner Block, auch Raketenriss genannt, betonte.
Für das nun vorgestellte Kletterkonzept „Unteres Trubachtal“ wurde eine Liste erstellt, in der alle bekannten Felsnamen nach der eingeteilten Zone aufgeführt sind, und die das Todsfelder Tal und die Hochfläche, das Trubachtal ab Hammerbühl abwärts nach West- und Ostseite, das Mostvieler Tal und Affalterthal einschließt.

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.