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Forchheim: Milchpreise zwingen Landwirte in die Knie

Droht die Fränkische Schweiz ihren Charakter zu verlieren? - 11.04.2017 15:00 Uhr

Immer wieder machen die Milchbauern in der Region auf ihre schwierige Lage aufmerksam. © André De Geare


Darauf ging der Vorsitzende der Milcherzeugergemeinschaft (MEG) Gräfenberger Umland, Manfred Rohlederer, in der Jahreshauptversammlung ein. Das vergangene Jahr sei sehr stark von der schwierigen Lage am Milchmarkt geprägt gewesen. Seit Jahren schon bedroht ein niedriger Milchpreis die Existenz vieler Betriebe im Landkreis Forchheim.

Am Milchmarkt musste Rohlederer klar feststellen, "dass das Jahr 2016 in Sachen Milch kein Jahr ist, das sich die MEG zurückwünscht. Es war Marktwirtschaft pur und hat alle Beteiligten am Milchmarkt schwer getroffen." Zudem deuteten sich erneut schwarze Gewitterwolken am Horizont an. Der Milchmarkt beginne schon wieder zu schwächeln.

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"Ramsch-Karwane": Bauern demonstrieren in Forchheim

Weil immer mehr Landwirte um ihre Existenz fürchten müssen, hat der Bayerische Bauernverband (BBV) im Sommer 2016 gegen die niedrigen Erzeugerpreise bei Lebensmitteln protestiert – mit einer "Ramsch-Karawane" durch Forchheim. BBV-Bezirkspräsident Hermann Greif nannte den Preisverfall eine "Katastrophe" für viele Bauern.


Den Geschäftsbericht für 2016 trug anschließend der geschäftsführende Vorstand Matthias Tauber vor. Auch dieser war von den Preisen auf dem Milchmarkt bestimmt. Einen Tiefpunkt erreichten die Preise mit 24 Cent pro Kilo. Zwar haben sich die Preise wieder leicht erholt, dennoch gaben acht Mitglieder der MEG ihren Betrieb deshalb auf. Darunter sei ein großer Betrieb mit einer Jahresproduktion von annähernd 500.000 Kilo gewesen.

Mit Jahresende gehören 60 Mitgliedsbetriebe dem Verein an. Die Liefermenge sank auf rund 17 Millionen Kilo bei Erlösen von 5,2 Millionen Euro. 2015 lieferten die Betriebe noch gut 17,5 Millionen Kilo Milch für über 5,7 Millionen Euro, heißt es in der Pressemitteilung

In seinem Grußwort verwies Landrat Hermann Ulm zusammen mit dem Landtagsabgeordneten Michael Hofmann (beide CSU) auf die Wichtigkeit der Milchviehbetriebe für die Urlaubs- und Touristenregion Fränkische Schweiz. Die Maßnahmenpakete der Bayerischen Staatsregierung für den Milchmarkt, so Georg Müller von einer Privatmolkerei, habe die Situation am Milchmarkt in der damaligen Krisenzeit allerdings spürbar verbessert.

NN 

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